November 2018 Saragossa-Pucol

Next stop: Saragossa oder Zaragoza wie der Spanier sagt und schreibt. An der spanischen Nord- und Westküste ist es die nächste Zeit kühl und regnerisch, am Mittelmeer hat es bis zu 20 Grad. Also geht es Richtung Süden. Wir parken den Ducato kostenlos (GPS: 41.661499, -0.880036) nur 10 Minuten vom Zentrum entfernt und stehen kurze Zeit später auf der Brücke Puente de Piedra mit Aussicht auf die Basilica del Pilar.Hier die Basilika von der anderen Seite mit Blick auf die alte Brücke.Von außen wie von innen: Imposant.

Ausgestattet mit einem Stadtplan und vielen Empfehlungen der fröhlichen jungen Mitarbeiterin vom Touristenbüro erkunden wir kreuz und quer den historischen, weitläufigen Stadtkern bis zum Aljaferia-Palast, der leider um 14 Uhr schließt, so bleibt es bei einer Besichtigung von außen. Seltsame Öffnungszeiten für eine Touristenattraktion.

Es gibt aber genügend anderes zu entdecken und das Bummeln macht bei Sonnenschein und 17 Grad Laune. Fast 7 km zeigt der Schrittzähler, in großen Städten geht das ruckzuck.

Auf dem Parkplatz könnte man auch übernachten, eine knappe Stunde weiter lockt aber das Örtchen Carinena mit kostenloser Ver- und Entsorgungssstation, ruhiger ist es dort außerdem (GPS: 41.338001, -1.23064). Nachts regnet es ein wenig und auch auf der Fahrt über die mautfreie A23 nieselt es ab und zu. Unterwegs hat es nur 7 bis 8 Grad, man befindet meistens auf 800 – 1000 Meter über dem Meeresspiegel.

In Pucol auf 2m über dem Meeresspiegel, mit Blick auf denselbigen, zeigt das Außenthermometer 17 Grad, nur wolkig ist es noch. Wir haben diesen Strand in der Nähe von Sagunto auf unserer Wintertour 2014 endeckt, heute ist er auch in Park4Night und damit kein Geheimtipp mehr (GPS: 39.597099, -0.269152).

Am nächsten Morgen zeigt sich der Himmel wolkenlos. Hier bleiben wir erstmal ein paar Tage. Es kommen und gehen Camper aus unterschiedlichen Nationen und man tauscht sich über Routen und Erfahrungen aus.Rechts und links vom Strand befinden sich Urbanisationen, die fast ausschließlich im Sommer bewohnt werden. Nur selten sieht man Menschen. Es ist aber alles gepflegt und die Mülleimer mit vorbildlicher Trennung werden täglich geleert.

Ein Deutscher, der früher hier einige Jahre gewohnt hat, sagt, eigentlich ist der Winter die schönste Zeit. Ja, uns gefällt es auch. Auf den kilometerlangen Promenaden grüßt man sich bei den seltenen Begegnungen freundlich.An ‚unserem Strand‘ kommen auch immer wieder Tagebesucher vorbei, meist mit Hunden, manchmal mit größeren Tieren.Wir fahren ab und zu ins Hinterland, z.B. auf einen Wochenmarkt in Sagunto und erstehen leckere Clementinas und Kakis. Die wachsen hier in großen Mengen, sind entsprechend frisch und günstig. Von unserem spanischen Lieblings-Supermarkt Mercadona gibt es einige Filialen in der Nähe. Leckereien werden geshoppt, verarbeitet und genossen.

Ein Geocache in der Nähe wird aufgespürt und gehoben.

Das hauseigene Strandcafe ist immer geöffnet.

