Juni 2018 GR Préveza-Nafpaktos

Der Übernachtungsplatz bei Péveza war leider nicht so ruhig wie es am Abend schien: weiter hinten, dort wo der PKW steht, ist wohl ein beliebter Nachtparkplatz für Pärchen und bis 3 Uhr morgens fuhren immer wieder Auto auf der *knirschknirschknirsch* Schotterstraße vorbei. Ab 3 Uhr bellte dann der Hund von nebenan :-/   Der nächste Tag beginnt aber wieder mit bestem Sonnenschein, wir packen unser Roller aus.

und scootern nach Préveza, einer Kleinstadt am Eingang zum Ambrakischen Golf, der sich von hier aus 35 km weit landeinwärts erstreckt.

Die kleine Fußgängerzone lädt zum Bummeln ein und wir erstehen bei einem Bäcker ein leckeres Hefegebäck. Uschi, zuständig für das analoge Social Media und die Printmedien deckt sich mit neuer Hardware ein.

Wir schauen immer, wo die Einheimischen ihren Café trinken – dort ist meistens auf der Frappé gut und günstig. Wifi gibt es auch und so können wir Euch aus allen Kanälen berichten.

Und dann fahren wir unters Meer: ein mautpflichtiger Straßentunnel führt unter der Einfahrt zum Golf durch.

Ab geht es unter den Meeresspiegel!

Die Durchfahrt ist nicht spektakulär, alles bleibt trocken 🙂 Wir bezahlen den PKW-Tarif von 3€. Fahrzeuge, die  höher als 2,80m sind, kosten 7,50€.

Entlang der gut ausgebauten Küstenstraße fahren wir immer rund 1 Stunde und halten dann an einem Strand zum Schwimmen, SUPen, Chillen, Wandern, Kochen, Essen und Schlafen. Hier bei Kechropoleos mit Blick auf die Insel Lefkáda…

…bei Mitika mit Blick auf die Insel Kálamos

… weiter entlang der herrlichen Küstenstraße mit tollen Ausblicken… bis zu einer wie immer über park4night gefundenen Bucht, in der leider viele schrottige Wohnwagen stehen und eine Schweineherde frei herumläuft. Deren Hinterlassenschaften liegen überall herum. Dann nix wie weiter…… die Sraßen und die Aussichten sind nach wie vor genialund wir finden wieder einen netten Übernachtungsplatz oberhalb einer hübschen kleinen Bucht bei Astakos

Allerdings parkt man dort nicht direkt am Strand und zwischenzeitlich sind wir verwöhnt 😉  Also geht es am nächsten Tag weiter nach Kryoneri mit einem 1a Strandplatz, Duschen gibt es im nahen Dörfchen. Der Blick auf den großen Felsen ist beeindruckend.

Wir werden auch gleich wieder bewacht. Dafür gibt es ein Leckerli. Leider kläffen die Köter wieder nachts – grrrr.

Hier der Blick von Kryoneri auf unsere Übernachtungsbucht.

Nach 2 Tagen haben wir die Umgebung zu Fuß und mit dem SUP ausgiebig erkundet und so fahren wir einmal um den Felsen herum zum nächsten Ziel. Unterwegs finden wir einen Brunnen mit bestem Quellwasser und füllen unsere Tanks. Die Straßen sind recht gut, von kleinen Verlusten mal abgesehen.

Die nächste Bucht bei Kato Vasiliki ist der absolute Hammer. Wir parken auf einer Wiese, der Blick auf den Felsen ist noch grandioser als in Kryoneri. Es hat eine Stranddusche und keine kläffende Hunde. Hier bleiben wir!

Ringsum gibt es viele Klettermöglichkeiten. Bei tagsüber bis zu 36 Grad entscheiden wir uns aber mehr für Schwimmen und SUPen.

Das glasklare Wasser lädt dazu ein mit geschätzten 25 Grad.

Tagsüber kommen immer wieder Badegäste mit Auto oder Moped vorbei. Alles superfreundlich, man winkt und grüßt sich. Hält ein kleines Schwätzchen…

Warmwasser zum Waschen und Spülen erzeugen wir mit dieser hübschen Box, die eigentlich für Waschmittel vorgesehen ist. Einfach tagsüber auf die Motorhaube in die Sonne gestellt, hat man nach ein paar Stunden warmes Wasser. Den Trick haben wir mit unserem guten, alten James Cook auch schon angewandt. Damals hatten wir ein braunes 5L-Weinfaß. Das hat auch gut funktioniert, aber die blaue Waschmittelbox sieht irgendwie seriöser aus 🙂

Ein paar Wohnmobilisten kommen und gehen nach 1-2 Tagen wieder, oft sind wir ganz alleine in der Bucht.

Ioannis kommt jeden Tag zum Schwimmen. Er ist in Karlsruhe geboren und mit 13 nach Griechenland. Er war Offizier und stammt aus Thessaloniki, seine Frau kommt aber hier aus der Gegend, wo er nun wohnt. Er versorgt uns mit eigene Oliven, eine kleine Flasche Olivenöl und zwei lokale Schnäpse und frische Eier gibt es als Geschenk dazu. Wir können uns mit einer kleinen Flasche badischem Rotwein revanchieren und Iohannis zu einem kalten Bierchen einladen. Er erzählt uns viel über Hellas und gibt uns Tipps für unsere Tour über den Peleponnes. Rufnummern und Whatsapp-Daten werden getauscht – wir wollen uns nach der Peleponnes-Umrundung wieder treffen.Eines Morgens stürmt es sehr und wir wollen einen Ausflug an den nahen Trichoniga-See machen, den größten natürlichen See Griechenlands. Unser Navi schlägt uns 3 verschieden Routen vor. Wir nehmen die Kürzeste über die Berge. Leider fehlt dieser Straße irgendwann der Asphalt.Umdrehen wollen wir nicht und so fahren wir sehr langsam weiter. Die ‚Straße‘ wieder enger und holpriger.Rund 15 km geht es über die staubige Piste. Erinnerungen an Namibia werden wach, nur hatten wir dort einen Allrad-Geländewagen. Der Ducato schlägt sich aber tapfer.Dann geht es über eine klappernde Stahlbrücke…

Aber schließlich landen wir nach gut 2 Stunden Fahrt am See.

