Februar 2019 Sidi Wassay-Sidi Ifni

Auf dem Campingplatz Wassay Beach (siehe letzter Blogeintrag) lernen wir Erika mit Ehemann kennen, zwei rüstige und fröhliche Rentner um die 80, die bereits seit 17 Jahren immer wieder nach Marokko kommen und einiges zu erzählen haben. Die Siedlung beim Campingplatz ist verwaist, das sorgt für viel Ruhe am kilometerweiten Sandstrand. Bei der Wanderung hat man die Wahl: flach Richtung Norden…

… oder hügelig Richtung Süden, wo man immer wieder auf einfachste Fischerbehausungen trifft.Im CP-Restaurant bestellen wir gegrillte Sardinen und Tajine, zusammen für rund 7€.Wir bleiben zwei Nächte und fahren dann über kleine Straßen….

…. auf die gut ausgebaute N 1, auf der heftig geblitzt wird, nach Tiznit. Wir sind immer im Tempolimit und erreichen so ohne Zusatzkosten die Stadttore.Nicht weit entfernt gibt es Parkplätze ohne Wächter und Gebühren. Also flugs den Ducato geparkt und rein in die Medina.Tiznit ist nicht sehr touristisch, man kann super bummeln und einkaufen. Uschi hat einen schönen Gemüseladen entdeckt.Schnell ist eine Schüssel mit Vitaminen gefüllt. Das Ganze wird grob abgewogen und kostet 12 Dirham = rund 1€.Tiznit ist bekannt für seine Silberarbeiten, wir brauchen aber nichts und es bleibt beim Schaufensterbummel.Ein leises Bauchgrummeln weisst uns darauf hin, das es Mittagszeit ist. Am Wegesrand sehen wir Tajine, im dunklen Innenraum sitzen nur Einheimische, da kehren wir ein.Da es ausschließlich Tajine mit Huhn gibt, ist die Bestellung schnell erledigt. Wir bekommen eine Tischdecke aus Pappe aufgelegt und 2 Gabeln werden für uns gesucht und gefunden. Für das Erinnerungsfoto werde ich in die ‚Küche‘ gelotst. Alles voll nett hier, für die beiden Tajine mit 2 Wasserflaschen und reichlich Fladenbrot bezahlen wir knapp 7€.

Im Bus wird der Markteinkauf ausgepackt. Plastiktüten sind in Marokko verboten, man bekommt Taschen aus Stoff und Papier. Das müsste in der EU doch auch gehen.

Nach dem Bummeln und Essen in Tiznit wollen wir nicht mehr weit fahren, der Campingplatz in Aglou Plage (GPS: 29.8041, -9.827719, 90 DH = 8,30€ ohne Strom) ist nur eine Viertelstunde entfernt. Der große Platz ist zu 90% voll und zu 95% mit französischen Rentner belegt. Wir fallen richtig auf. Die Parzellen sind eng, aber für eine Nacht geht das schon.

Der Ozean bei Aglou Plage rauscht und tobt. Mitunter sind die Ausläufer der Wellen höher und schneller als man denkt.

Am nächsten Tag geht es weiter auf der bestens ausgebauten Küstenstraße. Super asphaltiert, keine ausgefranzte Ränder, keine Schlaglöcher. Trotzdem muss man aufpassen, weil immer wieder Tiere unterwegs sind. Hier eine Herde Kamele, man merkt, dass wir im Süden Marokkos sind.

In der Nähe von Mirleft sehen wir Wohmobile am Strand und stellen uns dazu (GPS: 29.589899, -10.0367). Es sieht so aus, als hätten einige hier übernachtet.

Direkt von der hübschen Bucht führt ein Pfad auf die Klippen.

… und weiter entlang der Steilküste.

An den schroffen Hängen sitzen Angler mit laaaangen Angelschnüren.

Wunderschön, dieser Küstenabschnitt.

