Juli 2018 Peleponnes Máni

Der mittlere der drei Finger des Peleponnes, genannt Máni, ist geprägt durch steile Küsten und das bis zu 2407m hohe Taigéttos-Gebirge. Wir fahren zunächst nach Kalamata. Die Stadt wurde 1986 von einem schweren Erdbeben verwüstet, ist inzwischen aber wieder aufgebaut – auch dieses Kirchlein mitten in der Altstadt:

Wir bummeln durch die Gassen und fahren weiter über die kurvige und steile Straße entlang der Westküste. Viel Möglichkeiten am Wasser zu siedeln gibt es nicht – auch nicht für Camper 😉  Und so genießen wir die wilde Landschaft und fahren ein ganzes Stück bis nach Neo Oitylo, bis zu einer Taverne (GPS: 36.693699, 22.3888) am Strand. Man darf dort die Liegenstühle und Sonnenschirme kostenlos benutzen, wenn man ein Getränk bestellt. Duschen gibt es auch und sogar einen Pool.Neo Oitylo ist von hohen Bergen eingerahmt.

Am nächsten Morgen geht es weiter nach Aerópoli, der einzigen Stadt der Máni, wenn auch recht klein, mit knapp 800 Einwohner. Hier fallen, wie überall in Griechenland diese Fugen in den Straßen auf:

Man sieht die Fugen auf allen Straßen – und spürt sie meistens auch, weil sie oft lausig verschlossen sind. So werden die sowieso nicht sehr komfortable Straßen noch schlechter. Einmal haben wir erlebt, wie eine Straße aufgesägt und ein Kabel verlegt wurde. Wenn das die Internetverkabelung Griechenlands, dürfte bald jedes Haus versorgt sein und sei es noch so abgelegen.

Das nächstes Ziel im Blick: der sogenannte Dinosauriereierstrand bei Pirgos Diroú (36.6427, 22.3836):

Man kann wunderbar direkt am Wasser neben Tamarisken stehen.

Warum wird der wohl Dinosauriereierstrand genannt?

Wir bleiben ein paar Tage, es schlüpfen keine Dinosaurier….

… aber ein Vögelchen…

… und auch eine Schildkröte

Ein Pfad führt in die nächste Bucht. Da gibt es eine Stranddusche und die Höhlen von Pyrgos Dirou. Reiseführer raten, gleich morgens um 9 Uhr dort zu sein, um Wartezeiten zu vermeiden. Leider lesen wohl alle Leute diese Tipps und so stehen wir kurz vor 9 mit einer Busladung Menschen und noch ein paar anderen vor dem Kassenhaus und warten eine halbe Stunde, wegen eines Sicherheitchecks, der erst noch durchgeführt werden muß. Dann fahren wir eine halbe Stunde in kleinen Boote für je 8 Personen durch die Höhlen, es geht sehr eng zu, bei Youtube gibt es dazu ein Video und hier eine kleine Diashow:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Wieder unterwegs fallen wehrhafte Wohntürme mit Schießscharten auf, die früher vor fremden Eroberern schützten, aber bis in die Mitte des 19. Jhs. wohl auch bei Blutfehden gegen die Nachbarn.

Der Baustil hat sich offensichtlich bewährt, auch Neubauten werden meistens als Wohntürme errichtet. Über steile Straßen geht es entlang der Mani-Westküste…

… Richtung Kap Tenaro, dem südlichsten Punkt des griechischen Festlandes und nach dem spanischen Tarifa der zweitsüdlichste Punkt von Festland-Europa. Der Parkplatz 36.402599, 22.4863 ist tagsüber gut von Wanderer frequentiert, nachts sind nur wir und ein weiterer Camper hier. Es ist also schön ruhig und man sieht einen tollen Sternenhimmel.

Unterhalb des Platzes gibt es noch Überreste von Poseidons Totenorakel zu besichtigen.

Früh am Morgen führt dann eine Wanderung zum Kap Tenaro.

Die Pfade sind gut zu laufen, teilweise aber heimtückisch mit scharfen Steinen und dornigen Sträuchern versehen. Also nix für Flipflops und Sandalen.Bald grüßt schon von Weitem der Leuchtturm.

Das Kap rückt näher und dann ist es geschafft. Südlicher geht es nicht mehr!

 

Und so schaut der Weg Richtung Norden aus:

Die Fahrt entlang der Ostküste führt über steile, steile Straßen mit tollen Aussichten und manche Baustellen…

… an einen schönen Sandstrand 36.731533, 22.562576. Gleich bei der Ankunft sagt uns eine Frau, dass hier das Übernachten mit dem Camper verboten ist. Wir bedanken uns freundlich für diesen Hinweis – leider trifft das theoretisch auf ganz Griechenland zu.

Wir verbringen eine problemlose Nacht und fahren am nächsten Tag zum Campingplatz Mani Beach, denn wir müssen wieder mal an die Wäsche. Wir werden superfreundlich empfangen und bekommen für faire 19€ pro Nacht (ohne Strom, den produzieren wir selbst) einen Top-Platz direkt am Strand, so dass wir 3 Tage bleiben. Der Platz liegt beim Städtchen Gythio und damit verlassen wir anschließend die wilde Máni.

Juli 2018 Peleponnes westlicher Finger

Auf der Landkarte erinnert die Form des Peleponnes an eine Hand mit drei Fingern und einen Daumen nach Osten. Wir erkunden den westlichen Finger und fahren als erstes nach Chóra zum Palast des Nestor, ein Fürstenpalast aus mykenischer Zeit

Die Ausgrabungsstätte wurde mit einem Dach überspannt, davor gibt es ein kleines Info Haus.Wie in Olympia erklären Tafeln die Örtlichkeiten, hier zum Beispiel das Badezimmer nebst Badewanne. Und so schaut das jetzt aus

Hier der Thronsaal. Das Ganze ist durch das neue Dach sicherlich gut gegen weitere Witterungseinflüsse geschützt. Bis auf die Mauern ist aber nicht mehr viel zu sehen, so dass sich die Besichtigung für einen Eintrittspreis von 6€ nur bedingt lohnt.

