Juni 2018 GR Olympia, Berge u. Meer

Wir fahren an Pirgos vorbei nach Olympia. Dort wurden die Wettkämpfe nachweisbar seit dem Jahr 776 v.Chr. an einem einzigen Tag ausgetragen, ab 472 v.Chr. wurde die Dauer auf 5 Tage ausgeweitet. Nur männliche Griechen durften teilnehmen, in römischer Zeit auch Römer  (und Asterix, wie wir wissen 😉)

Die Sieger erhielten einen Ölzweig und waren zuhause natürlich die Helden. Ausgetragen wurden die Spiele zu Ehren von Zeus, dessen Tempel sich im Zentrum befand, im Innern mit einer 14m hohen Statue aus Gold, Silber, Elfenbein und Edelsteinen – eines der 7 antiken Weltwunder. So soll das damals ausgesehen haben:Das Gelände des antiken Olympia ist weitläufig, die Wege sind für einen großen Besucheranstrom angelegt.An vielen Stellen werden die einstigen Bauten auf Tafeln beschrieben

so kann man sich die Gebäude anhand der noch vorhandenen Reste mehr oder weniger gut vorstellen

Immer wieder werden enorme Besuchergruppen in einem erstaunlichem Tempo durch das Gelände geführt, wenn die Kreuzfahrtschiffe vom nahen Katakoló aus ihre Touristen mit zig Linienbussen auf Landgang schicken.

So schnell wie die kommen, sind sie auch wieder weg und wir können in Ruhe die alten Gemäuer auf uns wirken lassen, hier im Tempel der Hera.Auch im Stadion, dass 40.000 Zuschauern Platz bot, übrigens nur männlichen, verliert sich die Menge. Auf den seitlichen Tribünen mussten die Zuschauer stehen, nur die Schiedsrichter saßen auf steinernen Bänken.

Heute allerdings nicht, so dass die Rekordzeit meines Laufes leider nicht beurkundet werden kann.

Durch diesen überdachten Gang zogen die Athleten in das Stadion ein

Nach einer gut 2stündigen Besichtung machen wir eine Snackpause im kleinen Örtchen, das sich komplett auf die Touristen eingestellt hat. Das Gyros-Pita für 2,50€ ist aber lecker, der Wirt gut drauf.Die Souvenirs treffen dagegen nicht unseren Geschmack 😄

Nach einem Bummel durch das Dorf kommen wir zum Archäologischen Museum. Im großen Zentralsaal sind die Marmorskulpturen des Zeus-Tempels aufgestellt.sowie Metopen der 12 Taten des Herakles, manche sehr  gut erhalten

Bei anderen ist es gut, eine bildhafte Beschreibung daneben zu haben. Zum Beispiel bei der Bezwingung der neunköpfigen Hydra, die jeder von Euch sicher gleich erkennt:

Das Museum ist wirklich schön aufgebaut, man darf auch fotografieren. Hier eine Vitrine mit Votivgaben…… eine  Mamorstatue des Hermes.und ein Modell der Anlage. Wer erkennt den Zeus-Tempel? Olympia macht auf jeden Fall Lust darauf, sich noch weiter mit der griechischen Mythologie zu befassen.

Als heidnische Kulte 395 n.Chr. verboten wurden, war es vorbei mit den Spielen. Diese wurde erst 1896 wieder zum Leben erweckt, allerdings nicht mehr zu Ehren von Zeus. Vermutlich eher zu Ehren des heiligen Mammon 😉   Am späten Nachmittag sind wir mit allem durch und suchen uns einen Übernachtungsplatz. Direkt in und um Olympia ist es uns zu trubelig. So fahren wir Richtung Berge, finden unterwegs einen Brunnen mit frischem Wasser und dann einen wunderschönen Platz neben einer Kapelle an einem Bachlauf. Auch hier hat es Brunnenwasser, aber wir sind bereits versorgt. Das Wasser muss gut sein, die Einheimischen kommen vorbei und füllen ihre Kanister. Der Bachlauf plätschert, wir sitzen unter großen, mossbewachsenen Bäumen, Grillen und Zikaden zirpen, wir schauen in Google Maps nach, wo wir sind. Jemand hat diesen Ort als Secret Magic Place gekennzeichnet. Die Koordinaten sind: 37.619547 / 21.785498. Geheim ist er nun nicht mehr – aber magisch irgendwie schon. Hier gibt es ein kleines Video. Wir verbringen eine superruhige Nacht. Der Platz ist wirklich ein Tipp, aber nur bis Kastenwagengröße, wegen Platzmangels und tiefhängende Ästen.Weiter geht es dann in die Berge, in Dimitsana bummeln wir durch die Gassen und kaufen ein paar Kleinigkeiten beim Dorfkrämer.

