April 2018 Kroatien: Rijeka – Senj

Während wir gemütlich über das mautfreie Sträßchen durch Slowenien und Kroatien kurven begegnen wir – niemanden. Die Straße ist vollkommen leer in beide Richtungen. Dann kommen wir an eine winzige Zollstation mit heruntergelassener Schranke und die beiden Zöllner sind sichtlich froh, mal etwas zu tun zu bekommen. So werden unsere Ausweise gründlich inspiziert, freundlich Fragen nach Grund der Reise und Beruf gestellt und sich dann nett verabschiedet. Dann wieder Leere auf der Straße, wenn doch mal ein Auto entgegenkommt, grüßt man sich. Wo sind hier bloß die Menschen?

Eine gute Viertelstunde später wissen wir es: die sind ALLE in Rijeka. Bereits der Stadtrand ist bis auf den letzten Flecken zugeparkt, die Innenstadt quillt über von Leuten. Wir stehen ein wenig im Stau, schauen auf die hübschen große Häuser rechts und links sowie auf das Markttreiben. Einen Parkplatz zu bekommen ist chancenlos.

Und so führt uns eine top ausgebaute Straße, die später zur top ausgebauten Autobahn wird, direkt zu unserem nächsten Ziel: die Insel Krk. Über eine 1,4 km lange, mautpflichtige (6,25€) Stahlbetonbrücke fahren wir zu unserem Stellplatz mit einer tollen Sicht auf die Bucht und Brücke.

Bei der Eröffnung 1980 war dies die am weitestens gespannte Betonbrücke der Welt, die Chinesen haben 1996 eine 420m längere Brücke gebaut. Für ein Betonbauwerk wirkt dieses Konstrukt recht filigran, finde ich. Die Dimensionen sind allerdings gigantisch, die winzigen Autos, die auf der Brücke fahren, sieht man auf dem Bild unten kaum. Leider korrodiert der Beton, so dass über einen Neubau nachgedacht wird. Dieser soll ungefähr dort entstehen, wo momentan unser Stellplatz ist. Man sieht bereits großflächige Rodungen an den Hängen. Wer also diesen tollen Platz auch mal genießen möchte, sollte sich evtl. beeilen.

Am nächsten Tag machen wir eine Rundfahrt über die Insel Krk. Da das Wetter nicht besonders gut ist und wir 2014 schon mal hier waren, verzichten wir auf Fotos. Viel hat sich nicht geändert 😉  Leider finden wir keinen passablen Stellplatz und so sind wir abends wieder an ‚unserer‘ Bucht bei der Brücke. Der leichte Nieselregen bringt jede Menge Saharastaub mit sich und sandet alles ein, auch unsere Solarpanels.

Durch die Dachluken kommt man aber gut an alle 4 Panele ran, so werden diese wieder sauber gewischt und danken es uns mit 50% mehr Ertrag.

Am nächsten Morgen lernen wir Ragnar aus Norwegen kennen, der seinem elektrischen Tesla Model S als Singlecamper nutzt und neben uns genächtigt hat. Er hat schon 300t km Teslaerfahrung und erläutert begeistert die Vorzüge des elektrischen Reisens, ein äußerst interessantes Gespräch. Ragnar findet auch unseren Camper gut und so träumen wir gemeinsam von einem künftigen elektrischen Van. Wir haben auf unsere Reise ähnliche Ziele und es würde uns sehr freuen, Ragnar noch einmal zu treffen.

Wir fahren über die Krk-Brücke, die in dieser Richtung mautfrei ist, wieder auf das Festland und sind nach knapp einer halben Stunden in Crikvenica, wo wir diesen tollen Parkplatz direkt am Hafen und der Promenade bekommen. Das Parken ist bis Mitte Juni kostenfrei und so steht einem zünftigen Stealth Camping nichts im Wege 🙂

Unser Camper ist aber auch ziemlich unauffällig, oder sieht ihn jemand auf der anderen Hafenseite unter den Bäumen? :

Auf der Promenade lässt es sich kilometerweit rollern und wir heben einige Geocaches

Crkvenica hat als altes Seebad viele tolle Villen, diese ist renovierungsbedürftig, aber trotzdem irgendwie schön:

Das Wetter ist super und so können wir uns an den Strand flaxen. Mit den Füßen kann man auch schon ins Wasser.