Danach geht es weiter nach Pylos, einer hübschen Hafenstadt. Man kann dort direkt am Hafen parken und wohl auch problemlos übernachten. Wir parken erstmal, Uschi kocht uns etwas Leckeres und dann erkunden wir die kleine Stadt mit ihren Tavernen, Plätzen, Geschäften. Dort gegenüber am Kai parkt unser Bus:

Der Peleponnes ist reich an Festungsanlagen, auch in Pylos gibt es eine, wieder werden 6€ Eintritt pro Nase aufgerufen. Wenn wir auf unserer Reise alle Festungen und Ausgrabungsstätten besuchen wollten, würden wir wohl erheblich zur Entschuldung des Staatsdefizits beitragen. Heute bleibt es bei der Wanderung zur Festung und einem Bild davor.
Es ist erst Nachmittag und mit Pylos sind wir eigentlich durch. So fahren wir entlang der Westküste des dritten Peleponnes-Fingers nach Methóni. Dort ist nicht viel los und das Übernachten mit dem Wohnmobil wird laut Berichten nicht toleriert. Also machen wir ein Foto der Festung (den Eintrittspreis können wir uns schon vorstellen) und weiter geht die Fahrt…

… an Koróni vorbei – denn es ist nun schon später Nachmittag und diesem Städtchen wollen wir uns, nach einem Tipp von Johannes M., noch in Ruhe widmen. Früh am Abend landen wir in Agios Andreas und finden hier einen absoluten Traumplatz (36.8629, 21.9223). Direkt am Strand, ab dem Nachmittag beschattet, so dass es abends im Bus kühl ist und die Solarpanels bis mittags aufgeladen werden.

Das Gelände ist ein ehemaliger Campingplatz. Die Strandduschen und Toiletten werden von einer Beachbar weiter betrieben.

Wir treffen hier wieder nette Leute, Einheimische und auch aus Deutschland – diesmal sogar Freiburger! – danke nochmal für die Wassermelone  🙂  Und natürlich liebe Grüße an Elke und Herbert, vielleicht sieht man sich mal in VS!  Der Platz ist ein perfekter Ort für das Strandleben. Das machen wir nun ein paar Tage. Die Temperaturen steigen wieder, wir können unsere zwischenzeitlich 3 Sonnenschirme gut gebrauchen.

Im kleinen Örtchen gibt es neben diversen Tavernen 2 kleine Minimärkte, die die Grundversorgung sicherstellen und auch einen Bäcker. Außerdem ein byzanthinisches Kirchlein…

… das auf dem Gelände eines einstigen Appolontempel gebaut wurde. Vom Tempel haben wir aber nichts gesehen, evtl. gehörten diese Säulen dazu?

Die Tankstelle ist nicht mehr in Betrieb, wurde aber floral verschönert.

Eine Woche verbringen wir in Agios Andreas, nach Kato Vasiliki unsere Nr. 2 in der bisherigen Top Ten der Übernachtungsplätze. Einmal machen wir eines Ausflug nach Koroni. Der Örtchen wurde uns mehrfach persönlich und in Reiseführern empfohlen. Die Straßen sollen eng sein und enden am Hafen. Wir finden gleich am Ortseingang eine gute Parkmöglichkeit. Allerdings wollen wir schon mal mit der Wagenfront in Richtung Ortsausgang parken und fahren weiter, auf der Suche nach einer Wendemöglichkeit. Diese gibt es dann tatsächlich erst unten am Hafen…. Und wir können bestätigen: ja, die Ortsdurchfahrt ist sehr eng und kurvig. Da es noch früh am Morgen ist, kommen wir jedoch gut runter, wieder hoch und parken in der richtigen Position.

Dann laufen wir runter in den Ort, beim Bäcker gibt es warme Schokocroissants und wir stärken uns für den Aufstieg zur venezianischen Burg.

Wir bummeln zur Küstenpromenade, die Wege sind gut beschildert

und dann hoch zur Burg. Diese EU-Schilder sieht man oft in Griechenland, vornehmlich an neuen Straßen, aber auch an historischen Stätten.

Innerhalb der Burganlage gibt es einige Wohnhäuser und ein Nonnenkloster, dass seine Pforte für Besucher offenhält.

In der Klosteranlage empfängt uns eine friedvolle, ruhige Atmosphäre und eine Nonne reicht uns zur Begrüßung Süßigkeiten und kühles Wasser. Es gibt einen kleinen Laden mit Selbstgemachtem und Dingen aus der Region. Ein Bratwender und eine Olivengabel aus Olivenbaumholz ergänzen nun unseren Haushalt. Vom Kloster hat man einen schönen Blick ringsum.Es gibt Einblicke in das Klosterleben, hier in den Schlafraum eines Pope, der hier lebte. Das kaum 1,60m lange Bett endet direkt an der Türe, das ist Minimalismus!

Schöner Ausblick auf das kristallklare Meer.Wir stärken uns anschließend in der Dortkneipe. Ein kleiner gemischter Teller mit Gyros kostet hier 3,50€, Wifi gibt es gratis – allerdings wie fast immer in den Bars suuuperlangsam. So werden wir immer noch ein wenig mehr entschleunigt.

