Juni 2018 GR Peleponnes Nordwest

Bevor wir auf den Peleponnes übersetzen besuchen wir das Städtchen Nafpaktos mit seinem hübschen alten Hafen und einer ausladenden Burganlage. Das kleine Hafenbecken wird noch immer von venezianischen Mauern geschützt

Vom Burgweg hat man eine gute Aussicht auf Nafpaktos, den Peleponnes und die Brücke dorthin.

Es ist aber wieder recht heiß, bis zu 34 Grad. Da fällt unsere Besichtigung eher knapp aus und wir verbringen deutlich mehr Zeit in einer Beachbar bei kaltem Frappe und Wifi. Das iPhone meldet 32 fällig Updates, die Bilder wollen auf Onedrive und dieser Blog möchte gerne geschrieben werden 🙂

Am Ortsrand parken und nächtigen wir mit 3-4 anderen Wohnmobilen. Nicht so idyllisch wie an der letzten Bucht, aber mit guter Stranddusche und kostenlosen Sonnenschirmen. Das Wasser ist kühl und sauber.Dafür, dass wir so nahe an einer Stadt stehen, sind die Nächte ziemlich ruhig.  Wir haben den Peleponnes bereits seit Wochen im Blick, jetzt wollen wir übersetzen. Dazu gibt es 2 Möglichkeiten: die Brücke für 13,30€ oder die Fähre für (vermeintliche) 6,50€. Von der Fähre soll man einen schönen Blick auf die Brücke haben, Zeit ist genügend vorhanden, also entscheiden wir uns für die Fähre. Wie immer auf Fähren ist das Personal überaus hektisch. Wir müssen rückwärts einfahren und werden auf Zentimeterabstand an die anderen Autos eingewiesen – obwohl die Hälfte der Fähre leer bleibt :-/  Dann wird uns erklärt, alles über 5m kostet nicht 6,50€, sondern 11€. Etwas murrend zahlen wir.

Ebenfalls wie immer auf diesen alten Autofähren lädt das Innere wenig zum verweilen ein, da nützt auch das dekorative Ficusbäumchen nichts.

Aber das Wetter ist schön und wir wollen sowieso nach draußen. Der Blick auf die Rio-Andirrio-Brücke ist wirklich toll.

Die Überfahrt ist angenehm, wir spielen die bekanntesten Filmszenen nach und rammen keinen Eisberg.

Nach kurzer Zeit landen wir in Rio auf dem Peleponnes.

Wir rollen an Land, tanken in Patras für 1,39€ / Liter Diesel und steuern den ersten Strandplatz von park4night an. Unterwegs  sind wir etwas erschrocken über den vielen Müll, der überall herumliegt. Wir haben von Reisenden gehört, dass die Müllabfuhr gestreikt hat. Der Strandplatz ist ebenfalls vermüllt, hier wollen wir nicht bleiben. Der nächste park4-night-Tipp bei Larissos entpuppt sich als PKW-Parkplatz vor einer Beachbar…

… mit unmissverständlichen Verbotsschilder. Das Barpersonal schaut auch mürrisch zu uns, also weiter…

… nach Vouprasia. Auch dort liegt der Platz an einer Beachbar. Da es wirklich heiß ist, bleiben wir tagsüber. Die Liegestühle und Schirme kosten – im Gegensatz zu Italien – in Griechenland meist nichts. Man muss nur etwas konsumieren. Zum Beispiel Frappe.

Übernachten wollen wir aber nicht und so landen wir abends in der Nähe von Leachaina an einem ruhigen Platz direkt am Strand. Katze und Hundi begrüßen uns, sonst ist außer ein paar Einheimischen, die kurz zum Strand fahren und freundlich grüßen, nichts los. Die Nacht ist ruhig, nur Hundi bellt ab und zu.

Auf unserer Karte entdecken wir einen Ort mit einem schönen Namen, den wollen wir uns anschauenDas Dörchen ist klein, aber fein, trohnt auf einem kleinen Hügel und hat eine schmucke Kirche nebst geblümten Dorfplatz.