Ruckzuck vergeht eine Woche bei angenehmen 17 bis 20 Grad, der Bus bietet Windschatten. Nachts hat es immerhin noch 11 bis 15 Grad, da hat die Standheizung nicht viel zu tun.  Um halb 8 geht die Sonne auf

Dank LTE Internet und Whatsapp, Facetime und Co. sind wir mit Familie und Freunden gut verbunden. Die 60 GB Datenvolumen unseres O2-Vertrages reichen für einen Monat gerade so. Da uns immer wieder Fragen über das mobiles Internet erreichen, haben wir hier das Wichtigste zusammengetragen – neben einigen anderen Campertipps 😉

 

November 2018 Navarra

Unterwegs in der Provinz Navarra. Von San Sebastian geht die Fahrt über das kleine Städtchen Tolosa … weiter über meist mautfreie Autobahnen (nur für die Umfahrung von Pamplona werden rund 5€ fällig) nach Olite  zum kostenlosen und beliebten Wohnmobilplatz mit Kirchenblick (GPS: 42.480598, -1.64773).Die beeindruckende Stadtmauern sind Bestandteil des Palacio Real de Olite, einem Königspalast aus dem Mittelalter.Der alte Stadtkern sieht aus wie aus dem Bilderbuch, Teile der TV-Serie ‚Die Borgias‘ wurden hier gedreht.Ganz fantastische Ausblick ergeben sich von oben, wir haben die Wendeltreppen zu allen Türmen erklommen.

Die Anlage wurde Anfang des 20. Jahrhunderts ausgiebig aber stilgerecht restauriert. Einst lebt hier Karl III. ‚der Edelmütige‘, er zog Kultur und Luxus den Feldzügen vor. Entsprechend war seine Burg ausgestattet mit Gärten, Volieren, exotische Tieren und einem Eiskeller für kühle Getränke im Sommer.Der günstige Eintrittspreis von 3,50€ beeinhaltet einen kleinen Führer auf Deutsch, mit dem die gesamte Anlage innen und außen erkundet werden kann. Gut 1,5 Stunden ist man unterwegs, ein lohnendes Ziel!Genauso wie das nächste Highlight: die Höhlenwohnungen von Arguedas. Diese entstanden im 19. Jhd. für Leute, die sich kein Haus leisten konnten und waren bis in die 1960er Jahre bewohnt. Direkt darunter befindet sich ein Wohnmobilstellplatz, wieder kostenlos (GPS: 42.173193, -1.591447). So leer ist es hier aber nur mittags, über Nacht wurde es knallvoll.Das Gelände ist gut erschlossen und man kann einige der Wohnungen besichtigen.Eigentlich schaut das ganz gemütlich aus. Strom hatten allerdings nur die wenigsten der Bewohner. Ein kleinen Innenführung gefällig? Dazu gibt es hier ein kleines Video.Heute steht ein großer Solarpark auf dem Felsendach und LTE-Internet hat es, wie bisher überall in Spanien, auch. Also doch wieder hier einziehen?

Am nächsten Morgen: Wohnmobile wohin man nur schaut. Auch der PKW-Parkplatz nebenan vom Friedhof ist zugestellt. Das ist sicher nicht schön für die örtliche Bevölkerung. Die Halbwüste Bardenas Reales ist nur ein paar Fahrminuten entfernt(GPS: 42.179798, -1.53318). Am Eingang des Naturparks gibt es ein Besuchercenter, ähnlich wie in den Nationalparks der USA. Freundliche Mitarbeiterinnen geben routiniert Tipps und man erhält eine Landkarte.Der Naturpark kann kostenlos mit dem eigenen Fahrzeug auf festgelegten Schotterpisten erkundet werden. In der Ferne winken die bis zu 2300m hohen Bergzüge im Westen.

Die bizarre Landschaft, die großteils aus ockerfarbenen Lehm besteht beeindruckt…. … und es macht Spaß mit dem Ducato auf den Pisten unterwegs zu sein. Erinnerungen an unsere Namibiareisen kommen auf.Wir verbringen einen ganzen Tag in der Halbwüste mit fahren und wandern und schießen jede Menge Bilder. Ein paar davon gibt es hier als Diashow:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Für die nächste Übernachtung suchen wir uns eine Alternative zum vollen Stellplatz in Arguedas aus, diesen Parkplatz mit Aussicht (GPS: 42.203224, -1.581039) :

In der Bus-Bar wird ein schöner Sundowner geordert.