Am nächsten Tag steht ein Ausflug zum antiken Messene auf dem Programm. Wieder fahren wir ganz frühmorgens los und sind deshalb um 8 Uhr die Ersten an der Kasse zur Ausgrabungsstätte. 12€ kostet der Eintritt incl. Museum.

Weil das hier kein Archäologieblog ist, will ich nicht weiter ins Detail. Für Interessierte gibt es hier einen guten Überblick.  Nur soviel: wir sind gute 3 Stunden und über 6 km durch die ehemalige Stadt gelaufen, sind förmlich in die alten Zeiten eingetaucht und die Zeit verging wie im Fluge. Es war aber auch gut, dass wir früh aufgestanden sind, denn gegen Mittag wird es heiß.

Hier habe ich mal etwas Neues ausprobiert, eine Diashow mit dem eindrucksvollen Stadion, dem Theater, eines Äskulap-Tempel, gut erhaltenen Mosaik-Fußböden und mehr:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Etwas außerhalb der Site befindet sich das Arkadische Tor, Stadttor des antiken Messéne, das auch heute noch befahren werden kann.

Rund um Messini gibt es an den Straßen unzählige Verkaufsstände, an denen vor allem frische Orangen verkauft werden. Für uns ist das in dieser Jahreszeit ungewöhnlich, die Orangen schmecken aber super und ein großes Netz kostet nur 2€. Von diesem haben wir die Hälfte der Orangen bereits vertilgt:36 Grad und es wird noch heißer…! Hier könnt ihr mitsingen!

Wir stellen die Klimaanlage des Ducato auf Stufe 4 und rollen zum Strand von Messenien (37.005402, 21.971399).  Hier können wir auch über Nacht mit dem Camper stehen bleiben.

Morgen fahren wir nach Kalamata und sind damit auf der Máni, dem mittleren Finger des Peleponnes.

Nach rund 3 Monaten haben wir 4437km zurückgelegt bei einer Fahrzeit von 103 Stunden und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 42 km/h.

Juni 2018 GR Olympia, Berge u. Meer

Wir fahren an Pirgos vorbei nach Olympia. Dort wurden die Wettkämpfe nachweisbar seit dem Jahr 776 v.Chr. an einem einzigen Tag ausgetragen, ab 472 v.Chr. wurde die Dauer auf 5 Tage ausgeweitet. Nur männliche Griechen durften teilnehmen, in römischer Zeit auch Römer  (und Asterix, wie wir wissen 😉)

Die Sieger erhielten einen Ölzweig und waren zuhause natürlich die Helden. Ausgetragen wurden die Spiele zu Ehren von Zeus, dessen Tempel sich im Zentrum befand, im Innern mit einer 14m hohen Statue aus Gold, Silber, Elfenbein und Edelsteinen – eines der 7 antiken Weltwunder. So soll das damals ausgesehen haben:Das Gelände des antiken Olympia ist weitläufig, die Wege sind für einen großen Besucheranstrom angelegt.An vielen Stellen werden die einstigen Bauten auf Tafeln beschrieben

so kann man sich die Gebäude anhand der noch vorhandenen Reste mehr oder weniger gut vorstellen

Immer wieder werden enorme Besuchergruppen in einem erstaunlichem Tempo durch das Gelände geführt, wenn die Kreuzfahrtschiffe vom nahen Katakoló aus ihre Touristen mit zig Linienbussen auf Landgang schicken.

So schnell wie die kommen, sind sie auch wieder weg und wir können in Ruhe die alten Gemäuer auf uns wirken lassen, hier im Tempel der Hera.Auch im Stadion, dass 40.000 Zuschauern Platz bot, übrigens nur männlichen, verliert sich die Menge. Auf den seitlichen Tribünen mussten die Zuschauer stehen, nur die Schiedsrichter saßen auf steinernen Bänken.

Heute allerdings nicht, so dass die Rekordzeit meines Laufes leider nicht beurkundet werden kann.

Durch diesen überdachten Gang zogen die Athleten in das Stadion ein

Nach einer gut 2stündigen Besichtung machen wir eine Snackpause im kleinen Örtchen, das sich komplett auf die Touristen eingestellt hat. Das Gyros-Pita für 2,50€ ist aber lecker, der Wirt gut drauf. Weiterlesen „Juni 2018 GR Olympia, Berge u. Meer“

Juni 2018 GR Peleponnes Nordwest

Bevor wir auf den Peleponnes übersetzen besuchen wir das Städtchen Nafpaktos mit seinem hübschen alten Hafen und einer ausladenden Burganlage. Das kleine Hafenbecken wird noch immer von venezianischen Mauern geschützt

Vom Burgweg hat man eine gute Aussicht auf Nafpaktos, den Peleponnes und die Brücke dorthin.

Es ist aber wieder recht heiß, bis zu 34 Grad. Da fällt unsere Besichtigung eher knapp aus und wir verbringen deutlich mehr Zeit in einer Beachbar bei kaltem Frappe und Wifi. Das iPhone meldet 32 fällig Updates, die Bilder wollen auf Onedrive und dieser Blog möchte gerne geschrieben werden 🙂

Am Ortsrand parken und nächtigen wir mit 3-4 anderen Wohnmobilen. Nicht so idyllisch wie an der letzten Bucht, aber mit guter Stranddusche und kostenlosen Sonnenschirmen. Das Wasser ist kühl und sauber.Dafür, dass wir so nahe an einer Stadt stehen, sind die Nächte ziemlich ruhig.  Wir haben den Peleponnes bereits seit Wochen im Blick, jetzt wollen wir übersetzen. Dazu gibt es 2 Möglichkeiten: die Brücke für 13,30€ oder die Fähre für (vermeintliche) 6,50€. Von der Fähre soll man einen schönen Blick auf die Brücke haben, Zeit ist genügend vorhanden, also entscheiden wir uns für die Fähre. Wie immer auf Fähren ist das Personal überaus hektisch. Wir müssen rückwärts einfahren und werden auf Zentimeterabstand an die anderen Autos eingewiesen – obwohl die Hälfte der Fähre leer bleibt :-/  Dann wird uns erklärt, alles über 5m kostet nicht 6,50€, sondern 11€. Etwas murrend zahlen wir.

