Juli 2018 Peloponnes östlicher Finger

Gythio ist eine kleine Hafenstadt, bietet aber nichts besonderes und es ist heiß. Wir kaufen beim Bäcker ein paar Leckereien und begeben uns zu einer der vielen  Beachbars an den Strand. Der Bus parkt direkt vor den Liegen mit Sonnenschirm, die wieder einmal kostenlos benutzt werden können, der Frappé wird inkl. einer kleinen Wasserflasche für 2€ serviert.

Gegen Abend geht es landeinwärts nach Sparti, bzw. Sparta. Vom historischen Ort ist allerdings nicht mehr viel zu sehen, die Überreste sind eher…. spartanisch.

Zum Übernachten folgen wir einem Tipp aus park4night und steuern einen Platz in den Bergen an (37.059072, 22.376251), der etwas mehr Kühle verspricht als die 33 Grad in Sparta. Und tatsächlich ist es in 570m Höhe angenehmer. Allerdings muss die Anfahrt über eine enge, steile und mit Haarnadelkurven gespickte Piste erkämpft werden. Alles, was größer als ein Kastenwagen ist, sollte dort besser nicht fahren.

Früh am nächsten Morgen besuchen wir Mystras, eine byzantinische Ruinenstadt in Sichtweite von Sparta. Tatsächlich siedelten die Bewohner Spartas, die in ihrer Stadt geknechtet wurden, damals hierhin um. Das gesamte Ensemble liegt eindrucksvoll an einem Berghang.

Einige der Kirchen und Klöster sind gut erhalten bzw. restauriert und werden teilweise auch noch genutzt

Mystras gliedert sich in eine Ober- und Unterstadt und obwohl es schon wieder über 30 Grad hat, erkunden wir in gut 3 Stunden einen Großteil der Anlage.

Für die Pausen sind wir gut mit Vesper und Getränke ausgestattet. Das ist gut so, außer Wasser gibt es im historischen Mystras nichts zu kaufen.In der Klosterkirche freut sich eine Mitarbeiterin über unseren Besuch und wir bekommen exklusiv und ausführlich die Fresken und Wandmalereien erläutert.

Das größte Gebäude, der Palast, liegt in der Oberstadt. Dort gibt es einen separaten Eingang und Parkplatz. Wir verlassen also Mystra Downtown, fahren mit dem Bus über eine steile, aber gut geteerte Straße nach oben und können mit unseren Tickets durch den Eingang zur Oberstadt. Dann einige Höhenmeter zu Fuß wieder runter und man kommt zum Palast.Leider aber nicht rein. Schade…

Die Sonne steht schon hoch am Horizont und brezelt erbarmungslos auf die Besucher. Sehr gut, dass wir so früh aufgebrochen sind. Die Besichtigung ist dadurch am Mittag abgeschlossen und wir können zum Abkühlen ans Meer, genauer an den Valtaki Beach. Der Parkplatz bietet sich zum Übernachten an (36.789101, 22.5819), leider ohne Meerblick, weil eine Düne davor ist. Jaja, wir sind zwischenzeitlich verwöhnt. Es gibt aber eine gute Stranddusche und am Strand einen spektakulären Blick auf ein Schiffswrack:

Das Schiff strandete 1981 in der Bucht, die Geschichte dazu ist hier und hier nachzulesen.

Der Parkplatz ist für eine Nacht ok, aber uns fehlt wie gesagt der Meerblick 😉  Ein weiterer Nachteil: wenn man tagsüber nicht direkt am Fahrzeug sitzen kann, muss man es geschlossen halten und dementsprechend heiß ist es dann abends darin. Im Vergleich zu einem Gebäude kühlt der Bus zwar relativ schnell wieder aus, aber angenehmer ist es, man kann Fenster und Türe auf lassen. Das ist beim nächsten Platz an der Ostküste des östlichen Peloponnesfingers der Fall: bei Agio Ioannis nördlich von  Monemvasia treffen wir auf einen absoluten Traumplatz (36.729, 23.026899). Direkt am Wasser, der Kiesstrand nur 50m entfernt stehen wir sogar auf einer Wiese, das ist wirklich selten auf dem Peloponnes! Eine Stranddusche gibt es auch und die Umgebung sieht super aus. Erstaunlich, dass hier so wenig los ist.Die Bucht bietet sich vorzüglich zum SUPen an und es gibt in der unmittelbaren Umgebung auch eine archäologische Stätte zu erkunden.

Blick von den historischen Steinen aufs Meer und unseren Bus am Strand:Viel Aktivitäten lassen die Temperaturen nicht zu. Drinnen wie draußen hat es 37 Grad, das Wasser geschätzte 28 Grad. Der Kühlschrank läuft auf Hochtouren, normalerweise laden die Solarpanels die Batterien bis spätestens 12 Uhr voll, heute wird es 16 Uhr.

Ein heißer Wind kommt am Nachmittag auf, die Wellen treiben uns eine Strandmatte und ein Sandförmchen zu.

