Oktober 2018 Au revoir France!

Über ganz Europa liegt ein fettes Wettertief. In Capbreton hat es keine Unwetter wie in Italien oder Schneefall wie in Deutschland, aber dicke Wolken, teilweise Regen, Temperaturen um die 8-10 Grad.Die Surfer sind trotzdem im Wasser und wir schauen uns das Städtchen an, hier z.B. den sich weit ins Wasser wagende hölzerne Pfahlsteg Estacade, ein Geschenk von Kaiser Napoléon III.Zum Übernachten geht es noch ein Stück weiter bis kurz vor Biarritz. An der Flußmündung bei Tarnos wird mit Aussicht auf den Fluß L’Adour und den Atlantik geparkt (GPS: 43.529999, -1.51924). Es nieselt, die letzten Angler ziehen ab und wir übernachten das erste Mal alleine, ohne andere Wohnmobile.

Am nächsten Morgen blinzelt ein wenig die Sonne durch – bestens um Biarritz zu erkunden. Als Erstes gilt es, eine gute Übernachtungsmöglichkeit zu finden. Frei stehen ist keine gute Idee, überall stehen Verbotsschilder, die das Parken mit dem Wohnmobil auch tagsüber verbieten. Eine Alternative wäre das Hotel du Palais, einst Kaiserpalast und jetzt Prunkhotel.

Das günstigste Doppelzimmer gibt es online zum Sonderpreis: lediglich 525€ sind für 1 Nacht zu berappen. Als Alternative bietet sich der lokale Wohnmobilstellplatz für 12€ all inclusive an (GPS: 43.466099, -1.57178). So kommen die Ducato-Batterien auch wieder mal in den Genuß von Landstrom. Die beiden Gelbatterien sind zwar solargefüllt, ab und zu Landstrom soll aber deren Lebensdauer verlängern, warum auch immer. Von Stellplatz kommt man, meist über eine schöne Promenade, zur Centre Ville.Der Küstenverlauf ist ‚bildschön‘ entsprechend viele Fotos werden geschossen.

Wir sind praktisch den ganzen Tag unterwegs. Biarritz hat ein tolles Flair, sicher nicht zuletzt durch die unzähligen Surfer die auch bei 12-14 Grad und kaltem Wind immer wieder versuchen, ihre Welle zu finden. Ein Künstler zeichnet mit Stock und Besen ein Mandala in den Sand, im Hintergrund sieht man die Küste von Spanien. Auf den Pyrenäengipfel liegt Schnee.

Nachts regnet es und auch den ganzen nächsten Tag. Wir zuckeln durch Tempo 30 und Tempo 50 Zonen gemütlich und mautfrei Richtung Spanien, kaufen unterwegs noch das letzte französische Baguette, Croissants und Käse – und merken erst an den Tankstellenpreisen (1,20€ statt ~1,50€ für Diesel), dass wir in Spanien sind. Entweder gibt es keine Grenzhinweise auf unseren Ministraßen, oder sie wurden übersehen.

Durch das regnerische San Sebastian wird das nächste Ziel angesteuert: der ACSI – Campingplatz Igara. Man steht im Winter dort etwas unkonventionell zwischen Bungalows, für 15€ gibt es aber Sanitäranlagen vom Feinsten – einschließlich Sauna! Waschmaschine und Trockner sind ebenfalls vorhanden.

Der weitere Streckenverlauf wird geplant. Ürsprünglich wollten wir nach einem Abstecher zur Halbwüste Bardenas Reales entlang der Nordküste Spaniens nach Portugal. Die Wetterprognosen sind allerdings nicht verlockend, evtl. fahren wir quer durch Spanien Richtung Mittelmeer. Falls ihr dazu Tipps habt, lasst es uns wissen 🙂

Oktober 2018 Quer durch Frankreich

Let’s go southwest: der grobe Plan ist, über Nationalstraßen quer durch Frankreich zu cruisen und unterwegs dort anzuhalten, wo es uns gefällt.