Nach einer ruhigen Nacht am Hafen machen wir uns am nächsten Tag wieder auf die Suche nach Geocaches und werden fündig:

Der Cappuccino schmeckt hier übrigens genau so toll wie in Italien und für 10 Kuna, rund 1,35€, bekommt man auch ungefragt ein Glas Wasser dazu. Top!

Uschi zieht ja Kinder in allen Lebenslagen immer magisch an. So auch in diesem Café: weit uns breit ist nix los, aber diese laute Schulklasse setzt sich zielsicher rund um uns herum:

Dann steuern wir einen Campingplatz an. Große Wäsche ist angesagt und hier gibt es Waschmaschinen und Trockner. Außerdem werden Mensch & Maschine mal generalüberholt 🙂

Für die 3 Übernachtungen nutzen wir unsere ACSI-Mitgliedschaft und zahlen damit vergleichsweise günstige 17€ pro Übernachtung + 2€ Kurtaxe. Der terrassierte Platz liegt direkt an einer schönen Bucht:

Zum großen Hausputz gehört natürlich auch das Fensterputzen und bei dieser Gelegenheit bekommen die Scheibengummis eine Pflegebehandlung. Das mache ich so 2x im Jahr, trotzdem kleben die Scheiben beim Öffnen oftmals an den Gummis. Das Nigrin-Produkt kann ich daher nur bedingt empfehlen. Falls hier jemand eine Alternative weiss, her damit! 🙂

Bei dieser Gelegenheit möchte ich noch ein sehr nützliches Hilfsmittel vorstellen: diesen Schutz für eine Anhängerkupplung verwenden wir, um die Schiebetüre zu arretieren, wenn wir diese nur teilweise geöffnet haben wollen. Sehr praktisch! Und weil wir den Bömmel dort ab und zu vergessen und die Türe mitsamt dem Teil zuknallen, hat er eine kleine Schlaufe spendiert bekommen. Mit dieser kann er dann wieder geborgen werden.

Ich war 1978 schon einmal auf dem Campingplatz in Selce. Ein wenig hat es sich verändert:

 

Nach 3 Tagen Campingplatz zieht es uns wieder hinaus in die Freiheit. Wir finden bei Novi Vinodolski eine hübsche Bucht. Tagsüber gesellt sich ein Angler zu uns, abend kommt ein Paar mit einem Camper zur Übernachtung.

Und der Tag verabschiedet sich mit einem schönen Sonnenuntergang.

Am nächsten Morgen fahren wir weiter entlang der super ausgebauten Küstenstraße mit herrlichen Ausblicken.

Und machen Rast in Senj. Stadt und Burg sind Schauplatz des Jugendbuchklassikers ‚Die rote Zora und ihre Bande‘

Wir blieben bei unserem Besuch der Stadt und der Burg aber unbehelligt.

Es wird mittags nun ganz ordentlich warm und wir finden unweit von Senj eine kleine Bucht. Bei 18 Grad Wassertemparatur kann man sich gut abkühlen.

Zur Übernachtung fahren wir ins Landesinnere zu einem netten ‚Free Camp‘ auf einer privaten Wiese. Den Tipp haben wir wieder einmal von park4night.

‚Wildes Campen‘ ist in Kroatien offiziell verboten, auch auf privatem Grundstück. Deshalb sind solchen Angebote rar – wir nutzen es gerne, und das nette Hundchen unserer Gastgeber freut sich über unseren Besuch und die mitgebrachte Wurst.

Das Camp ist eine knappe Autostunden vom legendären Nationalpark ‚Plitwitzer Seen‘ entfernt – dorthin fahren wir morgen und sind schon sehr gespannt. Wir werden berichten!

Karte von Openstreetmap

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