März 2019 Zagora-Ait Ben Haddou

Der Ducato meistert die kurze Weichsandpassage aus dem Camp in M’hamid souverän, die anschließende Piste ist ein Klacks.So geht es aus der Wüste wieder nordwärts mit Fernsicht.In Zagora ist Sonntagsmarkt, das passt super. Wir stürzen uns ins laute Gewimmel und kaufen Gemüse, Obst, Oliven und Erdnüsse. Von diesen gleich 1kg, Marokko hat vermutlich die leckersten Erdnüsse der Welt. Wir wären noch länger über den Souk gebummelt, aber die Mittagshitze macht vor allem Uschi zu schaffen in den langen Sachen.Der Campingplatz Sindibad (GPS:  30.3265, – 5.83356) verfügt über eine Waschmaschine und wir verbinden das Angenehme (Palmenschatten) mit dem Nützlichen (Wäschewaschen).

Gegen abend geht es ins Dorf. Eine Gruppe Frauen kommt singend daher, jede hat ein Geschenk im Arm oder auf dem Kopf: Spielzeug, Decken, Eier etc.  Sie umringen uns mit einem lautstarken Ständchen, streicheln unsere Haare und ziehen fröhlich weiter. Witzig!Aus einem kleinen Snack im Dorf (Berberomelett und Hühnerspieße) wird durch die Fruchtsaftgetränke eine ordentliche Mahlzeit. Uschi’s ‚Mixed-Juice‘ entpuppt sich als Bananen-Erdbeer-etc. Bombe im Halbliterglas.Am nächsten Morgen gibt es in Zagora eine kleine Einkaufsrunde: Miniladen, Metzger, Bankautomat, Tankstelle, Autowäsche. Viel Sand konnten wir vom Bus waschen. Durch das kalkhaltige und leicht salzige Wasser in Zagora hat er jetzt einen Zebralook.

Was in Zagora ein wenig nervt: man wird viel angesprochen und auch angebettelt. Irgendwann fällt es schwer, dabei höflich zu bleiben. Von Zagora geht es über die N9 durch das palmengesäumte Draa-Tal.

Unterwegs wird dieser skurile Pferdetransport überholt:Die Reiter werden gleich mittransportiert.Pferdemähnen im Fahrtwind…Und immer weiter entlang der Oasenwirtschaft des Draatals.

Dann biegen wir auf eine Nebenstraße ab, denn in der Nähe soll es einen Wasserfall geben. Kaum zu glauben, angesichts der kargen Landschaft, mit ihren zarten Rot- und Grüntönen.Tatsächlich erreichen wir die Cascades Tizgui mit Mini-Wasserfall, Teich und der einfachen Behausung von Omar.

An Omar kommt man nicht vorbei. Gleich wird zuckersüßer Minztee eingeschenkt und viel erzählt. Dass wir kein französisch verstehen, macht nichts, er kann deutsch: Frankfurt, Oktoberfest und Prost. Den Rest gibt es dann wort- und gestenreich wieder auf Berber-Französisch. Nur mühsam können wir uns irgendwann loseisen.Über einen kleinen Klettersteig kommt man neben dem Wasserfall in eine Schlucht.Omar hat mehrfach darauf hingewiesen, dass wir hier unbedingt baden sollen. Alle machen das, sogar die Kohlbach war da und alle wollen bei ihm Tajine essen und 6 Nächte bleiben…Wir haben aber noch andere Pläne, tragen uns ins Gästebuch ein und kehren zum Parkplatz zurück. Hier könnte man vermutlich auch übernachten (GPS: 30.777171, -6.52739).

Wir fahren aber noch ein Stück. Wieder zurück auf die N9 und weiter Richtung Norden. Vorbei an manch wackerem Eselchen.Und durch einige Dörfer und Kasbahs.Die Landschaft wird immer schroffer.

Und dann stehen wir vor dieser eindrucksvollen Pforte. Hm… das soll die Einfahrt zu unserem Campingplatz für knapp 4€ sein?

Sie ist es. Zur Begrüßung gibt es Tee.

Die Anlage hat einen großen Restaurantbereich, hier können sicher tolle Feste gefeiert werden. Der Minztee schmeckt ausgesprochen lecker und ist auf unseren Wunsch nur leicht gesüßt. Für alle Fälle bekommen wir aber noch ein wenig Zucker zum Nachsüßen.

Sogar einen Pool hat es auf dem Camping Dar Al Fourssane (GPS: 30.860251, -6.847205).

Es ist nicht viel los, nur 2 Wohnmobile sind auf dem Platz. Wir suchen uns eine ruhige Ecke und verbringen eine ruhige Nacht auf 1150m ü.M.