Hier ist es viel weniger windig als an der Küste, es hat aber mittags 38 Grad. Gut, dass wir direkt am See parken können, sogar eine Dusche hat es hier. Abwechselnd verbringen wir den Tag im See und unter unserem Sonnenschirm.Für die Rückfahrt wählen wir die längere, aber gut ausgebaute Strecke, die durch eine schöne Schlucht führt.Mit netten Felsenkirchlein..

Und schließlich landen wir wieder an unserer Traumbucht bei Kato Vasiliki. Nach 6 Tagen fühlen wir uns hier fast schon heimisch…

Aber wir wollen ja noch mehr sehen. Ein bißchen schweren Herzens verlassen wir ‚unsere‘ Bucht und fahren weiter entlang der Küste Richtung Nafpaktos. Von weitem sieht man die Brücke, die auf den Peloponnes führt.

Wir fahren aber zunächst daran vorbei, weil wir in Nafpaktos eine Apotheke aufsuchen wollen, Uschi hat eine blöde Entzündung im Mundraum und unsere Hausmittel wirken nicht. Wir werden aus Nafpaktos berichten!

Karte von openstreetmap

Juni 2018 GR Achéron-Préveza

Nach 6 Tagen Chillen und SUPen verlassen wir unsere Strandbucht bei FanariIm nahen Dörfchen kaufen wir in einem Miniladen das Notwendigste ein. Die Preise dort sind ziemlich happig, bis zu 20 – 30% teurer als in Deutschland. Außer Brot, das ist günstig: für einen großen Laib zahlen wir 1,80€. Dafür gilt auch ein ermäßigter Steuersatz von 13% – die Umsatzsteuer beträgt ansonsten hier 24%. Es ist sicher nicht einfach für die älteren Leute, die hier wohnen, mit ihrer nicht üppigen Einkünften diese Preise zu bezahlen.

Nach dem Einkauf steuern wie das Nekromanteion an: ein Totenorakel, in welchem die Lebenden die Toten befragen konnten. Der nahe Fluß Acheron war nach dem Glauben der alten Griechen eines der Grenzgewässer zum Totenreich. Unser Reiseführer von 2017 gibt als Eintrittspreis 2€ an, der wurde jetzt auf 8€ erhöht. Irgendwo muss das Geld ja herkommen, um Griechenlands Schulden zu tilgen.

Der Rundgang ist recht schnell erledigt. Ein paar alte Mauern hier, ein paar Amphoren da und auf das eigentliche Heiligtum haben die Christen im 18. Jahrhundert ein Kirchlein gebaut, welches leider verschlossen ist.

Unter dem ‚Heiligtum‘, das sich heute als recht schnöder Raum darstellt, befindet sich eine Krypta. Es wurden hier Hinweise auf eine Maschine gefunden, mit deren Hilfe die Orakelpriester für die Pilger die Schatten der Toten aus der Unterwelt auftauchen ließen. Leider gibt es die Maschine nicht mehr. Damit wäre das Ganze die 8€ pro Nase wert gewesen. So bleibt nur die Gewissheit, der Nation bei der Entschuldung etwas geholfen zu haben.

Auf dem Weg zum Parkplatz begegnet uns diese niedliche Schildkröte. Die laufen hier öfters frei herum.

Dann wollen wir den Totenfluß Acheron erkunden. Bei Gliki befindet sich der Eingang zur Schlucht Stená tou Acherónda. Zunächst führt der Weg durch einen dichten, verwunschenen Zauberwald 🙂

Angenehm kühl ist es hier. Die Vegetation gefällt, auch die manchmal etwas gruselig aussehenden Bäume. Hier und da plätschert der Acheron durch den Wald.

Dann endet der Pfad und es geht im Flußbett weiter

Rechts und links steigen die Felsen steil empor, es ist eine erfrischende Wanderung.

Es wird tiefer….

Irgendwann geht es nur noch schwimmend gegen eine ordentliche Strömung weiter. Mit unserem Rucksack geht das nicht, uns reicht es aber auch, wir sind schon recht weit gekommen. Diese Schluchtenwanderung ist wirklich etwas Besonderes und definitiv zu empfehlen!

Unser Park- und Übernachtungsplatz am Eingang der Schlucht mit Blick auf den hellblauen Acheron. Der sieht absolut nicht nach einem Totenfluß aus!

Nicht nur Hunde, Ziegen, Schafe, Kühe und Schildkröten dürfen frei herumlaufen. Auch Pferde: dieses schaut bei uns durch die Schiebetüre rein.Am nächsten Morgen fahren wir weiter Richtung Süden auf gut ausgebauten Straßen, hier mit Oleanderbüschen rechts und links. Schon morgens um 10 Uhr hat es 26 Grad, gegen Mittag über 30.

Und heute ist ein ‚Arbeitstag‘ geplant: zunächst ist wieder einmal große Wäsche angesagt. Bei Préveza finden wir einen Waschsalon mit diesem freundlichen Betreiber.

Er zeigt uns, wie die Maschinen funktionieren. Wir zahlen 8€ für 2 Waschmaschinenladung und 4€ für das Trocknen.

Das Ganze braucht etwas 2 Stunden Zeit. Wir nutzen diese, um in einer nahen Beach Bar mit recht schnellem Wifi unsere Geräte upzudaten, Fotos hochzuladen, den Blog zu schreiben, Bürokram und die Post zu erledigen. Hier ein ganz liebes Dankeschön an Melissa, die immer zuverlässig unsere Briefpost scannt und uns elektronisch zur Verfügung stellt und Patric, der sich um unsere Wohnung kümmert!