Die Straßen sind oft eng, insbesondere in den Dörfern sind wir froh, kein breiteres Fahrzeug zu haben.

Die kleine Katze darf hierbleiben.

Eine seeeehr kurvenreiche Strecke führt uns steil abwärts, so sieht das auf dem Navi aus:

und so in natura. Die kleine Straße windet sich in endlosen Serpentinen nach unten.

und dann geht es zu Fuß immer weiter in die Schlucht, in der Ferne sieht man eine kleine Kapelle…

und nach einer Wanderung mit vielen Höhenmeter sind wir am Kloster Prodromou, welches abenteuerlich in den Felsen gebaut wurde.

Und noch ein weiteres Kloster wird erwandert: Aimalou, ebenfalls an einen Felsen geklebt.Abends finden wir einen super Übernachtungsplatz. In der Nähe von Gortyna, direkt oberhalb der Ausgrabungen von Kyparissia.

mit einer weiten Sicht auf der Berglandschaft und die Hochebene. Die Koordinaten sind: 37.450072, 22.067767  Ein Busfreak hatte gebeten, die Plätze detaillierter zu beschreiben. Ein guter Hinweis, ich werde versuchen, bei Platzempfehlungen künftig die Koordinaten anzugeben.

Man mag es kaum glauben, aber laut Wetter-App soll es heftige Gewitter und Regen geben. Da wir unterwegs viele abgerutschte Hänge und Geröll auf den Straßen sehen, verlassen wir vorsichtshalber die Bergwelt und fahren wieder an die Küste. An der Elaia Beach (37.369598, 21.686899) finden wir einen guten Platz in einem Pinienwald. Es ist schwülwarm bei über 30 Grad und kein Lüftchen regt sich. Da sind wir sehr froh um den Schatten der Pinien, es riecht lecker würzig und die Zikaden zirpen. Es gibt einige Camper in Wohnmobilen und Zelten hier und noch mehr Hunde. Duschen und Wasserhähne sind vorhanden, das Meer direkt hinter der Düne – wildcamping vom Feinsten also.

Am nächsten Tag fängt es tatsächlich an zu regnen. Das Meer sieht trotzdem toll aus, im Bus ist es gemütlich, wir haben LTE – Internet und noch einige Videos auf Vorrat. Wir bleiben also erstmal hier.

In der Nacht schüttet es wie aus Kübeln. Das externe Netzteil des Notebooks gibt den Geist auf, Mist. Der nächste Elektronikladen ist in Pirgos, also fahren wir am nächten Tag nochmal ein Stück nach Norden, kaufen ein und bleiben dann etwas unterhalb von Pirgos auf einem Stellplatz (37.530998, 21.576799) bei Skillounta mit Meerblick. Zumindest theoretisch. Kommt eine weitere Sintflut? Immerhin können wir wieder DVDs schauen.

Der Parkplatz wird matschig, dafür haben wir ihn ganz für uns alleine.In den wenigen Regenpausen bekommt das Meer superschöne Farben.Am nächsten Morgen hat es wieder eine Regenpause und wir testen, ob wir vom Matschplatz wieder runterkommen. Das ist kein Problem, der Untergrund ist ziemlich fest und der Ducato bewegt sich gänzlich unbeeindruckt aus dem Pampe, nicht einmal das ESP springt an. Wir cruisen gemütlich wieder Richtung Süden bis Kalo Nero. Die allseits vorhandenen Straßenhunde haben hier sogar Lidl in Beschlag genommen.Das Wetter wird besser, immer mal wieder gibt es sogar blauen Himmel. Das Meer ist zweigeteilt: vorne braune Brühe, hinten azurblau. Heute gehen wir nicht schwimmen.Am Strand von Kalo Nero gibt es viele Nester von Meeresschildkröten. Fleißige Mitarbeiter vom Naturschutz fahren morgens die Strände ab und markieren die frischen Nester.

Der Parkplatz liegt direkt am Strand und ist beliebt – es ist vermutlich einer der Plätze, die im Reiseführer „Mit dem Wohnmobil auf die Peleponnes“ aufgeführt sind. An diesen Orten trifft man oft auf viele große Wohnmobile. Wir stehen hier die Nacht aber gut, an der nahen Poolbar gibt es schnelles WLAN, so dass wir den Platz empfehlen können. Die Koordinaten sind 37.297199, 21.695299 

So sah ungefähr die aktuelle Route aus, in der Reihenfolge schwarz, grau, braun.

Karte von openstreetmap

Morgen geht es weiter auf den westlichen Finger des Peloponnes!

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