Im Supermarkt Dimitri in Ouarzazate gibt es Wein und Bier zu kaufen, die erste Gelegenheit seit Essaouira. Das trifft sich gut, denn wir wollen auf unseren runden Jahrestag anstoßen. Im Umfeld des Supermarktes wird es erstmal nervig: ein Polizist hält uns an, wir wären über rot gefahren. Nein, sind wir nicht, es wurde gerade gelb. ‚Doch‘ meint er ‚Nein‘ sage ich. ‚DOCH!‘ und ein Blick der keinen Widerspruch mag. Na gut, zucke ich mit den Schulter. Wir sollen künftig aufpassen. So ein Wichtigtuer. Vor dem Supermarkt geparkt redet gleich ein Teppichhändler auf uns ein. Nein danke, wir wollen nicht kucken. Dann kommt ein ‚Parkwächter‘ angerannt. Laber, laber, Allemania, nein in München liegt kein Schnee, blabla…

Im Dimitri Liquid-Store wird an einer Theke Wein gekauft, der gleich sichtgeschützt verpackt wird. Man fühlt sich ein wenig wie beim Drogenhändler 😉  Nebenan gibt es noch einen Supermarkt mit Dingen, die es in den Minimärkten nicht gibt. Käse, z.B., leider nur Gouda und alles sehr teuer. Auch in einer 100.000 Einwohner-Stadt  dominieren die Miniläden.

Der weitere Bummel durch Ouarzazate: beim Einräumen des Einkaufs kommt gleich der Parkwächter angerannt. Nein, wir fahren nicht weg, wir schauen uns noch um. Im nächsten Souk von allen Seiten: ‚Allemania?‘, ‚Nur schauen, nix kaufen!‘, ‚Hamburg, Frankfurt?‘, ‚Schauen, schauen, bitte!‘ … öargs. Seit Zagora begegnet uns diese Aufdringlichkeit. Dann wird es auf einmal ruhig. Auf einem Platz gibt es jede Menge E-Autos für die Kids…

… alle mögliche Geschäfte folgen…

… wir werden fündig in einem Kosmetikladen mit einem netten, zurückhaltenden Verkäufer.

Beim Wegfahren ist der Parkwächter nicht schnell genug 🙂 Für unser Jubiläum checken wir im Dar Daif ein. Eine Kasbah, die liebevoll in ein Gästehaus umgebaut wurde.

Unsere Suite hat 3 Räume und eine tolle Dachterasse.

… mit Ausblick auf den Atlas, den See und -ganz romatisch- ein großes Sonnenkraftwerk, das von Weitem wie ein gigantischer Strahler aussieht. Hier gibt es Infos dazu.

Die direkte Nachbarschaft ist ländlich: Hühner im 2.OG.

Wir machen uns schick fürs Abendessen im Dar Daif.

Das ganze Haus ist im traditionellen Stil gehalten, das marokkanische Frühstück etwas süß, aber authentisch.

Tags darauf wollen wir uns das Sonnenkraftwerk von der Nähe ansehen. Auf der Zufahrtsstraße gibt es diverse ‚Interdit au public‘-Schilder.

Dann kommt eine Einfahrt mit Schranke und Fotoverbot. Wirklich nah kommt man an das Kraftwerk leider nicht ran, schade. Auf Google-Maps sieht das sehr eindrucksvoll aus.

Am nahen El Mansour-Eddahbi-Stausee finden wir mit park4night diesen Platz (GPS: 30.961201, -6.75554). Ein paar Franzosen sind schon da. Vielleicht ist das unser erster freies Übernachten in Marokko?

Ja, das klappt. Tagsüber kommen ein paar Kinder vorbei, die aber nicht betteln, wie man das so oft hört. Sie stehen ein paar Meter vom Bus und schauen uns interessiert an. Wir halten nichts davon, Bonbons zu verteilen, bieten aber Obst und Muffins an, die freudig angenommen werden. Die Nacht ist ruhig und die Morgenstimmung schön.

Auf dem Gelände stehen Häuser, die nicht fertig gestellt wurden. Und es gibt viele offene, bis zu 5m tiefe Schächte ohne Deckel wie hier:

Weiter geht es auf der N9 Richtung Norden, von Weitem sieht man die über 4.000m hohen Gipfel des Atlas.

Unser Ziel ist Ait Ben Haddou, wir parken auf einem Wohnmobilstellplatz (GPS: 31.040745, -7.12755) mit Sicht auf das alte Lehmdorf.

Das Unesco-Weltkulturerbe diente als Filmkulisse für diverse Streifen, unter anderem ‚Gladiator‘ und ‚Game of Thrones‘.Für einen kleinen Obolus, der auch dem Erhalt der Kasbah zugute kommt, kann man diese besichtigen.Bilder zeigen Szenen aus den Filmen, die hier gedreht wurden.Die kleine Festung auf der Bergkuppe:Von oben hat man eine tolle Aussicht auf das Tal und das AtlasgebirgeNatürlich ist so ein Ort auch touristisch, in den Gassen gibt es jede Menge recht aktive Händler.Ein Blick auf die Brücke, welche die alte Ksar mit dem neuen Ort verbindet. Dort bummeln wir noch durch, dann machen wir es uns im Ducato gemütlich, denn es windet kalt und heftig auf 1.290m Höhe. Welcher Ort ist besser geeignet für eine weitere Folge von Game of Thrones? 🙂

Route: M’hamid – Ait Ben Haddou

 

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