Wir bestellen leckeren Frappe. Es gibt schlimmere Arbeitsplätze.

Und dann ist die Wäsche fertig. Jetzt noch alles schön zusammenlegen, einräumen, Betten überziehen – bei 32 Grad. Wir jammern aber kein Stück.

Den nächsten Stopp gibt es beim Supermarkt. Uschi gelingt immer irgendwie das Kunststück, unseren Großeinkauf ordentlich im Bus zu verstauen.

Zum Abschluss fahren wir an den nahen Strand von Preveza.

Das Wetter ist recht stabil 🙂 und morgen wollen wir uns das Städtchen anschauen.

Nach knapp 2 Monaten haben wir 3027 km zurückgelegt. Die Durchschnittsgeschwindigkeit beträgt 45 km/h, die Fahrzeit 66:06 Std.

 

Mai 2018 Griechenland Sagiada-Fanari

Nur ein paar Kilometer nach der albanisch-griechischen Grenze finden wir kurz vor Sagiada eine kleine Bucht, da stellen wir uns gleich mal hin.

Ein paar andere deutsche und österreichische Camper sind auch da, man hat aber viel Platz, auch für die Einheimischen, die immer mal wieder kurz vorbeischauen und ins Wasser springen. Alles sehr freundlich, eine wirklich schöne Atmosphäre hier. Wir packen das SUP aus.

Kein Müll am Strand, der kommt immer schön in den Container. Und der Container wird am 3. Tag geleert. Von Uschi bekommen die Leute ein kleines Trinkgeld und freuen sich.Sogar eine Stranddusche hat es! Mit dem Wasser füllen wir auch unsere Tanks. Man muss ein wenig aufpassen, weil immer jede Menge Bienen von den nahen Bienenstöcken die Dusche bevölkern. Es herrscht aber auch hier ein harmonisches Miteinander. Niemand wird gestochen und als eine fette Kreuzspinne über Nacht ihr Netz an der Dusche spinnt und gleich mal 2 Bienen fängt und einwickelt, entferne ich kurzerhand die Killerspinne. Die Biene schwirren jetzt noch ein wenig fröhlicher, scheint es…

Ab und zu kommt eine kleine Herde Kühe vorbei  und morgens toben sich regelmäßig ein paar Ziegen aus, dazu gibt es hier ein kleines Video. Sehr unterhaltsam alles.Eine Heuschrecke findet Gefallen an unserem Bus und bleibt den ganzen Tag.

Sie passt gut auf den Camper auf, während wir morgens…… mittags (hier lieben Dank an das nette Paar aus Friedrichshafen, die dieses Bild geschossen und uns ein Brot mitgebracht haben)….… und abends immer wieder mit dem SUP unterwegs sind. Alles wirklich super entspannt hier. Wir wollen eigentlich gar nicht weiter, so etwas hatten wir in Albanien nicht.

Aber nach 4 Tagen gehen die Vorräte und das Trinkwasser zur Neige und wir fahren eine gute halbe Stunde nach Igoumenitsa zum Einkaufen.  Hier hat es einen großen, gut sortierten Lidl mit vielen lokalen Produkten. Etwas ungewohnt für uns: fast alle Waren sind ausschließlich in griechischer Schrift ausgezeichnet und bedruckt. So fühlt man sich also als Analphabet… Viele Waren sind aber selbsterklärend und wir kaufen ordentlich ein. Die Preise sind allerdings meist höher als in Deutschland – und als in Kroatien und Albanien sowieso. Erstaunlich, wenn man sich überlegt, dass die meisten Griechen nicht so viel verdienen. Der Liter Diesel kostet 1,45€, das Benzin 1,65€.Wir bekommen von einem Deutschen, der in der Nähe lebt, die Auskunft, dass man das Leitungswasser nicht trinken soll. Leider finden wir nirgends 7 oder 9 – Liter Gebinde zu kaufen, also holen wir, wie alle anderen, das Trinkwasser in 1,5 Liter – Sixpacks für 19 Cent. Das ist zwar billig, aber der Plastikmüll, der durch die Einwegflaschen entsteht, stört uns. Uschi testet deshalb mal die Brunnenqualität am Hafen. Schmeckt eigentlich ganz gut…

In den Cafés trinkt man in der Regel keinen Capuccino, sondern Café Frappé, der passt zum Klima viel besser. Und wir passen uns gerne den Gegebenheiten an. Es hat um 11 Uhr bereits 31 Grad in Igoumenitsa. Der Frappé kostet 2,50€, dazu bekommt man gekühltes Wasser in der Thermosflasche gereicht – das ist sicher auch Leitungswasser und schmeckt….

Nach einem Bummel durch die Stadt mit Einkauf beim Metzger und Bäcker fahren wir entlang der Küstenstraße Richtung Süden. Der angesteuerte Stellplatz ist belegt von 2 großen Pferdetransporter-Wohnmobilen und vielen Hunden, da wollen wir uns nicht dazu stellen. Also fahren wir noch eine halbe Stunde weiter entlang der gut ausgebauten Küstenstraße bis an eine Bucht südlich von Pérdika und finden diesen tollen Platz an einer Klippe neben einem rießigen Feigenbaum.

Am Strand ist nicht viel los, es hat über 30 Grad, das Wasser geschätzte 25 und ist kristallklar. Okay, hier bleiben wir erstmal!

Der Strand hier heisst übrigens Karavostasi Beach. Für die bald beginnende Saison werden gerade die Schirme und Liegen für den Verleih aufgestellt. Noch ist ist aber ruhig, auch in der Nacht. Am nächsten Tag ist das Wetter so lala. Gut, um die Umgebung ein wenig zu erkunden. Hier ein Blick von oben auf die Bucht:

Und auch hier: kein Müll am Strand!

Uschi nutzt das mittelmäßige Wetter, um unsere frischen Einkäufe in diverse Gerichte verwandeln und in Portionen einzufrieren. Und so landen Mischgemüse, Ratatouille, Bolognese, Karotten-Pilz-Sahnesauce und mehr zu späteren Verwendung in unserem Kühli.

