Juli 2018 Peleponnes westlicher Finger

Auf der Landkarte erinnert die Form des Peleponnes an eine Hand mit drei Fingern und einen Daumen nach Osten. Wir erkunden den westlichen Finger und fahren als erstes nach Chóra zum Palast des Nestor, ein Fürstenpalast aus mykenischer Zeit

Die Ausgrabungsstätte wurde mit einem Dach überspannt, davor gibt es ein kleines Info Haus.Wie in Olympia erklären Tafeln die Örtlichkeiten, hier zum Beispiel das Badezimmer nebst Badewanne. Und so schaut das jetzt aus

Hier der Thronsaal. Das Ganze ist durch das neue Dach sicherlich gut gegen weitere Witterungseinflüsse geschützt. Bis auf die Mauern ist aber nicht mehr viel zu sehen, so dass sich die Besichtigung für einen Eintrittspreis von 6€ nur bedingt lohnt.

Danach geht es weiter nach Pylos, einer hübschen Hafenstadt. Man kann dort direkt am Hafen parken und wohl auch problemlos übernachten. Wir parken erstmal, Uschi kocht uns etwas Leckeres und dann erkunden wir die kleine Stadt mit ihren Tavernen, Plätzen, Geschäften. Dort gegenüber am Kai parkt unser Bus:

Der Peleponnes ist reich an Festungsanlagen, auch in Pylos gibt es eine, wieder werden 6€ Eintritt pro Nase aufgerufen. Wenn wir auf unserer Reise alle Festungen und Ausgrabungsstätten besuchen wollten, würden wir wohl erheblich zur Entschuldung des Staatsdefizits beitragen. Heute bleibt es bei der Wanderung zur Festung und einem Bild davor.
Es ist erst Nachmittag und mit Pylos sind wir eigentlich durch. So fahren wir entlang der Westküste des dritten Peleponnes-Fingers nach Methóni. Dort ist nicht viel los und das Übernachten mit dem Wohnmobil wird laut Berichten nicht toleriert. Also machen wir ein Foto der Festung (den Eintrittspreis können wir uns schon vorstellen) und weiter geht die Fahrt…

… an Koróni vorbei – denn es ist nun schon später Nachmittag und diesem Städtchen wollen wir uns, nach einem Tipp von Johannes M., noch in Ruhe widmen. Früh am Abend landen wir in Agios Andreas und finden hier einen absoluten Traumplatz (36.8629, 21.9223). Direkt am Strand, ab dem Nachmittag beschattet, so dass es abends im Bus kühl ist und die Solarpanels bis mittags aufgeladen werden.

Das Gelände ist ein ehemaliger Campingplatz. Die Strandduschen und Toiletten werden von einer Beachbar weiter betrieben.

Wir treffen hier wieder nette Leute, Einheimische und auch aus Deutschland – diesmal sogar Freiburger! – danke nochmal für die Wassermelone  🙂  Und natürlich liebe Grüße an Elke und Herbert, vielleicht sieht man sich mal in VS!  Der Platz ist ein perfekter Ort für das Strandleben. Das machen wir nun ein paar Tage. Die Temperaturen steigen wieder, wir können unsere zwischenzeitlich 3 Sonnenschirme gut gebrauchen.

Im kleinen Örtchen gibt es neben diversen Tavernen 2 kleine Minimärkte, die die Grundversorgung sicherstellen und auch einen Bäcker. Außerdem ein byzanthinisches Kirchlein…

… das auf dem Gelände eines einstigen Appolontempel gebaut wurde. Vom Tempel haben wir aber nichts gesehen, evtl. gehörten diese Säulen dazu?

Die Tankstelle ist nicht mehr in Betrieb, wurde aber floral verschönert.