Ebenfalls wie immer auf diesen alten Autofähren lädt das Innere wenig zum verweilen ein, da nützt auch das dekorative Ficusbäumchen nichts.

Aber das Wetter ist schön und wir wollen sowieso nach draußen. Der Blick auf die Rio-Andirrio-Brücke ist wirklich toll.

Die Überfahrt ist angenehm, wir spielen die bekanntesten Filmszenen nach und rammen keinen Eisberg.

Nach kurzer Zeit landen wir in Rio auf dem Peleponnes.

Wir rollen an Land, tanken in Patras für 1,39€ / Liter Diesel und steuern den ersten Strandplatz von park4night an. Unterwegs  sind wir etwas erschrocken über den vielen Müll, der überall herumliegt. Wir haben von Reisenden gehört, dass die Müllabfuhr gestreikt hat. Der Strandplatz ist ebenfalls vermüllt, hier wollen wir nicht bleiben. Der nächste park4-night-Tipp bei Larissos entpuppt sich als PKW-Parkplatz vor einer Beachbar…

… mit unmissverständlichen Verbotsschilder. Das Barpersonal schaut auch mürrisch zu uns, also weiter…

… nach Vouprasia. Auch dort liegt der Platz an einer Beachbar. Da es wirklich heiß ist, bleiben wir tagsüber. Die Liegestühle und Schirme kosten – im Gegensatz zu Italien – in Griechenland meist nichts. Man muss nur etwas konsumieren. Zum Beispiel Frappe.

Übernachten wollen wir aber nicht und so landen wir abends in der Nähe von Leachaina an einem ruhigen Platz direkt am Strand. Katze und Hundi begrüßen uns, sonst ist außer ein paar Einheimischen, die kurz zum Strand fahren und freundlich grüßen, nichts los. Die Nacht ist ruhig, nur Hundi bellt ab und zu.

Auf unserer Karte entdecken wir einen Ort mit einem schönen Namen, den wollen wir uns anschauenDas Dörchen ist klein, aber fein, trohnt auf einem kleinen Hügel und hat eine schmucke Kirche nebst geblümten Dorfplatz.

Eine Möglichkeit, hier über Nacht zu bleiben, finden wir allerdings nicht und so fahren wir eine Bucht in der Nähe von Kyllini an. Ein Fehler, wie sich herausstellt. Die Straße ist steil und ganz frisch geschottert. Runter kommen wir ganz gut – aber die Bucht ist nicht so toll und wir probieren gleich den Rückweg. Tapfer pfügt sich der Ducato ein paar hundert Meter durch den tiefen Schotter die steile Straße hoch, aber kurz bevor wir oben sind, stecken wir fest.

Wir versuchen mehrere Anläufe, schaufeln und arbeiten mit Unterlegmatten, schaffen immer noch ein paar Meter mehr, aber nach 2-3 Stunden ist klar: da geht nichts mehr.

Ein freundlicher Grieche kommt mit seinem Minitraktor vorbei und versucht uns rauszuziehen, gräbt sich aber selbst ein.

Noch nie waren wir so froh, ADAC-Mitglieder zu sein. Nach einigen Telefonaten und Rücksprachen organisiert uns der ADAC Athen einen Anschleppwagen. Der Mann versteht sein Fach, stellt seinen Truck quer und zieht uns – nach und nach – mit der Seilwinde aus dem Schlamassel.

Uschi hat vom der rund halbstündigen Bergung ein paar Videos gemacht, hier könnt ihr das Finale auf Youtube anschauen. So sieht die ‚Straße‘ nun aus:

Letztlich ist aber alles gut gegangen, wir bedanken uns rießig bei unserem griechischen gelben Engel und sehr gerne bekommt er von uns die letzte Flasche badischen Wein, die wir noch dabei haben.

Nach einer ruhigen Nacht in Kyllini fahren wir ein Stück weiter nach Loutrá Killinis, dort gibt es Schwefelquellen. Mit dem Matsch reiben sich Leute ein und waschen sich mit dem Schwefelwasser ab.

Das soll irgendwie gesund sein und Bauten aus allen Epochen zeigen, dass auch unsere Vorfahren ihren Spaß daran hatten. Uns liegt das nicht so, das Wasser und die Luft hier riechen extrem nach faulen Eiern. Aber interessant ist es allemal.

Dann fahren wir zur Kastro Kyllini Bucht. Dort gibt es eine kleine Taverne und einen großen Parkplatz. In der vordersten Reihe hat man einen super Blick auf den goldgelben Strand. Wir probieren unseren neuen Sonnenschirm aus.

Das Meer ist supersauber, das Wasser trotz feinem Sandstrand ganz klar. Wir bleiben ein paar Tage….… und genießen den Blick aus der Schiebetüre beim Frühstück

und auch abends…Uschi perfektioniert ihre Brotbackkünste. Hier ein fluffiges Mais-Weizenbrot, im Schmortopf gebacken!

Der Strandabschnitt nennt sich auch ‚Golden Beach‘, ist kilometerlang und kann wirklich empfohlen werden. Es gibt schicke Wellnesshotels, einen Robinson Club, kleine Familienhotels und Appartments, Campingplätzen – und auch Parkplätzen. Für jeden Geschmack ist quasi etwas dabei.