Hier sind wir fast alleine, nur ein Bulli gesellt sich noch dazu. Gute Nacht! 🙂

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Oktober 2018 Au revoir France!

Über ganz Europa liegt ein fettes Wettertief. In Capbreton hat es keine Unwetter wie in Italien oder Schneefall wie in Deutschland, aber dicke Wolken, teilweise Regen, Temperaturen um die 8-10 Grad.Die Surfer sind trotzdem im Wasser und wir schauen uns das Städtchen an, hier z.B. den sich weit ins Wasser wagende hölzerne Pfahlsteg Estacade, ein Geschenk von Kaiser Napoléon III.Zum Übernachten geht es noch ein Stück weiter bis kurz vor Biarritz. An der Flußmündung bei Tarnos wird mit Aussicht auf den Fluß L’Adour und den Atlantik geparkt (GPS: 43.529999, -1.51924). Es nieselt, die letzten Angler ziehen ab und wir übernachten das erste Mal alleine, ohne andere Wohnmobile.

Am nächsten Morgen blinzelt ein wenig die Sonne durch – bestens um Biarritz zu erkunden. Als Erstes gilt es, eine gute Übernachtungsmöglichkeit zu finden. Frei stehen ist keine gute Idee, überall stehen Verbotsschilder, die das Parken mit dem Wohnmobil auch tagsüber verbieten. Eine Alternative wäre das Hotel du Palais, einst Kaiserpalast und jetzt Prunkhotel.

Das günstigste Doppelzimmer gibt es online zum Sonderpreis: lediglich 525€ sind für 1 Nacht zu berappen. Als Alternative bietet sich der lokale Wohnmobilstellplatz für 12€ all inclusive an (GPS: 43.466099, -1.57178). So kommen die Ducato-Batterien auch wieder mal in den Genuß von Landstrom. Die beiden Gelbatterien sind zwar solargefüllt, ab und zu Landstrom soll aber deren Lebensdauer verlängern, warum auch immer. Von Stellplatz kommt man, meist über eine schöne Promenade, zur Centre Ville.Der Küstenverlauf ist ‚bildschön‘ entsprechend viele Fotos werden geschossen.

Wir sind praktisch den ganzen Tag unterwegs. Biarritz hat ein tolles Flair, sicher nicht zuletzt durch die unzähligen Surfer die auch bei 12-14 Grad und kaltem Wind immer wieder versuchen, ihre Welle zu finden. Ein Künstler zeichnet mit Stock und Besen ein Mandala in den Sand, im Hintergrund sieht man die Küste von Spanien. Auf den Pyrenäengipfel liegt Schnee.

Nachts regnet es und auch den ganzen nächsten Tag. Wir zuckeln durch Tempo 30 und Tempo 50 Zonen gemütlich und mautfrei Richtung Spanien, kaufen unterwegs noch das letzte französische Baguette, Croissants und Käse – und merken erst an den Tankstellenpreisen (1,20€ statt ~1,50€ für Diesel), dass wir in Spanien sind. Entweder gibt es keine Grenzhinweise auf unseren Ministraßen, oder sie wurden übersehen.

Durch das regnerische San Sebastian wird das nächste Ziel angesteuert: der ACSI – Campingplatz Igara. Man steht im Winter dort etwas unkonventionell zwischen Bungalows, für 15€ gibt es aber Sanitäranlagen vom Feinsten – einschließlich Sauna! Waschmaschine und Trockner sind ebenfalls vorhanden.

Der weitere Streckenverlauf wird geplant. Ürsprünglich wollten wir nach einem Abstecher zur Halbwüste Bardenas Reales entlang der Nordküste Spaniens nach Portugal. Die Wetterprognosen sind allerdings nicht verlockend, evtl. fahren wir quer durch Spanien Richtung Mittelmeer. Falls ihr dazu Tipps habt, lasst es uns wissen 🙂

Oktober 2018 Quer durch Frankreich

Let’s go southwest: der grobe Plan ist, über Nationalstraßen quer durch Frankreich zu cruisen und unterwegs dort anzuhalten, wo es uns gefällt.