Der nächste Morgen verspricht gutes Wetter und wir fahren weiter entlang der wunderschönen Küstenstraße, gesäumt von Oleanderbüschen. Nach kurzer Zeit finden wir direkt an der Straße eine Trinkwasserquelle und können umweltfreundlich unsere Behälter mit frischem Naß versorgen: 80 Liter im Tank und weitere 80 Liter in Flaschen.

Ein paar Kilometer weiter kommen wir an Párga vorbei, von dem es heisst, es sei das schönstgelegene Städtchen an der griechischen Westküste. Dieses Superlativ hat sich rumgesprochen: wie bekommen gerade noch so einen Platz für unseren Bus an der vollgeparkten Straße. Der Blick auf das 2.200-Seelen Dörfchen ist wirklich hübsch.

Es herrscht dort allerdings auch, wie zu erwarten, ein ordentlicher Trubel. Wir machen ein paar Einkäufe, laufen an den Touri-Kram-Läden vorbei und bummeln über die Promenade mit Blick auf den vollen Strand langsam wieder zurück zum Bus. Irgendwie ist uns das alles zu voll.

Mit park4night haben wir uns den nächsten Platz ausgesucht. Unser Navi führt uns an eine Art wilden Campingplatz in der Nähe des Dorfes Valanidorrachi bei Fanari. Dort stehen etliche Wohnwagen, allerdings nahezu ohne Leute. Ein Paar deutsche, holländische und französische Camper sind da, wir suchen uns auch einen netten Platz.

Eigentlich sehr cool hier. Sogar mit Stranddusche direkt am Bus.

Die Bucht schreit förmlich nach dem SUP-Einsatz.

Alles also bestens. Nur haben wir am nächsten Tag Lust auf einen Greek-Salat und kein Brot dazu. Unser Vollkorn- und Knäckebrot passt dazu einfach nicht. Aber, kein Problem: von dem netten Paar aus Sagiada hat Uschi ein Rezept für ein Fladenbrot bekommen, dass in der Pfanne gebacken werden kann – einschließlich der Zutaten Trockenhefe und Sesam, nochmal vielen Dank dafür! Mehl haben wir bereits besorgt und so  zaubert Uschi unser erstes im Bus gebackenes Brot: lecker!!

Am Wochenende wird es voller, die Wohnwagen ringsum füllen sich. Alles sehr entspannt hier, die Griechen freundlich. Ein Händler kommt vorbei und verkauft Gemüse, am nächsten Tag ein Auto mit frischen Brot im Kofferraum – sehr gutes Timing, Uschi’s  Selbstgebackenes ist schon verzehrt. Und dann werden uns noch Oliven und Olivenöl angeboten – wir kaufen ein. Ein paar streunende Hunde hat es auch, alle aber nett. Einer davon bleibt uns extrem treu und bewacht uns in der Nacht – vor dem Vollmond, der stundenlang angeknurrt und -gebellt wird. Am nächsten Morgen holt das tapfere Tier seinen verdienten Schlaf nach. Unser Mittagsschlaf fällt auch etwas ausgiebiger aus.

Die Bucht ist einfach die Wucht… Wir lernen nette Leute kennen. Das orthodoxe Pfingsten ist eine Woche später als in Deutschland, drum bleiben viele Griechen bis Montagabend hier, dann wird es wieder leerer. Ein Nachbar schenkt uns zum Abschied noch einen griechischen Wein – wir bleiben hier noch ein wenig…

Mai 2018 Albanien Süd

Die Wetterprognose ist schlecht, deshalb  fahren wir heute nicht über den Pass zur ‚albanischen Riviera‘, sondern ein paar Kilometer bis zur Ortschaft Orikum. Eine gute Entscheidung: fette Wolken ziehen auf und lassen die Berge verschwinden, später schüttet es wie aus Kübeln. Im Bus ist es trocken und gemütlich, Uschi kocht etwas Leckeres, wie schauen mal wieder ein wenig ‚Game of Thrones‘, bloggen, so vergeht der Tag…In der Nacht lässt das Gewitter nach und am nächsten Morgen präsentiert sich die Umgebung im schönsten Sonnenschein.Die Wasserlachen zeugen noch vom Unwetter. Das ist übrigens die Hauptstraße durch Orikum. Wir bewegen uns im Schnitt mit deutlich unter 40km/h durch Albanien. Solche Pfützen sind besonders gemein, weil man nicht sieht, wie tief das Loch darunter ist.Beim Verlassen des Ortes wird die Straße auf einmal viel besser und schraubt sich in steilen Kehren auf den 1027 Meter hohen Llogara-Pass. Kurz vor dem Pass gibt es eine Quelle mit bestem Llogara-Wasser, hier füllen wir unsere Vorräte auf – die großen und auch die kleinen Behältnisse. Hierbei liebe Grüße an meine Nichte! 🙂Oben angekommen hat man einen weiten Blick auf die Rivieraküste und die hellen Strände.Etwas unterhalb vom Pass wurde eine Basis für Gleitschirmflieger angelegt. Von dort aus sieht man den großen Strand von Palase mit einer großen Baustelle. Dort fahren wir hin.Eine neue, gut geteerte Straße führt von der Küstenstraße an den Strand. Das Wetter ist super, hier bleiben wir erstmal. In der Nachbarschaft haben wir eine sehr nachlässig zusammengezimmerte Strandbude – selbst mit meinen bescheidenen handwerklichen Fähigkeiten hätte ich das wohl besser hinbekommen. Außerdem liegt jede Menge Gerümpel von verlassenen Strandbuden oder ähnlichem herum – und leider auch wieder Müll.Der Kiesstrand ist aber in Ordnung und das Wasser sauber und kühl.So stehen zwei Tage Strandleben nichts entgegen. Ein Ehepaar aus Rosenheim kommt mit dem Camper vorbei und wir packen das SUP aus. Platz gibt es am Strand genügend.Die Baustelle des ‚Green Valley Resort‘ ist weit genug weg und kaum hörbar. Diesem Resort verdanken wir die gute Straße bis zum Strand, früher war das nur ein Schotterweg.  Das Projekt ist gigantisch, es entstehen unzählige große, luxeriöse Häuser und ein 5* – Hotel. Wenn das Ganze einmal fertig ist, wird es wohl nichts mehr mit freiem Übernachten am Strand.

