Oktober 2018 Quer durch Frankreich

Let’s go southwest: der grobe Plan ist, über Nationalstraßen quer durch Frankreich zu cruisen und unterwegs dort anzuhalten, wo es uns gefällt.

(Karte von Openstreetmap)

Den ersten Stopp mit Übernachtung machen wir in Belfort, der Stadt der Löwen. Es gibt einen picobello kostenlosen Stellplatz von dem man in wenigen Minuten zu Fuß in die Altstadt und zur Zitadelle kommt. Im Office de Tourisme erhält man Unterlagen, um die Stadt ausgiebig zu erkunden, einschließlich eines spannenden Rundgangs mit Löwensuche. Knapp 200 sind in der Stadt verteilt, nicht alle so groß wie die Skulpur von Frédéric-Auguste Bartholdi am Fuß der Zitadelle:

Am nächsten Morgen geht es weiter auf kleinen Straßen über Felder, Wälder und Dörfer mit Einkäufen bei einem kleinen Bäcker und im großen Intermarche bei Fourbanne. Anschließend haben wir das dringende Bedürfnis, die erworbenen Leckereien zu verzehren. Nur 2-3 km weiter findet sich dazu ein schöner Platz an einer Schleusse mit Blick auf den Fluss Doubs, der uns eine geraume Zeit begleitet. Am Flussufer kann man gut spazieren oder radfahren. Gleich nebenan ist ein Parkplatz, auf dem wir mit 3 anderen Wohnmobilen eine ruhige Nacht verbringen.

beim Parkplatz Fourbanne GPS 47.3302, 6.30384

Der nächste Abstecher gilt einer der Partnerstädte von Freiburg: Besancon. Wir parken auf dem zentral gelegenen Wohnmobilstellplatz mit kostenloser Ver- und Entsorgung und spazieren entlang der Doubs-Uferpromenade in die Altstadt und werden wieder bei den örtlichen Bäckereien fündig. Das Baguette wird traditionell unterwegs angeknabbert.

Ein wenig möchten wir noch weiter und landen am Nachmittag bei diesem hübsch angelegten Wohnmobilstellplatz bei Montceau-les-Mines. Wieder kostenlos, nur für das Frischwasser sind 2€ zu bezahlen. Ein wirklich toller Service der französischen Gemeinden.

Stellplatz Montceau-les-Mines GPS: 46.677502, 4.35849

Der Stellplatz grenzt an einen großen Park, an dessen Stelle früher Steinkohle abgebaut wurde. Heute gibt es dort Seen, Tiergehege sowie Sport- und Spielplätze für Groß und Klein. Endlich mal ein Wackelauto in der richtigen Größe!

Der Himmel zieht sich zu, dafür finden wir einige Geocaches im Park und dem nahen Städtchen. Zum Beispiel am Kanal:

Bei bedecktem Himmel laden unsere 4 Solarpanele nicht viel. Die beiden Gelbatterien sind noch gut voll, aber ein bißchen Fahren kann nicht schaden, außerdem lockt ein weiterer schöner Stellplatz bei Cressanges mit V/E und WC-Haus. Ihr ahnt schon: auch hier wird kein Geld verlangt. Lediglich 2€, wenn man Frischwasser braucht – top! Eine Boulangerie ist nur 200m entfernt und der Baguette-Nachschub am nächsten Tag somit gesichert.

Stellplatz Cressanges GPS: 46.446499, 3.16097

Bei all unseren bisherigen Stopps gab es gutes 4G-Internet, auch auf dem flachen Land. So müssen wir beim abendlichen Flimeschauen nicht auf unsere Konserven zurückgreifen, sondern können über diverse Mediatheken streamen. Auch Dank 60 GB-Datenvolumen pro Monat und EU-Roaming.

Von Cressanges aus fahren wir (für unsere Verhältnisse) ein ganzes Stück, das Wetter ist ungemütlich, oft hat es Nebel. Auch auf unserem nächsten Stellplatz bei Roullet-Saint-Estephe (45.5810101, 0.045052 – kostenlos incl. V/E).  Am Tag darauf lässt sich wieder die Sonne blicken und wir besuchen das mittelalterliche Städtchen Saint Emilion.