(Karte von Openstreetmap)

Den ersten Stopp mit Übernachtung machen wir in Belfort, der Stadt der Löwen. Es gibt einen picobello kostenlosen Stellplatz von dem man in wenigen Minuten zu Fuß in die Altstadt und zur Zitadelle kommt. Im Office de Tourisme erhält man Unterlagen, um die Stadt ausgiebig zu erkunden, einschließlich eines spannenden Rundgangs mit Löwensuche. Knapp 200 sind in der Stadt verteilt, nicht alle so groß wie die Skulpur von Frédéric-Auguste Bartholdi am Fuß der Zitadelle:

Am nächsten Morgen geht es weiter auf kleinen Straßen über Felder, Wälder und Dörfer mit Einkäufen bei einem kleinen Bäcker und im großen Intermarche bei Fourbanne. Anschließend haben wir das dringende Bedürfnis, die erworbenen Leckereien zu verzehren. Nur 2-3 km weiter findet sich dazu ein schöner Platz an einer Schleusse mit Blick auf den Fluss Doubs, der uns eine geraume Zeit begleitet. Am Flussufer kann man gut spazieren oder radfahren. Gleich nebenan ist ein Parkplatz, auf dem wir mit 3 anderen Wohnmobilen eine ruhige Nacht verbringen.

beim Parkplatz Fourbanne GPS 47.3302, 6.30384

Der nächste Abstecher gilt einer der Partnerstädte von Freiburg: Besancon. Wir parken auf dem zentral gelegenen Wohnmobilstellplatz mit kostenloser Ver- und Entsorgung und spazieren entlang der Doubs-Uferpromenade in die Altstadt und werden wieder bei den örtlichen Bäckereien fündig. Das Baguette wird traditionell unterwegs angeknabbert.

Ein wenig möchten wir noch weiter und landen am Nachmittag bei diesem hübsch angelegten Wohnmobilstellplatz bei Montceau-les-Mines. Wieder kostenlos, nur für das Frischwasser sind 2€ zu bezahlen. Ein wirklich toller Service der französischen Gemeinden.

Stellplatz Montceau-les-Mines GPS: 46.677502, 4.35849

Der Stellplatz grenzt an einen großen Park, an dessen Stelle früher Steinkohle abgebaut wurde. Heute gibt es dort Seen, Tiergehege sowie Sport- und Spielplätze für Groß und Klein. Endlich mal ein Wackelauto in der richtigen Größe!

Der Himmel zieht sich zu, dafür finden wir einige Geocaches im Park und dem nahen Städtchen. Zum Beispiel am Kanal:

Bei bedecktem Himmel laden unsere 4 Solarpanele nicht viel. Die beiden Gelbatterien sind noch gut voll, aber ein bißchen Fahren kann nicht schaden, außerdem lockt ein weiterer schöner Stellplatz bei Cressanges mit V/E und WC-Haus. Ihr ahnt schon: auch hier wird kein Geld verlangt. Lediglich 2€, wenn man Frischwasser braucht – top! Eine Boulangerie ist nur 200m entfernt und der Baguette-Nachschub am nächsten Tag somit gesichert.

Stellplatz Cressanges GPS: 46.446499, 3.16097

Bei all unseren bisherigen Stopps gab es gutes 4G-Internet, auch auf dem flachen Land. So müssen wir beim abendlichen Flimeschauen nicht auf unsere Konserven zurückgreifen, sondern können über diverse Mediatheken streamen. Auch Dank 60 GB-Datenvolumen pro Monat und EU-Roaming.

Von Cressanges aus fahren wir (für unsere Verhältnisse) ein ganzes Stück, das Wetter ist ungemütlich, oft hat es Nebel. Auch auf unserem nächsten Stellplatz bei Roullet-Saint-Estephe (45.5810101, 0.045052 – kostenlos incl. V/E).  Am Tag darauf lässt sich wieder die Sonne blicken und wir besuchen das mittelalterliche Städtchen Saint Emilion.