Wir haben schöne Tage mit netten, immer wieder wechselnden Nachbarn. Hier besonders liebe Grüße an Bernd & Uschi sowie an Martina! Am 5.Tag schaut allerdings die Polizei vorbei und verteilt an die ersten 5 Wohnmobile Strafzettel über 300€, wir sind auch dabei. Dann bekommen die Beamten einen Anruf und fahren wieder weg. Da nach allgemeiner Meinung diese griechischen ‚Strafzettel‘ eher symbolischer Natur sind und von niemanden gezahlt werden, machen wir uns keine große Sorgen und am nächsten Tag wollen wir sowieso weiterfahren – zum Einkaufen und wieder mal Wäschewaschen.Waschsalons sind weit und breit nicht zu finden und so checken wir im Camping Aginara ein.

Der zum Campingplatz gehörende Strand ist superschön und blitzsauber. Wir bezahlen mit ACSI faire 30€ für zwei Übernachtungen und können die Waschmaschinen kostenlos benutzen.Das führt zu einem Wäsche-Eldorado – vielleicht fühlen wir uns deshalb auf Campingplätzen immer ein wenig eingesperrt?  😉

Die bisherige Route auf dem Peleponnes:

Karte von openstreetmapMorgen fahen wir weiter und es wird olympisch!

Juni 2018 GR Préveza-Nafpaktos

Der Übernachtungsplatz bei Péveza war leider nicht so ruhig wie es am Abend schien: weiter hinten, dort wo der PKW steht, ist wohl ein beliebter Nachtparkplatz für Pärchen und bis 3 Uhr morgens fuhren immer wieder Auto auf der *knirschknirschknirsch* Schotterstraße vorbei. Ab 3 Uhr bellte dann der Hund von nebenan :-/   Der nächste Tag beginnt aber wieder mit bestem Sonnenschein, wir packen unser Roller aus.

und scootern nach Préveza, einer Kleinstadt am Eingang zum Ambrakischen Golf, der sich von hier aus 35 km weit landeinwärts erstreckt.

Die kleine Fußgängerzone lädt zum Bummeln ein und wir erstehen bei einem Bäcker ein leckeres Hefegebäck. Uschi, zuständig für das analoge Social Media und die Printmedien deckt sich mit neuer Hardware ein.

Wir schauen immer, wo die Einheimischen ihren Café trinken – dort ist meistens auf der Frappé gut und günstig. Wifi gibt es auch und so können wir Euch aus allen Kanälen berichten.

Und dann fahren wir unters Meer: ein mautpflichtiger Straßentunnel führt unter der Einfahrt zum Golf durch.

Ab geht es unter den Meeresspiegel!

Die Durchfahrt ist nicht spektakulär, alles bleibt trocken 🙂 Wir bezahlen den PKW-Tarif von 3€. Fahrzeuge, die  höher als 2,80m sind, kosten 7,50€.

Entlang der gut ausgebauten Küstenstraße fahren wir immer rund 1 Stunde und halten dann an einem Strand zum Schwimmen, SUPen, Chillen, Wandern, Kochen, Essen und Schlafen. Hier bei Kechropoleos mit Blick auf die Insel Lefkáda…

…bei Mitika mit Blick auf die Insel Kálamos

… weiter entlang der herrlichen Küstenstraße mit tollen Ausblicken… bis zu einer wie immer über park4night gefundenen Bucht, in der leider viele schrottige Wohnwagen stehen und eine Schweineherde frei herumläuft. Deren Hinterlassenschaften liegen überall herum. Dann nix wie weiter…… die Sraßen und die Aussichten sind nach wie vor genialund wir finden wieder einen netten Übernachtungsplatz oberhalb einer hübschen kleinen Bucht bei Astakos

Allerdings parkt man dort nicht direkt am Strand und zwischenzeitlich sind wir verwöhnt 😉  Also geht es am nächsten Tag weiter nach Kryoneri mit einem 1a Strandplatz, Duschen gibt es im nahen Dörfchen. Der Blick auf den großen Felsen ist beeindruckend.

Wir werden auch gleich wieder bewacht. Dafür gibt es ein Leckerli. Leider kläffen die Köter wieder nachts – grrrr.

Hier der Blick von Kryoneri auf unsere Übernachtungsbucht.

Nach 2 Tagen haben wir die Umgebung zu Fuß und mit dem SUP ausgiebig erkundet und so fahren wir einmal um den Felsen herum zum nächsten Ziel. Unterwegs finden wir einen Brunnen mit bestem Quellwasser und füllen unsere Tanks. Die Straßen sind recht gut, von kleinen Verlusten mal abgesehen.

Die nächste Bucht bei Kato Vasiliki ist der absolute Hammer. Wir parken auf einer Wiese, der Blick auf den Felsen ist noch grandioser als in Kryoneri. Es hat eine Stranddusche und keine kläffende Hunde. Hier bleiben wir!

Ringsum gibt es viele Klettermöglichkeiten. Bei tagsüber bis zu 36 Grad entscheiden wir uns aber mehr für Schwimmen und SUPen.

Das glasklare Wasser lädt dazu ein mit geschätzten 25 Grad.

Tagsüber kommen immer wieder Badegäste mit Auto oder Moped vorbei. Alles superfreundlich, man winkt und grüßt sich. Hält ein kleines Schwätzchen…

Warmwasser zum Waschen und Spülen erzeugen wir mit dieser hübschen Box, die eigentlich für Waschmittel vorgesehen ist. Einfach tagsüber auf die Motorhaube in die Sonne gestellt, hat man nach ein paar Stunden warmes Wasser. Den Trick haben wir mit unserem guten, alten James Cook auch schon angewandt. Damals hatten wir ein braunes 5L-Weinfaß. Das hat auch gut funktioniert, aber die blaue Waschmittelbox sieht irgendwie seriöser aus 🙂

Ein paar Wohnmobilisten kommen und gehen nach 1-2 Tagen wieder, oft sind wir ganz alleine in der Bucht.

