Mai 2018 Griechenland Sagiada-Fanari

Nur ein paar Kilometer nach der albanisch-griechischen Grenze finden wir kurz vor Sagiada eine kleine Bucht, da stellen wir uns gleich mal hin.

Ein paar andere deutsche und österreichische Camper sind auch da, man hat aber viel Platz, auch für die Einheimischen, die immer mal wieder kurz vorbeischauen und ins Wasser springen. Alles sehr freundlich, eine wirklich schöne Atmosphäre hier. Wir packen das SUP aus.

Kein Müll am Strand, der kommt immer schön in den Container. Und der Container wird am 3. Tag geleert. Von Uschi bekommen die Leute ein kleines Trinkgeld und freuen sich.Sogar eine Stranddusche hat es! Mit dem Wasser füllen wir auch unsere Tanks. Man muss ein wenig aufpassen, weil immer jede Menge Bienen von den nahen Bienenstöcken die Dusche bevölkern. Es herrscht aber auch hier ein harmonisches Miteinander. Niemand wird gestochen und als eine fette Kreuzspinne über Nacht ihr Netz an der Dusche spinnt und gleich mal 2 Bienen fängt und einwickelt, entferne ich kurzerhand die Killerspinne. Die Biene schwirren jetzt noch ein wenig fröhlicher, scheint es…

Ab und zu kommt eine kleine Herde Kühe vorbei  und morgens toben sich regelmäßig ein paar Ziegen aus, dazu gibt es hier ein kleines Video. Sehr unterhaltsam alles.Eine Heuschrecke findet Gefallen an unserem Bus und bleibt den ganzen Tag.

Sie passt gut auf den Camper auf, während wir morgens…… mittags (hier lieben Dank an das nette Paar aus Friedrichshafen, die dieses Bild geschossen und uns ein Brot mitgebracht haben)….… und abends immer wieder mit dem SUP unterwegs sind. Alles wirklich super entspannt hier. Wir wollen eigentlich gar nicht weiter, so etwas hatten wir in Albanien nicht.

Aber nach 4 Tagen gehen die Vorräte und das Trinkwasser zur Neige und wir fahren eine gute halbe Stunde nach Igoumenitsa zum Einkaufen.  Hier hat es einen großen, gut sortierten Lidl mit vielen lokalen Produkten. Etwas ungewohnt für uns: fast alle Waren sind ausschließlich in griechischer Schrift ausgezeichnet und bedruckt. So fühlt man sich also als Analphabet… Viele Waren sind aber selbsterklärend und wir kaufen ordentlich ein. Die Preise sind allerdings meist höher als in Deutschland – und als in Kroatien und Albanien sowieso. Erstaunlich, wenn man sich überlegt, dass die meisten Griechen nicht so viel verdienen. Der Liter Diesel kostet 1,45€, das Benzin 1,65€.Wir bekommen von einem Deutschen, der in der Nähe lebt, die Auskunft, dass man das Leitungswasser nicht trinken soll. Leider finden wir nirgends 7 oder 9 – Liter Gebinde zu kaufen, also holen wir, wie alle anderen, das Trinkwasser in 1,5 Liter – Sixpacks für 19 Cent. Das ist zwar billig, aber der Plastikmüll, der durch die Einwegflaschen entsteht, stört uns. Uschi testet deshalb mal die Brunnenqualität am Hafen. Schmeckt eigentlich ganz gut…

In den Cafés trinkt man in der Regel keinen Capuccino, sondern Café Frappé, der passt zum Klima viel besser. Und wir passen uns gerne den Gegebenheiten an. Es hat um 11 Uhr bereits 31 Grad in Igoumenitsa. Der Frappé kostet 2,50€, dazu bekommt man gekühltes Wasser in der Thermosflasche gereicht – das ist sicher auch Leitungswasser und schmeckt….

Nach einem Bummel durch die Stadt mit Einkauf beim Metzger und Bäcker fahren wir entlang der Küstenstraße Richtung Süden. Der angesteuerte Stellplatz ist belegt von 2 großen Pferdetransporter-Wohnmobilen und vielen Hunden, da wollen wir uns nicht dazu stellen. Also fahren wir noch eine halbe Stunde weiter entlang der gut ausgebauten Küstenstraße bis an eine Bucht südlich von Pérdika und finden diesen tollen Platz an einer Klippe neben einem rießigen Feigenbaum.

Am Strand ist nicht viel los, es hat über 30 Grad, das Wasser geschätzte 25 und ist kristallklar. Okay, hier bleiben wir erstmal!

