Februar 2019 Foum Zguid-Zagora

Nach zwei Tagen verlassen wir Tata. An der Total-Tankstelle wird vollgetankt, das erste Mal mit Barzahlung, da Kreditkartenzahlung nicht funktioniert. Der Liter Diesel kostet 87 Cent. Die gut ausgebaute N 12 Richtung Osten bringt uns schnell und gut durch die karge Landschaft.Nach einer Stunde Fahrt wird es hügelig, die Steine scharfkantiger.

Autoverkehr gibt es kaum, eine Kamelherde kreuzt den Weg.

Unten am nahezu wasserlosen Canyon stehen Berberzelte neben einigen Gemüsebeeten.In der kleinen Oasenstadt Foum Zguid finden wir – wie immer mit park4night – das Camp Khaima Park (GPS: 30.0798, -6.87145  50 Dirham = 4,60 €)…

… mit viel Platz, sehr schön! Zur Mittagszeit hat es 26 Grad.Die Sanitäranlagen sind äußerst einfach, es gibt aber eine warme Dusche mit Solarenergie und ein luftiges Bad:Gegen Abend laufen wir ~1 km zur Dorfmitte und kehren auf einen frisch gepressten O-Saft in das Restaurant Chegaga ein. Unser Blick fällt auf eine Grillstelle und wir fragen den Wirt, ob er da etwas drauflegen könnte. Macht er gerne, der Sohn darf mithelfen.Dann werden Oliven, Fladenbrot, Salat und Pommes aufgefahrenund das Grillgut: Hähnchenspieße und Kefta aus Rinderhack. Zum Dessert zwei frische Orangen. Das macht zusammen ~13€ incl. Kaffee oder Tee, was aber nicht mehr reinpasst. Wir können die auch gerne morgen bekommen, meint der Wirt. Ok, dann bis morgen!

Am nächsten Tag besuchen wir die Ksar, das alte Wehrdorf, von Foum Zguid. Nur noch wenige Menschen wohnen hier.

Die Lehmbauten verfallen zusehends. Immerhin bleiben irgendwann keine Bauruinen übrig, sondern nur große Lehmhaufen.

Noch halten die Balken…Durch dunkle, kühle Gänge geht es kreuz und quer durch die Ksar.

Teilweise ist es stockfinster und was wir im Handylicht sehen ist nicht immer schön 😉Gut, wieder das Tageslicht zu erblicken!Vorbei am nüchtern ausgestatteten Friedhof geht es zur Dorfmitte…… wo wir den Kaffee von gestern nachholen.

Wir verbringen 6 Tage in Foum Zguid. Leider erwischt mich Montezumas Rache. Ich werde von den einen Nachbarn mit Globulis und von anderen mit Salzstengel versorgt. Und es gibt schlimmere Ausblicke zum Genesen:Uschi besorgt Cola und Medikamente im Dorf und ich bin wieder fit.

Wie überall im Süden Marokkos sind die Läden hinter den Arkaden winzig, es gibt aber alles, was man zum (Über)leben braucht.Sogar eine Fahrschule haben wir entdeckt, wobei es im Dorf die wenigsten dieser Verkehrszeichen und keine Ampel gibt.

Falls die Fahrversuche scheitern, finden sich Autowerkstätten. Ohne Markenbindung, hier die Größte im Ort:

Auf dem Camp ist ein Kommen und Gehen. Viele der Reisenden sind wie wir über einen langen Zeitraum unterwegs, man berichtet und tauscht sich aus. Das ist interessant und macht Lust auf neue Entdeckungen. Vor der Weiterfahrt erhält das Camp Khaima Park die Agenda2018-Zertifizierung und einen Aufkleber 🙂 Auf der Michelin-Karte ist die Strecke nach Zagora als Piste eingezeichnet. Nach unserer Recherche ist die Straße aber geteert, andere Reisende bestätigen das. So geht es auf der N 12 nach Zagora. Immer ziemlich geradeaus:Die Strecke ist wirklich gut ausgebaut und hat wenig Verkehr. Wir beachten die Schilder:Die Kamele bleiben brav hinter der Leitplanke. Beim Fotostopp kommt ein Treiber angerannt und signalisiert: ‚Essen‘, gerne geben wir ihm eine Packung Couscous. Er nimmt sie und meint ‚DirhamDirhamDirham!‘. Naja, die wollen und können wir nicht wahllos verteilen. Wir verabschieden uns, er nicht, und fahren weiter.Links begleiten uns der Antiatlas, rund 1.500m hoch.Auf beiden Seiten immer wieder hübsche violett blühende Büsche.Nach knapp 2 Stunden sind wir in der Garnisionsstadt Zagora. Sie liegt auf 730m und hat 35.000 Einwohner. Neben der Markthalle parkt ein Esel, der Ducato daneben.Vor der Halle wird ein Kuhkopf abgefackelt. Drinnen kaufen wir Fleisch und Gemüse und werden von mehreren Personen angequatscht. Zagora ist bekannt für seine eifrige Verkäufer von Kameltouren. Freundlich aber bestimmt wimmeln wir sie ab.Wir checken auf dem Campingplatz Sindibad ein (GPS: 30.3265, -5.83356  50 Dirham = 4,80€). Das Freistehen lassen wir in Marokko. Zum Einen ist es nicht erwünscht und zum Anderen ist es mittags gut warm. Kurze Kleidung ist in der Öffentlichkeit aber absolut unüblich und wir passen uns als Gäste natürlich den Landessitten an. Auf dem Campingplatz kann man sich immerhin auch luftig angezogen aufhalten.Gegen Abend, wenn es kühler wird, geht es in langen Klamotten auf eine Runde in die Stadt und durch den schönen angrenzenden Palmenhain…… an dessen Ende wir auf den Bau einer neuen Umgehungsstraße stoßen und zwei markante Berge.Tags darauf kaufen wir noch ein paar Kleinigkeiten ein. Seit Sidi Ifni haben wir keinen ‚Supermarkt‘ mehr gefunden. Gemüse, Obst und ggf. Fleisch holt man auf dem Markt oder Souk. Alles andere gibt es in diesen winzigen, zahlreichen Läden. Jeder hat Wasser und Süßkram, der Rest ist indivduell, man muss schauen und fragen, hat nach 3-4 Läden aber im Großen und Ganzen das, was man braucht.Eine Preisauszeichnung gibt es selten. Auf Wasser ist der Preis (10 Dirham für 5 Liter) aufgedruckt, beim Rest sagt der Verkäufer, was er bekommt. Wir zahlen meist ähnliche Preise wie in Europa. Das Shoppingerlebnis hält sich in Grenzen, aber es ist immerhin kommunikativ und man viel Kontakt mit Einheimischen 😉

In den letzten 4 Monaten sind wir 6.400km gefahren bei einer Fahrzeit von 128 Stunden. Im Februar waren es 1130km / 23 Stunden. Der Durchschnittsverbrauch liegt bei 9,5 Liter Diesel / 100km.

Route: Tata-Foum Zguid-Zagora:

 

 

2 Kommentare zu „Februar 2019 Foum Zguid-Zagora“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s