Die Umgebung ist schnell erkundet. Wie überall in Albanien stösst man auf die kleinen Minibunker. Sie sehen aus wie Pilze, wurde vorgefertigt und zwischen 1972 und 1984 aufgebaut. Drinnen kann man gerade mal so zu viert stehen – die meisten sind aber voll mit Geröll oder Müll.

Nach 2 Tagen Strandleben fahren wir weiter entlang der oftmals sehr steilen, aber gut ausgebauten Küstenstraße und halten an einem Parkplatz in der Nähe des Klosters ‚Manastiri Thodores‘. Der Spazierweg zum Kloster ist die am besten ausgebaute ‚Straße‘, die wir bisher in Albanien hatten.

Das Kloster selbst in verschlossen – von außen, mit einem Vorhängeschloss. Es gibt einen Wanderpfad an eine Strandbucht, den möchten wir eigentlich gehen. Aber es fängt an zu regnen, also schauen wir, was es sonst noch so gibt, an der albanischen Riviera.

Da wäre zum Beispiel  in der Bucht Porto Palermo eine gut erhaltene Festung. Der Herrscher Ali Pascha Tepelena ließ diese im Rahmen seiner Unabhängigkeitsbestrebungen vom Osmanischen Reich um 1800 erbauen und hat sie später der Royal Navi als Basis angeboten.

Zu kommunistischen Zeiten entstand in der Nähe wieder einmal ein Bunker, diesmal aber für U-Boote. Leider kann man das 650m lange und 12m hohe Bauwerk nicht besichtigen.

So schauen wir uns die Festung an, der Eintritt ist mit rund 80 Cent überschaubar.Entlang der Küstenstraße machen wir kleine Abstecher in Landesinnere…

… man trifft selten andere Menschen, dafür aber immer wieder Pferde, Esel, Ziegen und Kühe.

Die Straße ist nach wie vor gut ausgebaut, manchmal fehlt aber ein Stück.

So kommen wir in den Ort Sarande, der uns aber überhaupt nicht gefällt. Große, alte und neue Hotels und Wohnbauten bestimmen den Ort. Die Straßen sind eng, einen Parkplatz für unseren Bus gibt es nicht. Dafür wieder einmal Straßenbauarbeiten mit einer abenteuerlichen Umleitung.

Dann fahren wir eben weiter, diese Mopeds mit vorne angeschweißten Handkarren sieht man übrigens oft hier. Auf der kleinen Ladepritsche vorne wird immer viel Material und auch mal eine ganze Familie transportiert.Es ist jetzt nicht mehr weit bis nach Griechenland. Unsere letzten albanischen LEK tauschen wir an einer Tankstelle gegen Diesel ein. Mit rund 1,33€ / Liter ist der teurer als in Deutschland. Die Straßen werden in Richtung Grenze immer leerer. Trozdem muss man aufpassen, da immer wieder Tiere auf der Fahrbahn stehen.Die letzten Kilometer sind wir vollkommen alleine unterwegs. Man merkt, dass es hier 40 Jahre lang überhaupt keinen Grenzverkehr gab, weil das Land abgeriegelt war. Am Zoll gibt es keine Wartschlange, die Formalitäten sind schnell erledigt und wir sind in Griechenland!

Durch Albanien sind wir schneller durch als gedacht. Es war interessant, aber es gab auch keinen Ort, an dem es uns längere Zeit gehalten hat. Am meisten gestört hat uns der Müll, der überall herumliegt. Dabei hat Albanien die größte Müllcontainerdichte, die wir jemals in einem Land gesehen haben. Wirklich alle paar hundert Meter stehen große Container an der Straße, meist leer. Außerdem war das Einkaufen etwas mühsam. Gemüse und Obst gibt es überall zu günstigen Preisen an kleinen Ständen. Aber Wurst, Fleisch, Käse war in den Minimärkten nicht erhältlich oder in schlechter Qualität. Große Supermärkte gibt es nicht viele und waren in manchen Orten stark überteuert – zum Teil mit doppelt und dreifach so hohen Preisen wie in Deutschland. Eine Ausnahme machte der SPAR in einem nagelneuen Einkaufszentrum. Wir wünschen Albanien, dass es sich in dieser Richtung weiterentwickelt. Die Menschen waren hier oft ausgesprochen freundlich und wir haben unser immer absolut sicher gefühlt.

Karte von Openstreetmap

Mai 2018 Albanien Nord

Erst seit den 90er Jahren kann man Albanien bereisen, zuvor waren die Grenzen 40 Jahre geschlossen. Den Grenzübergang, den wir ohne Probleme passieren, liegt auf der Hauptroute zu Montenegro und ist trotzdem winzig. Schwerlastverkehr gibt es keinen.

Direkt nach der Grenze sieht man Bauern, die ihre Wiese mit der Handsense mähen, einzelne Kühe, Ziegen und Schafe grasen neben kleinen Gehöften. An der Grenze frage ich nach einer Wechselstube oder Bank – beides gibt es dort nicht. Ich werde in ‚die City‘ verwiesen. Und so fahren wir nach Shkoder, schlagen uns durch den chaotischen Straßenverkehr und finden eine Bank und einen Internetladen, wo wir uns eine SIM-Karte kaufen. Die Verständigung auf englisch klappt gut. Für 8€ gibt es 15 GB, nicht schlecht.

In einer Parkanlage mitten in der Stadt grast Mutter Pferd mit Fohlen.