Der Strand hier heisst übrigens Karavostasi Beach. Für die bald beginnende Saison werden gerade die Schirme und Liegen für den Verleih aufgestellt. Noch ist ist aber ruhig, auch in der Nacht. Am nächsten Tag ist das Wetter so lala. Gut, um die Umgebung ein wenig zu erkunden. Hier ein Blick von oben auf die Bucht:

Und auch hier: kein Müll am Strand!

Uschi nutzt das mittelmäßige Wetter, um unsere frischen Einkäufe in diverse Gerichte verwandeln und in Portionen einzufrieren. Und so landen Mischgemüse, Ratatouille, Bolognese, Karotten-Pilz-Sahnesauce und mehr zu späteren Verwendung in unserem Kühli.

Der nächste Morgen verspricht gutes Wetter und wir fahren weiter entlang der wunderschönen Küstenstraße, gesäumt von Oleanderbüschen. Nach kurzer Zeit finden wir direkt an der Straße eine Trinkwasserquelle und können umweltfreundlich unsere Behälter mit frischem Naß versorgen: 80 Liter im Tank und weitere 80 Liter in Flaschen.

Ein paar Kilometer weiter kommen wir an Párga vorbei, von dem es heisst, es sei das schönstgelegene Städtchen an der griechischen Westküste. Dieses Superlativ hat sich rumgesprochen: wie bekommen gerade noch so einen Platz für unseren Bus an der vollgeparkten Straße. Der Blick auf das 2.200-Seelen Dörfchen ist wirklich hübsch.

Es herrscht dort allerdings auch, wie zu erwarten, ein ordentlicher Trubel. Wir machen ein paar Einkäufe, laufen an den Touri-Kram-Läden vorbei und bummeln über die Promenade mit Blick auf den vollen Strand langsam wieder zurück zum Bus. Irgendwie ist uns das alles zu voll.

Mit park4night haben wir uns den nächsten Platz ausgesucht. Unser Navi führt uns an eine Art wilden Campingplatz in der Nähe des Dorfes Valanidorrachi bei Fanari. Dort stehen etliche Wohnwagen, allerdings nahezu ohne Leute. Ein Paar deutsche, holländische und französische Camper sind da, wir suchen uns auch einen netten Platz.

Eigentlich sehr cool hier. Sogar mit Stranddusche direkt am Bus.

Die Bucht schreit förmlich nach dem SUP-Einsatz.

Alles also bestens. Nur haben wir am nächsten Tag Lust auf einen Greek-Salat und kein Brot dazu. Unser Vollkorn- und Knäckebrot passt dazu einfach nicht. Aber, kein Problem: von dem netten Paar aus Sagiada hat Uschi ein Rezept für ein Fladenbrot bekommen, dass in der Pfanne gebacken werden kann – einschließlich der Zutaten Trockenhefe und Sesam, nochmal vielen Dank dafür! Mehl haben wir bereits besorgt und so  zaubert Uschi unser erstes im Bus gebackenes Brot: lecker!!

Am Wochenende wird es voller, die Wohnwagen ringsum füllen sich. Alles sehr entspannt hier, die Griechen freundlich. Ein Händler kommt vorbei und verkauft Gemüse, am nächsten Tag ein Auto mit frischen Brot im Kofferraum – sehr gutes Timing, Uschi’s  Selbstgebackenes ist schon verzehrt. Und dann werden uns noch Oliven und Olivenöl angeboten – wir kaufen ein. Ein paar streunende Hunde hat es auch, alle aber nett. Einer davon bleibt uns extrem treu und bewacht uns in der Nacht – vor dem Vollmond, der stundenlang angeknurrt und -gebellt wird. Am nächsten Morgen holt das tapfere Tier seinen verdienten Schlaf nach. Unser Mittagsschlaf fällt auch etwas ausgiebiger aus.

Die Bucht ist einfach die Wucht… Wir lernen nette Leute kennen. Das orthodoxe Pfingsten ist eine Woche später als in Deutschland, drum bleiben viele Griechen bis Montagabend hier, dann wird es wieder leerer. Ein Nachbar schenkt uns zum Abschied noch einen griechischen Wein – wir bleiben hier noch ein wenig…

3 Kommentare zu „Mai 2018 Griechenland Sagiada-Fanari“

  1. Hallo ihr zwei!
    Unser Kastenwagen in anthrazit sieht genauso aus und auch wir sind gerne im Mai und September/Oktober ähnlich wie Ihr abseits der Massentourismus-Routen unterwegs. Übermorgen starten wir auf große Irland-Reise: Der Wild Atlantik Way.
    Doch nächstes Jahr wollen wir auf mehr oder weniger Euren Pfaden nach Griechenland fahren, deshalb lesen wir mit Interesse Euren Blog. Viel Spaß noch!
    Annette und Hendrik aus Wiesbaden

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