Bei unserer Rückkehr zum Bus taucht ein Junge auf und möchte 10 Dirham für das Parken. Selbstbewusst mit gelber Weste und einer Art Ausweis ausgestattet bietet er auch Übernachten für 20 Dirham an. An dieser Küste werden allerdings immer wieder abends oder nachts die Parkplätze durch Militär und Polizei geräumt. Wir geben ihm deshalb die rund 90 Cent für das Parken und fahren weiter. Dieses Bild ist nicht historisch, sondern während der Fahrt aufgenommen:

Wieder landen wir auf einem großen Campingplatz voller französischer Rentner (CP Erkounte Park, GPS: 29.509399, -10.068, ohne Strom knapp 9€). Immerhin steht man nicht so eng. Wie auf allen Campingplätzen gibt es WLAN und wie immer funktioniert das superlangsam oder gar nicht. Wir sind meist auf die SIM-Karte von Maroc Telekom angewiesen. Im direkten Umfeld gibt es viel Platz und einige Kakteen.Die Wüste lebt…

Immer öfter sieht man Schilder in 3 Schriften, ganz unten für Berber:Und weiter geht es auf der top ausgebauten Küstenstraße Richtung Süden. Diesmal kreuzt eine Schafherde.Dann biegen wir ab zum Felsenbogen von Legzira. Der Ducato schlägt sich auf der Piste gut.

Das Spektakulärere der beiden Felsentore ist im September 2016 zusammengebrochen, da kommen wir leider zu spät. Im morgendlichen Küstennebel sehen wir das verbliebene Tor, haben aber irgendwie keine Lust, dort runter zu wandern…

… sondern fahren ein Stück weiter bis nach Sidi Ifni und checken auf dem Campingplatz Barco (GPS: 29.3832, -10.1753, ohne Strom 6,50€) ein.Wir haben Glück und bekommen den letzten Platz in der vorderen Reihe. Nur ein kleine Mauer trennt uns von der tiefer liegenden Promenade. Es gefällt uns auf Anhieb gut.Sidi Ifni wurde in den 1930er Jahren als Militärstützpunkt von den Spaniern erbaut, samt Flugplatz und Hafen. Manche Häuser sind in Art-déco errichtet, leider nur zum Teil gepflegt. Die Spanier sind erst 1969 abgezogen.

Seitdem sind im Kino wohl die Lichter aus…… ebenso im Twist Club. Uns erinnert das ein wenig an Lüderitz in Namibia.Der Leuchtturm tut aber seinen Dienst.In einer Straße werden Rohre saniert.Auf dem ehemaligen Flugplatz findet am Wochenende ein großer Markt statt, mit allem Möglichem. Der Junge vorne rechts bietet ein Huhn an.Die gibt es reichlich und sehen (bis jetzt) ganz glücklich aus.Hier ein Stand mit Wunderlampen…Wir beschränken uns auf die kulinarischen Dinge und erstehen ein knappes Kilo sehr leckere Oliven für rund 2€…… wieder einmal ein Schüssel Obst und Gemüse für 1€….Das Kilo aromatischer Erdbeeren ist mit rund 1,50€ fast schon Luxus.

Die Tasche füllt sich, die Händler sind freundlich und eher zurückhaltend. Zur Stärkung gibt es in einer Bar zwei frisch gepresst Orangensäfte zu je rund 90 Cent. Die sind hier beliebt – neben dem allgegenwärtigen Minztee und Wasser. Alkohol ist wie in ganz Marokko tabu.‚Zuhause‘ werden die Einkäufe verarbeitet.

An einem anderen Tag besorgen wir in einem Shop Aufladekarten für das Internet von Maroc Telecom. Es gibt zwar auch einen Onlinezugang mit Aufladefunktion, aber unsere Kreditkarten funktionieren dort nicht. Mal schauen, wie es mit den Rubbelkarten klappt, in 3 Wochen haben wir knapp 10 GB gebraucht.Dann ist wieder einmal Waschtag, in Sidi Ifni gibt es einen topmodernen Waschsalon.Wir probieren die lokalen Snacks: frisch zubereitete Msemen, marokkanische Pfannenkuchen für 3 Dirham….… und Sfenj, fettgebackene Hefekringel…… die ordentlich mit Zucker überstreut werden. Für gerade mal 1 Dirham = 9 Cent das Stück.Seit Agadir haben wir Sommerfeeling und dabei soll es erstmal bleiben.Richtung Süden sieht man in 3-4 Kilometer Entfernung den alten Hafen. Da bietet sich ein Strandspaziergang an.

Als die Anlage unter den Spaniern in Betrieb war, wurden die Schiffladungen mittels Seilbahn an Land gebracht.

Sidi Ifni gefällt uns gut, wir bleiben 4 Nächte. Morgen soll es ins Landesinnere Richtung Sahara gehen.

Route Sidi Wassay – Sidi Ifni

 

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