Dezember 2019 Fortuna+Mar Menor

Morgens um 4 Uhr werden wir auf unserem Klippenplatz in Torrevieja von einem Plätschern geweckt. Das Geräusch scheint aus der Heckgarage zu kommen. Vielleicht das Sicherungsventil, welches das Einfrieren der Leitungen verhindern soll? Aber so kalt ist es nicht. Eine nächtliche Kurzinspektion mit der Taschenlampe ergibt: das Ventil ist zu, die Heckgarage steht unter Wasser 😦   Von dort tröpfelt es nach außen und es sieht morgens so aus:

Zur Fehlersuche fahren wir auf den Stellplatz in Los Alcázares und räumen alles aus.Schnell ist die Ursache gefunden: am Frostschutzventil hat sich der rechte Schlauch gelöst, die Schelle an dieser Stelle taugt nichts. Erstmal wird der Schlauch wieder draufgesteckt.

Woher bekommt man am Sonntagmorgen auf die Schnelle eine Schelle? Der nächste Chinamarkt ist nicht weit, für 95 Cent gibt es einen 6er Pack.Ruckzuck ist alles wieder dicht. Bei Reparaturen sind die Rollen klar verteilt:

Wir haben aber noch nicht genug vom Wasser, sondern Lust auf ein Bad. Das Meer ist dafür leider zu kalt. Thermalbäder, wie wir sie aus Deutschland kennen, sind in Spanien sehr rar. Eine Ausnahme befindet sich bei Fortuna, rund 70km von der Küste entfernt, auf 210m Höhe, eingebettet in eine karge Berglandschaft.

Praktischerweise verfügt das Bad über einen Campingplatz (GPS: 38.206501, -1.10711).

Wie überall gibt es Überwinterer, die sich für mehrere Monate einrichten, hier vor allem Schweizer und Deutsche. Dabei bietet die Umgebung nicht viel. Es warten aber 3 schön angelegte, teilweise überdachte Becken mit 32 – 36 Grad warmen Thermalwasser:

Die Parzellen sind etwas eng, dafür haben wir ein eigenes Badezimmer.Waschmaschine und Trockner sind direkt gegenüber. Also wird neben dem Wellnessen auch ein Waschtag eingelegt.Wie gesagt, gibt es in Spanien sowie im gesamten Mittelmeerraum leider kaum öffentliche Thermalbäder. Früher was das anders: wenn man dergleichen sucht, landet man in der Regel bei Ausgrabungen römischer Anlagen. Auch in Fortuna gibt es eine, das Schild ist ebenfalls schon fast antik:

Das Gelände ist offen, alles ungesichert.

Hier plantschten einst die Römer, nur 700m vom jetzigen Thermalbad entfernt.

Nach 2 Tagen mit ausgiebigem Wellnessen fahren wir Richtung Murcia. Auf dem großen Parkplatz eines Einkaufszentrums befinden sich kostenlose Stellplätze mit Ver- und Entsorgung. Unglaublich, was hier los ist: wir zählen über 100 Wohnmobile (GPS: 38.029301, -1.1483).

Vor Ort gibt es einen großen Fresstempel, die sind in Spanien beliebt. All you can eat&drink für 13,50€. Eigentlich gar nicht unser Ding, aber wir wollten das schon lange mal anschauen.

Bezahlt wird am Eingang, dann wird man an einen Tisch geleitet und der erste Getränkewunsch aufgenommen. Ab da ist dann Selbstbedienung angesagt. Lediglich das Grillgut, dass man sich an der Fleisch- und Fischtheke frisch aussuchen kann, wird einem nach der Zubereitung an den Tisch gebracht.

Die Atmosphäre gleicht einer Kantine oder einem großen AI-Hotel.

Die Auswahl ist gigantisch und geschmacklich gut. Wir essen nicht annähernd so viel wie unsere Nachbarn, aber ein paar Teller schaffen wir.

Vom Parkplatz könnte man gut mit der Bahn oder den Rädern nach Murcia fahren. Wir haben aber keine Lust auf Großstadt und kehren wieder auf unserem Platz bei Los Alcázares zurück.

Weihnachten unter Palmen….

Inklusive Krippe mit Meerblick. Das schöne Trek 970 MTB unten links im Bild lag nicht unter dem Weihnachtsbaum, das haben wir schon fast 30 Jahre 🙂Radtouren am Mar Menor…

Über einen 6km langen Damm gelangt man quer durchs Mar Menor an das Mittelmeer.

Alles ist super angelegt, hier geht es zu den Salinen.

Im flachen Wasser des Mar Menor fühlen sich Flamingos wohl.

‚Zuhause‘ gibt es auch immer mal wieder Arbeit. Von den netten Stellplatzbetreibern bekommen wir eine Leiter geliehen und das Hobby-Dach kann gesäubert werden.So lange wie auf dem Stellplatz bei Los Alcázares standen wir noch nie. Die Infrastrukur ist perfekt, es gibt jede Menge Ausflugsziele, nette Nachbarn und das Wetter ist prima. Weiter südlich, also von Portugal bis Malaga zieht immer wieder ein Regengebiet durch, wir haben an Weihnachten Bikiniwetter und ‚müssen‘ erstmals die Markise ausfahren. Also bleiben wir noch ein wenig.

Route: Torrevieja, Los Alcázares, Fortuna, Murcia, Los Alcázares.

 

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