Abends kühlt es langsam ab, wir lassen alle Fenster über Nacht offen, lauschen den Zikaden und den Wellen und gegen Morgen zeigt das Thermometer 25 Grad, wenn uns die Sonne weckt.Wir bleiben eine Woche und unternehmen diverse Ausflüge. Immer mal wieder in das nahe Städtchen Monemvassia, dessen Altstadt auf einem großen, breiten Felsen liegt, der schon seit dem Mittelalter mit einer Brücke mit dem Festland verbunden ist.Als Gesamtes schwer zu fotografieren, drum habe ich hier das Foto einer Infotafel vor Ort abgelichtet.

Es schlendert sich schön durch die engen Gassen, den Aufstieg auf den Felsen ersparen wir uns hitzebedingt und knipsen ein paar Bilder von unten.

In der Neustadt kann man einkaufen und einmal statten wir dem örtlichen Friseur einen Besuch ab, die Verständigung ist etwas schwierig, da er nach eigener Aussage nur griechisch spricht, wir haben aber Spaß und er macht einen guten Job.

Einmal fahren wir entlang der Küste bis zur Bucht von Agios Fokas, dort steht auf einer kleinen Insel eine dekorative Kapelle mit einem Friedhof. Man kann hier gut parken und auch problemlos übernachten, wenn einem der ständige Blick auf den Friedhof nicht stört.  Am Nachmittag kommen starke Sturmböen auf und wir ziehen für ein paar Stunden eine Bucht weiter, kommen aber zum Übernachten hierher zurück. Der Wasserhahn am Parkplatz ist nur von 17-19 Uhr in Betrieb, das verpassen wir leider. Die Nacht ist ruhig, es hat allerdings viele Stechmücken, die es vor allem auf Uschi abgesehen haben.

Stellplatz Agios Fokas (36.5952, 23.061001)Ein Pflichtbesuch auf dem westlichen Peloponnesfinger gilt der Insel Elafónisos ganz im Süden. Es locken türkisblaue Strände und Inselleben. Die kurze Überfahrt mit der Fähre kostet 1€ pro Person, für unseren Bus wären aber 25€ fällig. Und zurück natürlich nochmal. Das erscheint uns für den kurzen Hüpfer zuviel, zumal die Straßen auf Elafónisos eng und freie Plätze zum Übernachten rar sein sollen. Wir stellen also am frühen Morgen – ja, es ist immer noch sehr heiß – den Bus am Fährhafen ab und setzen ohne ihn auf die Insel über. Nach ein paar Minuten sind wir schon am Hafen von Elafónisos:Die Insel ist zu groß, um sie zu Fuß zu erkunden. Und wenn wir schon mal hier sind, wollen wir auch alles sehen. Direkt am Hafen werden Räder, Roller und auch ein Quad für 20€ pro Tag zum Verleih angeboten. Wenn schon, denn schon, denken wir uns und fahren zum ersten Mal Quad….…. und zwar direkt zu den beiden großen Stränden im Süden der Insel. Das Quad wird direkt am Strand geparkt, mit dem Bus wäre dafür kein Platz gewesen. Dann geht es zu Fuß weiter. Die Sandkörner sind klitzeklein, zur besseren Begehung gibt es einen Palettenweg.Ja, der Strand ist wirklich schön, das Wasser türkisfarben. Die Sonnenschirme und Liegen gibt es hier aber nicht umsonst, wie wir es bisher in Griechenland kennengelernt haben. Es werden satte 15€ für die Benutzung verlangt. Man liegt dicht an dicht. Und es windet heftig.

Wir knattern weiter über die Insel. Das Quad ist saulaut und hoppelt auf seinen fetten Reifen ohne erkennbare Straßenlage über die Wege. Wir nennen es „das Teil“ und haben eine Menge Spaß damit.

Der zweite Strand im Westen der Insel ist ebenfalls feinsandig und das Wasser lockt mit türkisen Farben. Das Schirm- / Liegenset ist mit 13€ etwas günstiger. Auch hier ist alles auf jede Menge Touristen angelegt und die kommen auch so langsam in Scharen.Wir düsen, knattern, quaden weiter über die Inselwelt, genießen die tollen Aussichten….

…. und finden auf der Ostseite eine kleine Bucht ohne Sonnenschirmverleih mit dem schönsten kristallklaren Wasser. Es schwimmt und taucht sich wie in einem hellblaue gekachelten Pool, einfach super. Leider sind unsere Kameras nicht wasserdicht, man kann unter Wasser total weit sehen.Auf unserer Inselrundfahrt haben wir einen Fundschirm aufgegabelt, der uns jetzt sehr gute Dienste leistet.

Den Schirm lassen wir am späten Nachmittag beim freundlichen Quadvermieter zurück, für die nächsten Kunden. Zwischenzeitlich stürmt es heftig hier im Süden. Drum fahren wir zum Übernachten wieder zurück zu unserem Topplatz bei Agios Ioánnis. Dort ist es nicht die ganze Zeit so leer, wie bei unserer Ankunft. Naja, die Saison geht los.Die Mobile kommen und gehen, wir haben immer wieder mal neue Nachbarn aus Italien, Frankreich, Slowenien, Rumänien, Österreich und Deutschland. Mal sind wir hier über 10 Mobile, dann wieder nur zu zweit. Es ist wirklich toll hier, aber nach einer Woche zieht es uns weiter. Wir wollen an der etwas unwegsamen Ostküste des östlichen Fingers nach Norden fahren und sind gespannt, was uns erwartet.

Karte von Openstreetmap

 

 

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