Dieses trohnt auf einem Kalksteinplateau mit einem alten Stadtkern, einer Felsenkirche mit Klosteranlage, einem Kreuzgang aus dem 13. Jhd. und hat sich auf jede Menge Besucher eingerichtet. Es gibt ausgedehnte Parkmöglichkeiten und sogar einen separaten Platz für Wohnmobile.

Es soll sich einst ein Eremit names Émilion im 8. Jhd. niedergelassen haben, doch schon er hatte keine dauerhafte Ruhe, da sich bald Anhänger um ihn scharten.Wir fahren noch ein Stück weiter Richtung Atlantik. Die Nationalstraße ist hier autobahnähnlich ausgebaut und ist man in einer guten Stunde kurz vor Arcachon auf einem Womo-Parkplatz der Gemeinde Le Teich. Direkt vom Platz aus führt ein Fußweg vorbei an Flüssen, Seen und Kanälen…..… bis zum Bassin d’Arcachon.

‚Es gibt auf der ganzen Welt wohl kaum einen anderen Ort, der faszinierender ist als die Bucht von Arcachon‘

heißt es in einer lokalen Broschüre. Das können wir nicht ganz bestätigen, zumal derzeit Ebbe ist, aber die Gegend hat wirklich ihre Reize.Nach einer ruhigen Nacht fahren wir nach Arcachon, bummeln ein wenig an der Promenade und am Strand. Es zieht ganz ordentlich, das macht die 8 Grad Lufttemperatur nicht wärmer.

Auf das Erklimmen der nahen Dune du Pilat wird verzichtet, dort waren wir bereits 2010, vermutlich hat sich seither nicht viel verändert. Uns zieht es weiter Richtung Süden. Die Temperaturen machen Lust auf ein deftiges Essen, wir kehren in unser Lieblingsrestaurant ein, diesmal mit Blick auf den Etang de Sangiunet. Es gibt Jambon sur Choucroute aux lardons au champagne et pommes de terre. Mjam!

Gut gestärkt geht es über kleine Straßen weiter bis zum Cap de l’Homy-Plage bei Lit-ex-Mixe. Von der Düne aus präsentiert sich der Atlantik.Zum Baden reicht es temperaturbedingt nicht, der Blick ist aber klasse.

Wir parken und übernachten direkt unterhalb der Düne. In der Saison wäre das nicht machbar, an der Atlantikküste gibt es Wohnmobilverbote ohne Ende. Jetzt sollte das aber kein Problem sein, die Umgebung ist fast ausgestorben – außer den allgegenwärtigen Campern  😉

Parkplatz an der Düne GPS: 44.037102, -1.33764

Wir sind eine Woche in Frankreich unterwegs und haben knapp 1100km zurückgelegt (mit gefühlten 1111 Kreisverkehren) bei einer Fahrtzeit von insgesamt 16:3o Stunden. Die Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 66 km/h, der Verbrauch lag bei exakt 9 Liter Diesel / 100 km. Das Fahren auf den mautfreien Nationalstraßen ist angenehm, hier gilt tatsächlich oft: der Weg ist das Ziel. Das liegt auch an der erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h – waren das früher nicht 90 km/h? Egal, wir halten uns daran, man sieht viel von der Landschaft und es wird auch viel geblitzt.

Bei besserem Wetter wären wir länger an manchen Orten geblieben. Statt draußen zu sitzen, zieht es uns eher in den gemütlichen Bus zu einem warmen Essen und gemütlichem Filmeabend. Die Diesel-Standheizung macht einen guten Job. Alle Stellplätze waren bisher kostenlos, oft incl. Wasser und Entsorgung, in Belfort sogar einschließlich Strom. Bisher standen wir nie alleine – die Wohnmobildichte ist überall recht hoch. Wir sind also bei Weitem nicht die einzigen, die das mobile Leben für sich entdeckt haben 😉

 

Oktober 2018 Elsass

Im Oktober drehen wir eine kleine Runde bei unseren französischen Nachbarn. Eine gute Stunde von Freiburg enfernt liegt der Odilienberg, bzw. der Mont Saint Odile, wie der Franzose sagt. Vom Berg hat man eine schöne Aussicht auf die Rheinebene.