Eine Möglichkeit, hier über Nacht zu bleiben, finden wir allerdings nicht und so fahren wir eine Bucht in der Nähe von Kyllini an. Ein Fehler, wie sich herausstellt. Die Straße ist steil und ganz frisch geschottert. Runter kommen wir ganz gut – aber die Bucht ist nicht so toll und wir probieren gleich den Rückweg. Tapfer pfügt sich der Ducato ein paar hundert Meter durch den tiefen Schotter die steile Straße hoch, aber kurz bevor wir oben sind, stecken wir fest.

Wir versuchen mehrere Anläufe, schaufeln und arbeiten mit Unterlegmatten, schaffen immer noch ein paar Meter mehr, aber nach 2-3 Stunden ist klar: da geht nichts mehr.

Ein freundlicher Grieche kommt mit seinem Minitraktor vorbei und versucht uns rauszuziehen, gräbt sich aber selbst ein.

Noch nie waren wir so froh, ADAC-Mitglieder zu sein. Nach einigen Telefonaten und Rücksprachen organisiert uns der ADAC Athen einen Anschleppwagen. Der Mann versteht sein Fach, stellt seinen Truck quer und zieht uns – nach und nach – mit der Seilwinde aus dem Schlamassel.

Uschi hat vom der rund halbstündigen Bergung ein paar Videos gemacht, hier könnt ihr das Finale auf Youtube anschauen. So sieht die ‚Straße‘ nun aus:

Letztlich ist aber alles gut gegangen, wir bedanken uns rießig bei unserem griechischen gelben Engel und sehr gerne bekommt er von uns die letzte Flasche badischen Wein, die wir noch dabei haben.

Nach einer ruhigen Nacht in Kyllini fahren wir ein Stück weiter nach Loutrá Killinis, dort gibt es Schwefelquellen. Mit dem Matsch reiben sich Leute ein und waschen sich mit dem Schwefelwasser ab.

Das soll irgendwie gesund sein und Bauten aus allen Epochen zeigen, dass auch unsere Vorfahren ihren Spaß daran hatten. Uns liegt das nicht so, das Wasser und die Luft hier riechen extrem nach faulen Eiern. Aber interessant ist es allemal.

Dann fahren wir zur Kastro Kyllini Bucht. Dort gibt es eine kleine Taverne und einen großen Parkplatz. In der vordersten Reihe hat man einen super Blick auf den goldgelben Strand. Wir probieren unseren neuen Sonnenschirm aus.

Das Meer ist supersauber, das Wasser trotz feinem Sandstrand ganz klar. Wir bleiben ein paar Tage….… und genießen den Blick aus der Schiebetüre beim Frühstück

und auch abends…Uschi perfektioniert ihre Brotbackkünste. Hier ein fluffiges Mais-Weizenbrot, im Schmortopf gebacken!

Der Strandabschnitt nennt sich auch ‚Golden Beach‘, ist kilometerlang und kann wirklich empfohlen werden. Es gibt schicke Wellnesshotels, einen Robinson Club, kleine Familienhotels und Appartments, Campingplätzen – und auch Parkplätzen. Für jeden Geschmack ist quasi etwas dabei.

Wir haben schöne Tage mit netten, immer wieder wechselnden Nachbarn. Hier besonders liebe Grüße an Bernd & Uschi sowie an Martina! Am 5.Tag schaut allerdings die Polizei vorbei und verteilt an die ersten 5 Wohnmobile Strafzettel über 300€, wir sind auch dabei. Dann bekommen die Beamten einen Anruf und fahren wieder weg. Da nach allgemeiner Meinung diese griechischen ‚Strafzettel‘ eher symbolischer Natur sind und von niemanden gezahlt werden, machen wir uns keine große Sorgen und am nächsten Tag wollen wir sowieso weiterfahren – zum Einkaufen und wieder mal Wäschewaschen.Waschsalons sind weit und breit nicht zu finden und so checken wir im Camping Aginara ein.

Der zum Campingplatz gehörende Strand ist superschön und blitzsauber. Wir bezahlen mit ACSI faire 30€ für zwei Übernachtungen und können die Waschmaschinen kostenlos benutzen.Das führt zu einem Wäsche-Eldorado – vielleicht fühlen wir uns deshalb auf Campingplätzen immer ein wenig eingesperrt?  😉

Die bisherige Route auf dem Peleponnes:

Karte von openstreetmapMorgen fahen wir weiter und es wird olympisch!

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