Mai 2018 Albanien Süd

Die Wetterprognose ist schlecht, deshalb  fahren wir heute nicht über den Pass zur ‚albanischen Riviera‘, sondern ein paar Kilometer bis zur Ortschaft Orikum. Eine gute Entscheidung: fette Wolken ziehen auf und lassen die Berge verschwinden, später schüttet es wie aus Kübeln. Im Bus ist es trocken und gemütlich, Uschi kocht etwas Leckeres, wie schauen mal wieder ein wenig ‚Game of Thrones‘, bloggen, so vergeht der Tag…In der Nacht lässt das Gewitter nach und am nächsten Morgen präsentiert sich die Umgebung im schönsten Sonnenschein.Die Wasserlachen zeugen noch vom Unwetter. Das ist übrigens die Hauptstraße durch Orikum. Wir bewegen uns im Schnitt mit deutlich unter 40km/h durch Albanien. Solche Pfützen sind besonders gemein, weil man nicht sieht, wie tief das Loch darunter ist.Beim Verlassen des Ortes wird die Straße auf einmal viel besser und schraubt sich in steilen Kehren auf den 1027 Meter hohen Llogara-Pass. Kurz vor dem Pass gibt es eine Quelle mit bestem Llogara-Wasser, hier füllen wir unsere Vorräte auf – die großen und auch die kleinen Behältnisse. Hierbei liebe Grüße an meine Nichte! 🙂Oben angekommen hat man einen weiten Blick auf die Rivieraküste und die hellen Strände.Etwas unterhalb vom Pass wurde eine Basis für Gleitschirmflieger angelegt. Von dort aus sieht man den großen Strand von Palase mit einer großen Baustelle. Dort fahren wir hin.Eine neue, gut geteerte Straße führt von der Küstenstraße an den Strand. Das Wetter ist super, hier bleiben wir erstmal. In der Nachbarschaft haben wir eine sehr nachlässig zusammengezimmerte Strandbude – selbst mit meinen bescheidenen handwerklichen Fähigkeiten hätte ich das wohl besser hinbekommen. Außerdem liegt jede Menge Gerümpel von verlassenen Strandbuden oder ähnlichem herum – und leider auch wieder Müll.Der Kiesstrand ist aber in Ordnung und das Wasser sauber und kühl.So stehen zwei Tage Strandleben nichts entgegen. Ein Ehepaar aus Rosenheim kommt mit dem Camper vorbei und wir packen das SUP aus. Platz gibt es am Strand genügend.Die Baustelle des ‚Green Valley Resort‘ ist weit genug weg und kaum hörbar. Diesem Resort verdanken wir die gute Straße bis zum Strand, früher war das nur ein Schotterweg.  Das Projekt ist gigantisch, es entstehen unzählige große, luxeriöse Häuser und ein 5* – Hotel. Wenn das Ganze einmal fertig ist, wird es wohl nichts mehr mit freiem Übernachten am Strand.

Die Umgebung ist schnell erkundet. Wie überall in Albanien stösst man auf die kleinen Minibunker. Sie sehen aus wie Pilze, wurde vorgefertigt und zwischen 1972 und 1984 aufgebaut. Drinnen kann man gerade mal so zu viert stehen – die meisten sind aber voll mit Geröll oder Müll.

Nach 2 Tagen Strandleben fahren wir weiter entlang der oftmals sehr steilen, aber gut ausgebauten Küstenstraße und halten an einem Parkplatz in der Nähe des Klosters ‚Manastiri Thodores‘. Der Spazierweg zum Kloster ist die am besten ausgebaute ‚Straße‘, die wir bisher in Albanien hatten.

Das Kloster selbst in verschlossen – von außen, mit einem Vorhängeschloss. Es gibt einen Wanderpfad an eine Strandbucht, den möchten wir eigentlich gehen. Aber es fängt an zu regnen, also schauen wir, was es sonst noch so gibt, an der albanischen Riviera.

Da wäre zum Beispiel  in der Bucht Porto Palermo eine gut erhaltene Festung. Der Herrscher Ali Pascha Tepelena ließ diese im Rahmen seiner Unabhängigkeitsbestrebungen vom Osmanischen Reich um 1800 erbauen und hat sie später der Royal Navi als Basis angeboten.

Zu kommunistischen Zeiten entstand in der Nähe wieder einmal ein Bunker, diesmal aber für U-Boote. Leider kann man das 650m lange und 12m hohe Bauwerk nicht besichtigen.

So schauen wir uns die Festung an, der Eintritt ist mit rund 80 Cent überschaubar.Entlang der Küstenstraße machen wir kleine Abstecher in Landesinnere…

… man trifft selten andere Menschen, dafür aber immer wieder Pferde, Esel, Ziegen und Kühe.

Die Straße ist nach wie vor gut ausgebaut, manchmal fehlt aber ein Stück.

So kommen wir in den Ort Sarande, der uns aber überhaupt nicht gefällt. Große, alte und neue Hotels und Wohnbauten bestimmen den Ort. Die Straßen sind eng, einen Parkplatz für unseren Bus gibt es nicht. Dafür wieder einmal Straßenbauarbeiten mit einer abenteuerlichen Umleitung.

Dann fahren wir eben weiter, diese Mopeds mit vorne angeschweißten Handkarren sieht man übrigens oft hier. Auf der kleinen Ladepritsche vorne wird immer viel Material und auch mal eine ganze Familie transportiert.Es ist jetzt nicht mehr weit bis nach Griechenland. Unsere letzten albanischen LEK tauschen wir an einer Tankstelle gegen Diesel ein. Mit rund 1,33€ / Liter ist der teurer als in Deutschland. Die Straßen werden in Richtung Grenze immer leerer. Trozdem muss man aufpassen, da immer wieder Tiere auf der Fahrbahn stehen.Die letzten Kilometer sind wir vollkommen alleine unterwegs. Man merkt, dass es hier 40 Jahre lang überhaupt keinen Grenzverkehr gab, weil das Land abgeriegelt war. Am Zoll gibt es keine Wartschlange, die Formalitäten sind schnell erledigt und wir sind in Griechenland!

Durch Albanien sind wir schneller durch als gedacht. Es war interessant, aber es gab auch keinen Ort, an dem es uns längere Zeit gehalten hat. Am meisten gestört hat uns der Müll, der überall herumliegt. Dabei hat Albanien die größte Müllcontainerdichte, die wir jemals in einem Land gesehen haben. Wirklich alle paar hundert Meter stehen große Container an der Straße, meist leer. Außerdem war das Einkaufen etwas mühsam. Gemüse und Obst gibt es überall zu günstigen Preisen an kleinen Ständen. Aber Wurst, Fleisch, Käse war in den Minimärkten nicht erhältlich oder in schlechter Qualität. Große Supermärkte gibt es nicht viele und waren in manchen Orten stark überteuert – zum Teil mit doppelt und dreifach so hohen Preisen wie in Deutschland. Eine Ausnahme machte der SPAR in einem nagelneuen Einkaufszentrum. Wir wünschen Albanien, dass es sich in dieser Richtung weiterentwickelt. Die Menschen waren hier oft ausgesprochen freundlich und wir haben unser immer absolut sicher gefühlt.

Karte von Openstreetmap

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