Wir finden einen kleinen Markt und decken uns mit frischen Oliven (eine ordentliche Tüte für rund 1€), Kirschen für 55 Cent und Olivenöl für 1,50€ ein. Alles sind ca. – Preise, gezahlt wird in LEK und 100 LEK sind 80 Cent. Die Verständigung erfolgt mit Händen uns Füßen – oder so ähnlich. Immerhin telefoniert die Verkäuferin nebenbei ganz locker.Zum Ankommen in Albanien steuern wir den überall empfohlenen Campingplatz Legjenda bei Shkoder an und werden megafreundlich von der hübschen Tochter des Hauses empfangen. Für 6€ pro Person und 3€ für das Mobil bekommt man einen Stellplatz mit Poolblick, saubere, großzügige Sanitäreinrichtungen und WLAN (allerdings sehr langsam). Der Platz ist mit sehr viel Liebe angelegt und die englischsprechenden Betreiber sind superfreundlich.

Man kann dort wohl auch gut in einem Restaurant speisen, bei uns gibt es heute aber leckere Spaghetti Carbonara nach Art des Hauses 🙂  und dazu Jana-Mineralwasser aus Kroatien. Hier liebe Grüße an meine Nichte :-*Am nächsten Tag fahren wir mit unseren Scootern nochmal in die Stadt und fallen dort nicht wenig auf.

Wir finden abseits des Straßentrubels ein lauschiges Café, der Cappuccino ist eher ein sehr starker Mokka mit aufgeschäumter Milch. Aber nicht unlecker und günstig: knapp 1€ inklusive Wasser.

Das Café liegt neben der alten, einspurigen Holzbrücke, über die bis 2011 noch der gesamte Verkehr von und nach Montenegro floss. Heute dient sie als Fußgängerbrücke und führt zum Romaviertel.

Dann erklimmen wir den Hügel zur Besichtigung der Rozafa-Festung.  Der Name beruht auf einer alten Legende: die Bautätigkeiten wollten damals kein Ende nehmen und die 3 verbrüderten Bauherren beschlossen, dass jene Frau, welche am nächsten Tag zuerst das Essen bringt, eingemauert werden soll, um die für das Bauwesen verantwortlichen Götter gnädig zu stimmen. Die beiden älteren Brüder weihten ihre Frauen ein und so traf es die junge Rozafa.

Es ist wohl nicht überliefert, ob das Opfer Erfolg hatte. Wenn ja, sollte man das für den hiesigen Straßenbau überdenken. Die Aussicht von der Rozafa-Festung ringsum ist jedenfalls toll.

Hier sieht man rechts unten von der Bildmitte unseren Bus auf dem Campingplatz.Und hier ein Blick auf die alte Holzbrücke und die City.

So arg viel ist von der Festung allerdings nicht erhalten.

Nach 2 Tagen fahren wir ein Stück weiter zur kleinen Stadt Shengjin, dort gibt es eine gute Möglichkeit, unter Pinien am Strand frei zu stehen.Der Sandstrand ist ganz nett. Das Wasser ist warm, ich schätze um die 25 Grad, aber ist durch herumschwimmende Wasserpflanzen und leider auch Müll nicht so einladend. Wir sind durch 4 Wochen Kristallwasser in Kroatien aber auch verwöhnt. Gut, dass ein leichter kühler Wind geht, da sparen wir uns das baden.Auf den Bilder kommt es gar nicht so raus, aber der Müll ist leider überall. Teils wird er vom Meer angeschwemmt, wir beobachten aber auch, dass die Leute ihr Zeug einfach liegen lassen, wenn sie den Strand verlassen. Manche packen noch alles in einen Plastiksack, legen den aber irgendwo am Strand ab. Dann kommen die hier überall freilaufenden Hunde und zerfledern den Sack auf der Suche nach Essbarem. Dabei stehen an der Straße alle paar hundert Meter große Müllcontainer, wir verstehen das nicht.Die freilaufenden Hunde haben hier einen netten Charakter, bleiben selbst immer auf Distanz, freuen sich aber, wenn man ihnen einen Happen zuwirft. Wir lernen Fatjon und Donika kennen, sie wohnen mit ihrer Familie in der Nähe und sprechen gut deutsch. Sie haben es wie viele andere als Flüchtlinge probiert und wir haben sehr interessante Gespräche. Sie schwärmen und träumen von Deutschland, versuchen aber in ihrer Heimat ein Business aufzubauen. Sie laden uns zu Kirschen ein und Fatjon gibt mir seine Handy-Nr., falls wir irgendwo in Albanien Probleme haben, sollen wir ihn unbedingt anrufen. Wir wünschen der netten Familie viel Glück!Nach einer ruhigen Nacht fahren wir ein Stück weiter südwärts nach Tale, in der Hoffnung, der Strand ist dort nicht so vermüllt. Es ist tatsächlich nicht ganz so schlimm, vermutlich, weil dort jetzt in der Vorsaison auch viel weniger Leute sind als am Stadtstrand von Shengjin. Im Hochsommer ist es hier voll, vor allem mit Urlaubern aus dem Kosovo.