Eine Woche verbringen wir in Agios Andreas, nach Kato Vasiliki unsere Nr. 2 in der bisherigen Top Ten der Übernachtungsplätze. Einmal machen wir eines Ausflug nach Koroni. Der Örtchen wurde uns mehrfach persönlich und in Reiseführern empfohlen. Die Straßen sollen eng sein und enden am Hafen. Wir finden gleich am Ortseingang eine gute Parkmöglichkeit. Allerdings wollen wir schon mal mit der Wagenfront in Richtung Ortsausgang parken und fahren weiter, auf der Suche nach einer Wendemöglichkeit. Diese gibt es dann tatsächlich erst unten am Hafen…. Und wir können bestätigen: ja, die Ortsdurchfahrt ist sehr eng und kurvig. Da es noch früh am Morgen ist, kommen wir jedoch gut runter, wieder hoch und parken in der richtigen Position.

Dann laufen wir runter in den Ort, beim Bäcker gibt es warme Schokocroissants und wir stärken uns für den Aufstieg zur venezianischen Burg.

Wir bummeln zur Küstenpromenade, die Wege sind gut beschildert

und dann hoch zur Burg. Diese EU-Schilder sieht man oft in Griechenland, vornehmlich an neuen Straßen, aber auch an historischen Stätten.

Innerhalb der Burganlage gibt es einige Wohnhäuser und ein Nonnenkloster, dass seine Pforte für Besucher offenhält.

In der Klosteranlage empfängt uns eine friedvolle, ruhige Atmosphäre und eine Nonne reicht uns zur Begrüßung Süßigkeiten und kühles Wasser. Es gibt einen kleinen Laden mit Selbstgemachtem und Dingen aus der Region. Ein Bratwender und eine Olivengabel aus Olivenbaumholz ergänzen nun unseren Haushalt. Vom Kloster hat man einen schönen Blick ringsum.Es gibt Einblicke in das Klosterleben, hier in den Schlafraum eines Pope, der hier lebte. Das kaum 1,60m lange Bett endet direkt an der Türe, das ist Minimalismus!

Schöner Ausblick auf das kristallklare Meer.Wir stärken uns anschließend in der Dortkneipe. Ein kleiner gemischter Teller mit Gyros kostet hier 3,50€, Wifi gibt es gratis – allerdings wie fast immer in den Bars suuuperlangsam. So werden wir immer noch ein wenig mehr entschleunigt.

Am nächsten Tag steht ein Ausflug zum antiken Messene auf dem Programm. Wieder fahren wir ganz frühmorgens los und sind deshalb um 8 Uhr die Ersten an der Kasse zur Ausgrabungsstätte. 12€ kostet der Eintritt incl. Museum.

Weil das hier kein Archäologieblog ist, will ich nicht weiter ins Detail. Für Interessierte gibt es hier einen guten Überblick.  Nur soviel: wir sind gute 3 Stunden und über 6 km durch die ehemalige Stadt gelaufen, sind förmlich in die alten Zeiten eingetaucht und die Zeit verging wie im Fluge. Es war aber auch gut, dass wir früh aufgestanden sind, denn gegen Mittag wird es heiß.

Hier habe ich mal etwas Neues ausprobiert, eine Diashow mit dem eindrucksvollen Stadion, dem Theater, eines Äskulap-Tempel, gut erhaltenen Mosaik-Fußböden und mehr:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Etwas außerhalb der Site befindet sich das Arkadische Tor, Stadttor des antiken Messéne, das auch heute noch befahren werden kann.

Rund um Messini gibt es an den Straßen unzählige Verkaufsstände, an denen vor allem frische Orangen verkauft werden. Für uns ist das in dieser Jahreszeit ungewöhnlich, die Orangen schmecken aber super und ein großes Netz kostet nur 2€. Von diesem haben wir die Hälfte der Orangen bereits vertilgt:36 Grad und es wird noch heißer…! Hier könnt ihr mitsingen!

Wir stellen die Klimaanlage des Ducato auf Stufe 4 und rollen zum Strand von Messenien (37.005402, 21.971399).  Hier können wir auch über Nacht mit dem Camper stehen bleiben.

Morgen fahren wir nach Kalamata und sind damit auf der Máni, dem mittleren Finger des Peleponnes.

Nach rund 3 Monaten haben wir 4437km zurückgelegt bei einer Fahrzeit von 103 Stunden und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 42 km/h.

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