Die Quelle unterhalb der Berges entsprang der Sage nach, als die (jetzt heilige) Odilia mit ihrem Wanderstab gegen den Felsen schlug, um einen Leprakranken zu heilen. Das Wasser soll gegen Augenkrankheiten helfen. Uschi zapft prophylaktisch einen Becher ab, schaden kann das ja nix.

Gut versorgt mit dem heiligen Wasser besuchen wir das Kloster, von einem Turm grüßt die Heilige Ottilie. Viele Räume sind frei zugänglich, die Aussicht ist toll, es hat eine sehr angenehme Atmosphäre. Für das leibliche Wohl gibt es ein Restaurant und eine SB Theke mit Biergarten. Nett und gar nicht teuer, rundum empfehlenswert.Vom Klosterparkplatz starten diverse Wanderwege, das Übernachten mit dem Wohnmobil ist aber verboten. Wir fahren eine knappe Stunde durch die Vogesenwälder bis zum Lac de Pierre-Percée. Der Stausee hat derzeit extrem wenig Wasser.

Noch deutlicher sieht man das vom Parkplatz, auf dem man gut übernachten kann. Das hat sich allerdings rumgesprochen, wir waren ca. 10 Wohnmobile über Nacht.

Um den See gibt es Wanderwege. Wir gehen auf Pilzsuche.

Und sind anschließend irgendwie beflügelt,

hier vor dem Schloss von Luneville.Neben dem weitläufigen Schlosspark gibt es einen Stellplatz. Schön angelegt, für 6,50€ incl. Strom, Wasser und Entsorgung. In den Sommermonaten ist für 9€ auch noch das Badehaus mit Duschen und WCs geöffnet. Einzige Nachtteil des Platzes: direkt hinter der Hecke liegt eine recht laute Straße.

Wir fahren zu diversen Kanäle und Seen zwischen Luneville und Sarrebourg und landen an diesem tollen, kostenlosen Platz bei Xouaxange, direkt am Kanal, mit einem Picknickplatz und gratis Ver- und Entsorgung.

Ab und zu schippern Hausboote vorbei, man winkt sich zu. Ein Boot legt über Nacht am Steg an. Ein Ort zum relaxen.Entlang des Kanals kann man gut wandern und radfahren. Es wird auch ein Boot angeboten, falls man seine Reise auf dem Wasser fortsetzen möchte.

Wir bleiben beim Busfahren, es zieht uns aber immer wieder an die Kanäle. Bei Saint Louis Arztviller fahren die Boote Aufzug, sehenswert! Ich habe dazu ein kleines Zeitraffer-Video erstellt.

Immer weiter durch die Wälder der Vogesen fahren wir nach La Petit-Pierre mit der Burg Lützelstein. Ein sehr hübscher Ort, die Burg wird gerade renoviert. Man kann aber prima wandern und dabei einen Blick in den Burgbrunnen werfen.Und zwar von oben und unten! Hier führt ein Gang zum Wasser.Und so sieht der Blick vom Brunnengrund aus.

Unterwegs werden einige Geocaches gehoben.

Man könnte auf dem Parkplatz an der Burg auch übernachten, wir wollen aber noch ein wenig weiter und fahren nach Bitche. Unterhalb der großen Zitadelle gibt es einen kostenlosen Stellplatz mit WC-Haus sowie Ver- und Entsorgung. Wir haben Glück, einer der 5 parzellierten Plätze ist frei.

Es ist aber auch möglich, auf der angrenzenden Wiese zu parken und auch zu übernachten – wie so oft in Frankreich. Man kann wirklich sagen, Frankreich ist ein Camperland par excellence. Auf unserer nächsten Tour Richtung Spanien / Portugal / Marokko werden wir uns bei der Fahrt durch Frankreich deshalb viiieeel Zeit lassen.

September 2018 Rückblick / Ausblick

Wie waren die 4 Monate Vanlife von April bis Ende Juli rückblickend ?