Bei Tale stehen einige Großbunker. Die kleinen Bunker sieht man in Albanien überall. Nachdem 1968 alle Beziehungen zu anderen Länder abgebrochen waren, befürchtete man eine Invasion und plante den Bau von 750.000 Bunker für je 4 Personen sowie diverse Großbunker. Letztlich umsonst, kein anderes Land hatte Interesse an Albanien. Insbesondere die 4-Personenbunker erinnern an Loriots Bunker K2000.Bei dem ganzen Rumfahren wird unser Bus ordentlich schmutzig. Ich würde den ja gerne selbst waschen, dass ist in Albanien aber nicht möglich. Dafür gibt es überall Lavazahs mit Service.Man kann sich dran gewöhnen: der Bus wird im Hintergrund für 5€ gewaschen und gewienert, vorne trinkt man für 80 Cent einen Mokka-Milchschaum-Cappuccino.Die nächste Stadt, die wir uns anschauen, ist Lezha. Dort sind auch am Sonntag aller Geschäfte auf, mit Ausnahme der Post. Sorry, liebe Leute, auf die Postkarten aus Albanien müsst ihr noch ein wenig warten.Wir machen ein paar Einkäufe, ein großes Brot kostet 80 LEK, also rund 60 Cent. Importierte Ware hat allerdings den gleichen Preis wie in Deutschland.In Lezha gibt es auf einem Hügel ein restauriertes Franziskanerkloster aus dem 13. Jahrhundert und ein Mausoleum nebst Ruinen der St.Nikolaus-Kirche anzuschauen, als Gedenkstätte für Skanderbeg, der im 15.Jahrhundert jahrzehntelang die Einnahme des Landes durch die Osmanen verhindert hat.Nach einem ausgiebigen Stadtbummel gehen wir wieder zu unserem Bus. Es empfiehlt sich, gut auf den Weg zu achten.Was wir bisher nicht einkaufen konnten, war Wurst und Fleisch, wie wir es mögen. Und der Vorrat aus Kroatien wird weniger. Es gibt zwar überall kleine Läden, die Wurst schaut dort aber nicht gut aus und Fleisch gibt es, wenn überhaupt, nur aus Tiefkühltruhen. Oftmals nicht eingepackt oder abgelaufen. Große Supermärkte gibt es kaum. Wir finden in Durres einen Conad-Supermarkt in einem Einkaufzentrum aus der 60er Jahren. Wir wundern uns zunächst, dass der kleine Parkplatz davor leer ist und wir trotzdem von einem eigenen Wachmann eingewiesen werden. Später wissen wir warum: der italienische Supermarkt hat zwar die gewohnte Auswahl, alles kostet aber 2 bis 4 Mal soviel wie in Italien. Etwas weiter südlich versuchen wir unser Glück im nagelneuen VIVA – Einkaufszentrum. Dort gibt es einen SPAR mit breiter Auswahl und günstigen Preisen, super – der Kühlschrank kann gefüllt werden.Unterwegs ist die Landschaft eher langweilig. Und die Straßen sind meistens eine Katastrophe. Auf Bilder sieht man das nicht gut, drum gibt es hier und hier und hier einige Videos auf Youtube.

Das Gerüttel tut auch dem Innenausbau nicht gut. Die Hängeschränke auf einer Seite lösen sich in der Mitte, wir hatten damit schon einmal Probleme. Man sieht zwar, dass die Schrauben innen nicht greifen, wir können da aber momentan nichts ändern, auch nicht mit größeren Schrauben – und hoffen, dass der Schrank trotzdem hält, bis wir den professionell reparieren lassen können.Wir versuchen einige Abstecher zum Strand, aber die Gegenden sind eher düster, es hat Müll, Schrott, hässliche Häuser und Ruinen.

Wir fahren an einige der neuen Hotelstrände, hier gefällt es uns aber auch nicht und es hat keine schöne Übernachtungsmöglichkeiten.Und so haben wir das erste Mal einen richtig langen Fahr-Tag. Am späten Nachmittag wollen wir nicht mehr weiter und steuern südlich von Vlore einen Campingplatz an, wo wir eine ruhige Nacht verbringen wollen. Der Campingplatz für 15€ ist mäßig schön, aber es sitzt sich gut bei einem mitgebrachten Schlummerdrunk auf einer Terrasse direkt am Bus mit Blick auf ein spektakulär heraufziehendes Gewitter.

Wir sind nach der ganztägigen Durchfahrt durch den Mittelteil von Albanien jetzt schon relativ weit im Süden. Die Freundlichkeit der Menschen hier ist manchmal beeindruckend: wir werden oft unterwegs gegrüßt und es wird gewunken. Vor uns liegt die albanische Rivera, mal schauen, wie es dort aussieht. Wir freuen uns, wenn ihr wieder dabei seid!  🙂  Vielen Dank auch für die netten Kommentare und Mails von Euch!

Mai 2018 Montenegro

Der Grenzübergang von Kroatien nach Montenegro ist oft mit langen Wartenzeiten verbunden, das haben wir von anderen Reisenden gehört.  Wir brauchen trotz einem cholerischen kroatischen Zöllner immerhin nur eine halbe Stunde. Bei der Einreise in Montenegro wird man direkt von einem Schild begrüßt, dass freies Campen überall verboten ist. Die Anzahl der möglichen Plätze ist in park4night deshalb relativ gering. Die Straßen hier sind winzig und teilweise in einem unglaublich schlechten Zustand. Wir fahren auf einen Platz bei Ulcinj und benötigen für rund 80km gut 2 Stunden.

Der Parkplatz kostet laut Preistafeln tagsüber 2€ und nachts 2€. Ja, Euro! Montenegro ist zwar noch kein EU-Mitglied, verwendet aber mangels eigener Währung den Euro. Vom Parkplatz hat man einen tollen Blick auf die Stadt und es kommt niemand vorbei, um die Gebühr zu kassieren.  Statt Glockengeläut ertönt der Gesang des Muezzins.

Unten gibt es eine nette Altstadt, die allerdings fast ausschließlich aus Restaurants besteht, eine kleine Flaniermeile, einen Hafen und einen Strand. Die Kugel Eis kostet 50 Cent, ein großes Brot, von dem wir sicher viele Tage essen, 60 Cent. Die Spritpreise sind dagegen wie in Kroatien: rund 1,20€ für den Liter Diesel.