Dieses trohnt auf einem Kalksteinplateau mit einem alten Stadtkern, einer Felsenkirche mit Klosteranlage, einem Kreuzgang aus dem 13. Jhd. und hat sich auf jede Menge Besucher eingerichtet. Es gibt ausgedehnte Parkmöglichkeiten und sogar einen separaten Platz für Wohnmobile.

Es soll sich einst ein Eremit names Émilion im 8. Jhd. niedergelassen haben, doch schon er hatte keine dauerhafte Ruhe, da sich bald Anhänger um ihn scharten.Wir fahren noch ein Stück weiter Richtung Atlantik. Die Nationalstraße ist hier autobahnähnlich ausgebaut und ist man in einer guten Stunde kurz vor Arcachon auf einem Womo-Parkplatz der Gemeinde Le Teich. Direkt vom Platz aus führt ein Fußweg vorbei an Flüssen, Seen und Kanälen…..… bis zum Bassin d’Arcachon.

‚Es gibt auf der ganzen Welt wohl kaum einen anderen Ort, der faszinierender ist als die Bucht von Arcachon‘

heißt es in einer lokalen Broschüre. Das können wir nicht ganz bestätigen, zumal derzeit Ebbe ist, aber die Gegend hat wirklich ihre Reize.Nach einer ruhigen Nacht fahren wir nach Arcachon, bummeln ein wenig an der Promenade und am Strand. Es zieht ganz ordentlich, das macht die 8 Grad Lufttemperatur nicht wärmer.

Auf das Erklimmen der nahen Dune du Pilat wird verzichtet, dort waren wir bereits 2010, vermutlich hat sich seither nicht viel verändert. Uns zieht es weiter Richtung Süden. Die Temperaturen machen Lust auf ein deftiges Essen, wir kehren in unser Lieblingsrestaurant ein, diesmal mit Blick auf den Etang de Sangiunet. Es gibt Jambon sur Choucroute aux lardons au champagne et pommes de terre. Mjam!

Gut gestärkt geht es über kleine Straßen weiter bis zum Cap de l’Homy-Plage bei Lit-ex-Mixe. Von der Düne aus präsentiert sich der Atlantik.Zum Baden reicht es temperaturbedingt nicht, der Blick ist aber klasse.

Wir parken und übernachten direkt unterhalb der Düne. In der Saison wäre das nicht machbar, an der Atlantikküste gibt es Wohnmobilverbote ohne Ende. Jetzt sollte das aber kein Problem sein, die Umgebung ist fast ausgestorben – außer den allgegenwärtigen Campern  😉

Parkplatz an der Düne GPS: 44.037102, -1.33764

Wir sind eine Woche in Frankreich unterwegs und haben knapp 1100km zurückgelegt (mit gefühlten 1111 Kreisverkehren) bei einer Fahrtzeit von insgesamt 16:3o Stunden. Die Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 66 km/h, der Verbrauch lag bei exakt 9 Liter Diesel / 100 km. Das Fahren auf den mautfreien Nationalstraßen ist angenehm, hier gilt tatsächlich oft: der Weg ist das Ziel. Das liegt auch an der erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h – waren das früher nicht 90 km/h? Egal, wir halten uns daran, man sieht viel von der Landschaft und es wird auch viel geblitzt.

Bei besserem Wetter wären wir länger an manchen Orten geblieben. Statt draußen zu sitzen, zieht es uns eher in den gemütlichen Bus zu einem warmen Essen und gemütlichem Filmeabend. Die Diesel-Standheizung macht einen guten Job. Alle Stellplätze waren bisher kostenlos, oft incl. Wasser und Entsorgung, in Belfort sogar einschließlich Strom. Bisher standen wir nie alleine – die Wohnmobildichte ist überall recht hoch. Wir sind also bei Weitem nicht die einzigen, die das mobile Leben für sich entdeckt haben 😉

 

2 Kommentare zu „Oktober 2018 Quer durch Frankreich“

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