Zunächst zum Fahrzeug: technisch gab es praktisch keine Probleme. Ein paar Mal brachte der Bordcomputer beim Fahrzeugstart Fehlermeldungen. Die beliebtestete war: ‚Standlicht defekt‘. Bei einer Kontrolle stellten wir fest: der Ducato hat Tagfahr-, Abblend- und Fernlicht, aber kein Standlicht. Meistens war die Fehlermeldung nach einem Neustart des Motors weg. ‚Wenn’s nicht tut – reboot‘ – dieser Spruch passt also nicht nur im IT-Bereich, sondern auch bei Autos  😉  Etwas hartnäckiger hielten sich die Fehlermeldungen, dass der Beifahrerairbag oder ASR (Antischlupfregelung) nicht funktioniert. Aber auch diese Hinweise kamen und gingen von alleine. Vielleicht hat der Ducato Selbstheilungskräfte? Auf jeden Fall können wir nicht bestätigen, dass sich das Kürzel FIAT aus ‚Für Italien Ausreichende Technik‘ oder gar ‚Fehler In Allen Teilen‘ herleitet. Wir haben knapp 50t km auf dem Tacho, der Motor ist kraftvoll und schnurrt wunderbar und in Verbindung mit dem Automatikgetriebe und dem Tempomat lässt es sich einwandfrei cruisen. Auf üblen Straßen schlagen die Federbeine vorne manchmal durch, hier überlegen wir, ob wir mittelfristig auf ein komfortableres Goldschmitt-Fahrwerk umrüsten. Irgendwie haben wir uns aber daran gewöhnt, dass das Fahrwerk unseres Italieners eben etwas straffer ausgelegt ist. Summasummarum würden wir den Ducato als Basis wieder nehmen.

Der Innenausbau zeigte ein paar Schwächen: vom Einhebelmischer im Bad tropfte Wasser in den Schrank darunter, wenn man den Hebel auf ‚warm‘ stellte. Das Pushlock-Schloss einer Schublade gab den Geist auf und die Schließwinkel aus Kunststoff an der Badezimmertüre und einem Fach gingen mehrfach kaputt. Die Winkel konnten wir mit Sekundenkleber immer wieder ‚reparieren‘, vom Schloss hatten wir einen Ersatz dabei. Gravierender war, dass sich die Hängeschränke über unserem Bett lösten. Glücklicherweise haben die Schränke bis zuletzt an der Decke gehalten und wir konnten das bei WVD Caravan reparieren lassen – hoffentlich dauerhaft.

Ansonsten haben sich der Erwartungen an ein Leben in einem Kastenwagen im Großen und Ganzen erfüllt,  immerhin proben wir schon rund 10 Jahre 😉   Es ist für uns die perfekte Art zu reisen: man hat sein Zuhause überall dabei und bestimmt Ort und Zeit individuell und spontan. Manchmal könnte das Mobil etwas größer sein – z.B. wenn man sich zu zweit im Wohnraum bewegt, manchmal etwas kleiner, z.B. in diversen superengen Ortsdurchfahrten, auf Ministraßen und beim Parken. Derzeit fällt uns aber kein Fahrzeug ein, mit dem wir tauschen wollten. Die Auswahl ist rießig, davon haben wir uns an 2 Tagen beim Caravan-Salon in Düsseldorf, der weltgrößten Messe für Reisemobie und Camping überzeugen können:Jedes Mobil hat seine Vor- und Nachteile und der 6,36m Kastenwagen ist für uns momentan der beste Kompromiss.

Wir sind jetzt in Deutschland unterwegs, treffen uns mit Familie und Freunden und machen Ausflüge, zum Beispiel nach Köln

zu einem Tagebau dort in der Nähe

oder auch wieder einmal an den schönen Bodensee

Ende Oktober wollen wir wieder auf Tour: geplant ist eine rund 6monatige Reise durch Frankreich, Spanien, Portugal und eventuell Marokko.

Wir freuen uns, wenn Ihr wieder dabei seid!