Der tagsüber ruhige Parkplatz wird gegen abend von jungen Männer bevölkert, die mit ihren Auto wilde Runden drehen und die überall herumstreunenden Katzen übel behandeln. Hier wollen wir dann doch nicht übernachten. Wir fahren ein paar Kilometer aus der Stadt raus und finden diesen lauschigen Platz am Meer. Es ist hier nichts los, aber die WC-Anlagen und Strandduschen sind in Betrieb – prima!Am nächsten Morgen fahren wir weiter Richtung Albanien, dort ist das freie Stehen und Campen wohl kein Pronblem. Die Straßen sind abenteuerlich eng, die Baustellen oft ungesichert. Es hat Gräben und Schlaglöcher. Außerdem ist die Straße nach Albanien gerade wegen Bauarbeiten komplett gesperrt. Durch die freundliche Unterstützung von Einheimischen finden wir die ‚Umleitung‘, wir müssen wieder 20km an der Küste zurück und dann über kilometerlange Schleichwege durch das Gebirge.

Nach 50km und gut 1,5 Stunden Fahrt sind wir an der Grenze zu Albanien

Die Kennzeichen schauen in Montenegro sehr ähnlich aus, wie in Deutschland, nur der TÜV-Stempel fehlt 🙂  Den würden hier etliche Fahrzeuge auch sicher nicht bekommen. Unsere Stippvisite in Montenegro war kurz, nicht zuletzt durch das Campingverbot und der abendlichen Situation bei Ulcinj. Außerdem hat das Wetter zur Weiterfahrt eingeladen. Die Leute in Montenegro, die wir bei unserem kurzen Besuch trafen, waren freundlich, die Preise günstig. Wir sind jetzt aber sehr gespannt auf Albanien – und werden berichten!

 

Fazit Kroatien

Kroatien hat uns gut gefallen!

Die Straßen sind zu 95% absolut top, im Schnitt besser ausgebaut und gepflegt als in Deutschland. Lediglich in machen Kommunen gibt es schlechte Straßen und Schlaglöcher. Die Küstenstraße zu fahren ist ein Traum: der Straßenzustand ist fast durchweg super, die Aussichten grandios, es hat relativ wenig Verkehr. Man sollte oder muss sich allerdings Zeit nehmen: sehr oft ist das Tempolimit 50, 60 oder 70 km/h – das passt aber auch sehr gut zum entspannten Cruisen und man sieht viel von der Umgebung. Auf der mautpflichtigen Autobahn waren wir nur kurz unterwegs, auch die war top ausgebaut.

Einkaufen ist an 7 Tagen die Woche möglich, oft bis 21 Uhr. Neben vielen kleinen Geschäften gibt es die großen Supermärkte von Konzum, Plodine, Thommy, Kaufland, Spar und Lidl. Letzterer hat auch viele kroatische Produkte und Spezialitäten zum gewohnt günstigen Lidl-Preis. Bei den großen Konzumfilialen gibt es eine Grilltheke, dort kann man günstig lecker gegrilltes Spanferkelfleisch und anderes kaufen. Kroaten lieben offensichtlich Spanferkel, überall an den Straßenrestaurants werden diese gegrillt und mehr oder weniger dekorativ angeboten. Bei Konzum schmecken die aber, wie gesagt, auch sehr lecker. Cevapcici ist an jeder Ecke und bei jedem Fleischer zu bekommen. Wie haben davon etliche mit Ayvar vertilgt, das gehört zu Kroatien einfach dazu! Die Drogeriekette DM ist in Kroatien gut vertreten, auf den Vorrat unserer liebsten DM-Produkten hätten wir also verzichten können. Den Heimwerkermarkt Bauhaus gibt es auch hier. Wir waren in einer Filiae bei Zadar, um einen neuen Sonnenschirm und ein paar Kleiderhaken für den Bus zu kaufen. Der Baumarkt war vom Feinsten und größer als alles, was wir bisher in Deutschland gesehen haben. Die Preise sind beim Einkaufen ungefährt die gleichen wie in Deutschland. Manches ist einen Tick teurer, manches etwas günstiger.

Internet hatten wir über unsere deutschen Mobilfunkverträge bei O2 und Klarmobil (dort im Telekom-Netz) immer, bei O2 zu 95% mit LTE, bei Klarmobil ab und zu mal nur 3G oder Edge. In allen Cafés und Bars sowie auf den Campingplätzen gibt es Internet, dort machten wir manchmal unsere Updates oder laden Fotos für den Blog hoch etc. Das WLAN ist allerdings oftmals sehr langsam. Drum nutzen wir in erster Linie meinen O2-Vertrag, da habe ich 10 GB pro Monat frei mit LTE und anschließend Flat mit bis zum 1 MBit. Das gilt Dank EU-Roaming auch in Kroatien. Im April kamen wir mit den 10 GB knapp hin.

Die Verständigung ist immer in Englisch und oft in Deutsch möglich. Ich versuche immer, ein paar Worte der Landessprache zu lernen, mit kroatisch tue ich mich aber schwer, ich kann mir einfach nichts merken. Mehr als Dobar dan! (Guten Tag) und Hvala (bitte) blieben nicht in meinem Kopf. Da man aber überall mit Englisch oder Deutsch hinkommt, wird man auch ein wenig bequem.. 😉

Freies Stehen bzw. Übernachten im Fahrzeug ist in Kroatien offziell verboten. Wird aber wohl toleriert, wir haben die meiste Zeit ‚frei‘ übernachtet, dabei schauen wir aber wie immer, dass wir niemanden stören: eine Markise zum Ausfahren haben wir sowieso nicht, die Campingstühle stellen wir gegebenfalls an den Strand und nicht direkt neben das Fahrzeug – es sei denn, wir sind wirklich in der Pampa, wo es niemanden stört. So machen es auch viele andere. Für uns ist es auch immer erste Pflicht, den Platz mindestens genauso sauber zu verlassen, wie wir in angetroffen haben. Oft räumen wir Müll in der Umgebung weg.

Was fällt mir sonst noch ein? Der Cappuccino in Kroatien hat absolute Italien-Qualität – also 1a mit Sternchen – und kostet meist 10 oder 12 Kuna, das sind 1,35€ – 1,60€. Außerdem bekommt man in der Regel ungefragt ein Glas Wasser dazu, top!