Ioannis kommt jeden Tag zum Schwimmen. Er ist in Karlsruhe geboren und mit 13 nach Griechenland. Er war Offizier und stammt aus Thessaloniki, seine Frau kommt aber hier aus der Gegend, wo er nun wohnt. Er versorgt uns mit eigene Oliven, eine kleine Flasche Olivenöl und zwei lokale Schnäpse und frische Eier gibt es als Geschenk dazu. Wir können uns mit einer kleinen Flasche badischem Rotwein revanchieren und Iohannis zu einem kalten Bierchen einladen. Er erzählt uns viel über Hellas und gibt uns Tipps für unsere Tour über den Peleponnes. Rufnummern und Whatsapp-Daten werden getauscht – wir wollen uns nach der Peleponnes-Umrundung wieder treffen.Eines Morgens stürmt es sehr und wir wollen einen Ausflug an den nahen Trichoniga-See machen, den größten natürlichen See Griechenlands. Unser Navi schlägt uns 3 verschieden Routen vor. Wir nehmen die Kürzeste über die Berge. Leider fehlt dieser Straße irgendwann der Asphalt.Umdrehen wollen wir nicht und so fahren wir sehr langsam weiter. Die ‚Straße‘ wieder enger und holpriger.Rund 15 km geht es über die staubige Piste. Erinnerungen an Namibia werden wach, nur hatten wir dort einen Allrad-Geländewagen. Der Ducato schlägt sich aber tapfer.Dann geht es über eine klappernde Stahlbrücke…

Aber schließlich landen wir nach gut 2 Stunden Fahrt am See.

Hier ist es viel weniger windig als an der Küste, es hat aber mittags 38 Grad. Gut, dass wir direkt am See parken können, sogar eine Dusche hat es hier. Abwechselnd verbringen wir den Tag im See und unter unserem Sonnenschirm.Für die Rückfahrt wählen wir die längere, aber gut ausgebaute Strecke, die durch eine schöne Schlucht führt.Mit netten Felsenkirchlein..

Und schließlich landen wir wieder an unserer Traumbucht bei Kato Vasiliki. Nach 6 Tagen fühlen wir uns hier fast schon heimisch…

Aber wir wollen ja noch mehr sehen. Ein bißchen schweren Herzens verlassen wir ‚unsere‘ Bucht und fahren weiter entlang der Küste Richtung Nafpaktos. Von weitem sieht man die Brücke, die auf den Peloponnes führt.

Wir fahren aber zunächst daran vorbei, weil wir in Nafpaktos eine Apotheke aufsuchen wollen, Uschi hat eine blöde Entzündung im Mundraum und unsere Hausmittel wirken nicht. Wir werden aus Nafpaktos berichten!

Karte von openstreetmap

Juni 2018 GR Achéron-Préveza

Nach 6 Tagen Chillen und SUPen verlassen wir unsere Strandbucht bei FanariIm nahen Dörfchen kaufen wir in einem Miniladen das Notwendigste ein. Die Preise dort sind ziemlich happig, bis zu 20 – 30% teurer als in Deutschland. Außer Brot, das ist günstig: für einen großen Laib zahlen wir 1,80€. Dafür gilt auch ein ermäßigter Steuersatz von 13% – die Umsatzsteuer beträgt ansonsten hier 24%. Es ist sicher nicht einfach für die älteren Leute, die hier wohnen, mit ihrer nicht üppigen Einkünften diese Preise zu bezahlen.

Nach dem Einkauf steuern wie das Nekromanteion an: ein Totenorakel, in welchem die Lebenden die Toten befragen konnten. Der nahe Fluß Acheron war nach dem Glauben der alten Griechen eines der Grenzgewässer zum Totenreich. Unser Reiseführer von 2017 gibt als Eintrittspreis 2€ an, der wurde jetzt auf 8€ erhöht. Irgendwo muss das Geld ja herkommen, um Griechenlands Schulden zu tilgen.

Der Rundgang ist recht schnell erledigt. Ein paar alte Mauern hier, ein paar Amphoren da und auf das eigentliche Heiligtum haben die Christen im 18. Jahrhundert ein Kirchlein gebaut, welches leider verschlossen ist.

Unter dem ‚Heiligtum‘, das sich heute als recht schnöder Raum darstellt, befindet sich eine Krypta. Es wurden hier Hinweise auf eine Maschine gefunden, mit deren Hilfe die Orakelpriester für die Pilger die Schatten der Toten aus der Unterwelt auftauchen ließen. Leider gibt es die Maschine nicht mehr. Damit wäre das Ganze die 8€ pro Nase wert gewesen. So bleibt nur die Gewissheit, der Nation bei der Entschuldung etwas geholfen zu haben.

Auf dem Weg zum Parkplatz begegnet uns diese niedliche Schildkröte. Die laufen hier öfters frei herum.

Dann wollen wir den Totenfluß Acheron erkunden. Bei Gliki befindet sich der Eingang zur Schlucht Stená tou Acherónda. Zunächst führt der Weg durch einen dichten, verwunschenen Zauberwald 🙂

Angenehm kühl ist es hier. Die Vegetation gefällt, auch die manchmal etwas gruselig aussehenden Bäume. Hier und da plätschert der Acheron durch den Wald.

Dann endet der Pfad und es geht im Flußbett weiter

Rechts und links steigen die Felsen steil empor, es ist eine erfrischende Wanderung.

Es wird tiefer….

Irgendwann geht es nur noch schwimmend gegen eine ordentliche Strömung weiter. Mit unserem Rucksack geht das nicht, uns reicht es aber auch, wir sind schon recht weit gekommen. Diese Schluchtenwanderung ist wirklich etwas Besonderes und definitiv zu empfehlen!

Unser Park- und Übernachtungsplatz am Eingang der Schlucht mit Blick auf den hellblauen Acheron. Der sieht absolut nicht nach einem Totenfluß aus!

Nicht nur Hunde, Ziegen, Schafe, Kühe und Schildkröten dürfen frei herumlaufen. Auch Pferde: dieses schaut bei uns durch die Schiebetüre rein.Am nächsten Morgen fahren wir weiter Richtung Süden auf gut ausgebauten Straßen, hier mit Oleanderbüschen rechts und links. Schon morgens um 10 Uhr hat es 26 Grad, gegen Mittag über 30.

Und heute ist ein ‚Arbeitstag‘ geplant: zunächst ist wieder einmal große Wäsche angesagt. Bei Préveza finden wir einen Waschsalon mit diesem freundlichen Betreiber.

Er zeigt uns, wie die Maschinen funktionieren. Wir zahlen 8€ für 2 Waschmaschinenladung und 4€ für das Trocknen.

Das Ganze braucht etwas 2 Stunden Zeit. Wir nutzen diese, um in einer nahen Beach Bar mit recht schnellem Wifi unsere Geräte upzudaten, Fotos hochzuladen, den Blog zu schreiben, Bürokram und die Post zu erledigen. Hier ein ganz liebes Dankeschön an Melissa, die immer zuverlässig unsere Briefpost scannt und uns elektronisch zur Verfügung stellt und Patric, der sich um unsere Wohnung kümmert!

Wir bestellen leckeren Frappe. Es gibt schlimmere Arbeitsplätze.

Und dann ist die Wäsche fertig. Jetzt noch alles schön zusammenlegen, einräumen, Betten überziehen – bei 32 Grad. Wir jammern aber kein Stück.

Den nächsten Stopp gibt es beim Supermarkt. Uschi gelingt immer irgendwie das Kunststück, unseren Großeinkauf ordentlich im Bus zu verstauen.

Zum Abschluss fahren wir an den nahen Strand von Preveza.

Das Wetter ist recht stabil 🙂 und morgen wollen wir uns das Städtchen anschauen.

Nach knapp 2 Monaten haben wir 3027 km zurückgelegt. Die Durchschnittsgeschwindigkeit beträgt 45 km/h, die Fahrzeit 66:06 Std.

 

Mai 2018 Griechenland Sagiada-Fanari

Nur ein paar Kilometer nach der albanisch-griechischen Grenze finden wir kurz vor Sagiada eine kleine Bucht, da stellen wir uns gleich mal hin.

Ein paar andere deutsche und österreichische Camper sind auch da, man hat aber viel Platz, auch für die Einheimischen, die immer mal wieder kurz vorbeischauen und ins Wasser springen. Alles sehr freundlich, eine wirklich schöne Atmosphäre hier. Wir packen das SUP aus.

Kein Müll am Strand, der kommt immer schön in den Container. Und der Container wird am 3. Tag geleert. Von Uschi bekommen die Leute ein kleines Trinkgeld und freuen sich.Sogar eine Stranddusche hat es! Mit dem Wasser füllen wir auch unsere Tanks. Man muss ein wenig aufpassen, weil immer jede Menge Bienen von den nahen Bienenstöcken die Dusche bevölkern. Es herrscht aber auch hier ein harmonisches Miteinander. Niemand wird gestochen und als eine fette Kreuzspinne über Nacht ihr Netz an der Dusche spinnt und gleich mal 2 Bienen fängt und einwickelt, entferne ich kurzerhand die Killerspinne. Die Biene schwirren jetzt noch ein wenig fröhlicher, scheint es…

Ab und zu kommt eine kleine Herde Kühe vorbei  und morgens toben sich regelmäßig ein paar Ziegen aus, dazu gibt es hier ein kleines Video. Sehr unterhaltsam alles.Eine Heuschrecke findet Gefallen an unserem Bus und bleibt den ganzen Tag.

Sie passt gut auf den Camper auf, während wir morgens…… mittags (hier lieben Dank an das nette Paar aus Friedrichshafen, die dieses Bild geschossen und uns ein Brot mitgebracht haben)….… und abends immer wieder mit dem SUP unterwegs sind. Alles wirklich super entspannt hier. Wir wollen eigentlich gar nicht weiter, so etwas hatten wir in Albanien nicht.

Aber nach 4 Tagen gehen die Vorräte und das Trinkwasser zur Neige und wir fahren eine gute halbe Stunde nach Igoumenitsa zum Einkaufen.  Hier hat es einen großen, gut sortierten Lidl mit vielen lokalen Produkten. Etwas ungewohnt für uns: fast alle Waren sind ausschließlich in griechischer Schrift ausgezeichnet und bedruckt. So fühlt man sich also als Analphabet… Viele Waren sind aber selbsterklärend und wir kaufen ordentlich ein. Die Preise sind allerdings meist höher als in Deutschland – und als in Kroatien und Albanien sowieso. Erstaunlich, wenn man sich überlegt, dass die meisten Griechen nicht so viel verdienen. Der Liter Diesel kostet 1,45€, das Benzin 1,65€.Wir bekommen von einem Deutschen, der in der Nähe lebt, die Auskunft, dass man das Leitungswasser nicht trinken soll. Leider finden wir nirgends 7 oder 9 – Liter Gebinde zu kaufen, also holen wir, wie alle anderen, das Trinkwasser in 1,5 Liter – Sixpacks für 19 Cent. Das ist zwar billig, aber der Plastikmüll, der durch die Einwegflaschen entsteht, stört uns. Uschi testet deshalb mal die Brunnenqualität am Hafen. Schmeckt eigentlich ganz gut…

In den Cafés trinkt man in der Regel keinen Capuccino, sondern Café Frappé, der passt zum Klima viel besser. Und wir passen uns gerne den Gegebenheiten an. Es hat um 11 Uhr bereits 31 Grad in Igoumenitsa. Der Frappé kostet 2,50€, dazu bekommt man gekühltes Wasser in der Thermosflasche gereicht – das ist sicher auch Leitungswasser und schmeckt….

Nach einem Bummel durch die Stadt mit Einkauf beim Metzger und Bäcker fahren wir entlang der Küstenstraße Richtung Süden. Der angesteuerte Stellplatz ist belegt von 2 großen Pferdetransporter-Wohnmobilen und vielen Hunden, da wollen wir uns nicht dazu stellen. Also fahren wir noch eine halbe Stunde weiter entlang der gut ausgebauten Küstenstraße bis an eine Bucht südlich von Pérdika und finden diesen tollen Platz an einer Klippe neben einem rießigen Feigenbaum.

Am Strand ist nicht viel los, es hat über 30 Grad, das Wasser geschätzte 25 und ist kristallklar. Okay, hier bleiben wir erstmal!

Der Strand hier heisst übrigens Karavostasi Beach. Für die bald beginnende Saison werden gerade die Schirme und Liegen für den Verleih aufgestellt. Noch ist ist aber ruhig, auch in der Nacht. Am nächsten Tag ist das Wetter so lala. Gut, um die Umgebung ein wenig zu erkunden. Hier ein Blick von oben auf die Bucht:

Und auch hier: kein Müll am Strand!

Uschi nutzt das mittelmäßige Wetter, um unsere frischen Einkäufe in diverse Gerichte verwandeln und in Portionen einzufrieren. Und so landen Mischgemüse, Ratatouille, Bolognese, Karotten-Pilz-Sahnesauce und mehr zu späteren Verwendung in unserem Kühli.

Der nächste Morgen verspricht gutes Wetter und wir fahren weiter entlang der wunderschönen Küstenstraße, gesäumt von Oleanderbüschen. Nach kurzer Zeit finden wir direkt an der Straße eine Trinkwasserquelle und können umweltfreundlich unsere Behälter mit frischem Naß versorgen: 80 Liter im Tank und weitere 80 Liter in Flaschen.

Ein paar Kilometer weiter kommen wir an Párga vorbei, von dem es heisst, es sei das schönstgelegene Städtchen an der griechischen Westküste. Dieses Superlativ hat sich rumgesprochen: wie bekommen gerade noch so einen Platz für unseren Bus an der vollgeparkten Straße. Der Blick auf das 2.200-Seelen Dörfchen ist wirklich hübsch.

Es herrscht dort allerdings auch, wie zu erwarten, ein ordentlicher Trubel. Wir machen ein paar Einkäufe, laufen an den Touri-Kram-Läden vorbei und bummeln über die Promenade mit Blick auf den vollen Strand langsam wieder zurück zum Bus. Irgendwie ist uns das alles zu voll.

Mit park4night haben wir uns den nächsten Platz ausgesucht. Unser Navi führt uns an eine Art wilden Campingplatz in der Nähe des Dorfes Valanidorrachi bei Fanari. Dort stehen etliche Wohnwagen, allerdings nahezu ohne Leute. Ein Paar deutsche, holländische und französische Camper sind da, wir suchen uns auch einen netten Platz.

Eigentlich sehr cool hier. Sogar mit Stranddusche direkt am Bus.

Die Bucht schreit förmlich nach dem SUP-Einsatz.

Alles also bestens. Nur haben wir am nächsten Tag Lust auf einen Greek-Salat und kein Brot dazu. Unser Vollkorn- und Knäckebrot passt dazu einfach nicht. Aber, kein Problem: von dem netten Paar aus Sagiada hat Uschi ein Rezept für ein Fladenbrot bekommen, dass in der Pfanne gebacken werden kann – einschließlich der Zutaten Trockenhefe und Sesam, nochmal vielen Dank dafür! Mehl haben wir bereits besorgt und so  zaubert Uschi unser erstes im Bus gebackenes Brot: lecker!!

Am Wochenende wird es voller, die Wohnwagen ringsum füllen sich. Alles sehr entspannt hier, die Griechen freundlich. Ein Händler kommt vorbei und verkauft Gemüse, am nächsten Tag ein Auto mit frischen Brot im Kofferraum – sehr gutes Timing, Uschi’s  Selbstgebackenes ist schon verzehrt. Und dann werden uns noch Oliven und Olivenöl angeboten – wir kaufen ein. Ein paar streunende Hunde hat es auch, alle aber nett. Einer davon bleibt uns extrem treu und bewacht uns in der Nacht – vor dem Vollmond, der stundenlang angeknurrt und -gebellt wird. Am nächsten Morgen holt das tapfere Tier seinen verdienten Schlaf nach. Unser Mittagsschlaf fällt auch etwas ausgiebiger aus.

Die Bucht ist einfach die Wucht… Wir lernen nette Leute kennen. Das orthodoxe Pfingsten ist eine Woche später als in Deutschland, drum bleiben viele Griechen bis Montagabend hier, dann wird es wieder leerer. Ein Nachbar schenkt uns zum Abschied noch einen griechischen Wein – wir bleiben hier noch ein wenig…