(Karte von Openstreetmap)

Den ersten Stopp mit Übernachtung machen wir in Belfort, der Stadt der Löwen. Es gibt einen picobello kostenlosen Stellplatz von dem man in wenigen Minuten zu Fuß in die Altstadt und zur Zitadelle kommt. Im Office de Tourisme erhält man Unterlagen, um die Stadt ausgiebig zu erkunden, einschließlich eines spannenden Rundgangs mit Löwensuche. Knapp 200 sind in der Stadt verteilt, nicht alle so groß wie die Skulpur von Frédéric-Auguste Bartholdi am Fuß der Zitadelle:

Am nächsten Morgen geht es weiter auf kleinen Straßen über Felder, Wälder und Dörfer mit Einkäufen bei einem kleinen Bäcker und im großen Intermarche bei Fourbanne. Anschließend haben wir das dringende Bedürfnis, die erworbenen Leckereien zu verzehren. Nur 2-3 km weiter findet sich dazu ein schöner Platz an einer Schleusse mit Blick auf den Fluss Doubs, der uns eine geraume Zeit begleitet. Am Flussufer kann man gut spazieren oder radfahren. Gleich nebenan ist ein Parkplatz, auf dem wir mit 3 anderen Wohnmobilen eine ruhige Nacht verbringen.

beim Parkplatz Fourbanne GPS 47.3302, 6.30384

Der nächste Abstecher gilt einer der Partnerstädte von Freiburg: Besancon. Wir parken auf dem zentral gelegenen Wohnmobilstellplatz mit kostenloser Ver- und Entsorgung und spazieren entlang der Doubs-Uferpromenade in die Altstadt und werden wieder bei den örtlichen Bäckereien fündig. Das Baguette wird traditionell unterwegs angeknabbert.

Ein wenig möchten wir noch weiter und landen am Nachmittag bei diesem hübsch angelegten Wohnmobilstellplatz bei Montceau-les-Mines. Wieder kostenlos, nur für das Frischwasser sind 2€ zu bezahlen. Ein wirklich toller Service der französischen Gemeinden.

Stellplatz Montceau-les-Mines GPS: 46.677502, 4.35849

Der Stellplatz grenzt an einen großen Park, an dessen Stelle früher Steinkohle abgebaut wurde. Heute gibt es dort Seen, Tiergehege sowie Sport- und Spielplätze für Groß und Klein. Endlich mal ein Wackelauto in der richtigen Größe!

Der Himmel zieht sich zu, dafür finden wir einige Geocaches im Park und dem nahen Städtchen. Zum Beispiel am Kanal:

Bei bedecktem Himmel laden unsere 4 Solarpanele nicht viel. Die beiden Gelbatterien sind noch gut voll, aber ein bißchen Fahren kann nicht schaden, außerdem lockt ein weiterer schöner Stellplatz bei Cressanges mit V/E und WC-Haus. Ihr ahnt schon: auch hier wird kein Geld verlangt. Lediglich 2€, wenn man Frischwasser braucht – top! Eine Boulangerie ist nur 200m entfernt und der Baguette-Nachschub am nächsten Tag somit gesichert.

Stellplatz Cressanges GPS: 46.446499, 3.16097

Bei all unseren bisherigen Stopps gab es gutes 4G-Internet, auch auf dem flachen Land. So müssen wir beim abendlichen Flimeschauen nicht auf unsere Konserven zurückgreifen, sondern können über diverse Mediatheken streamen. Auch Dank 60 GB-Datenvolumen pro Monat und EU-Roaming.

Von Cressanges aus fahren wir (für unsere Verhältnisse) ein ganzes Stück, das Wetter ist ungemütlich, oft hat es Nebel. Auch auf unserem nächsten Stellplatz bei Roullet-Saint-Estephe (45.5810101, 0.045052 – kostenlos incl. V/E).  Am Tag darauf lässt sich wieder die Sonne blicken und wir besuchen das mittelalterliche Städtchen Saint Emilion.

Dieses trohnt auf einem Kalksteinplateau mit einem alten Stadtkern, einer Felsenkirche mit Klosteranlage, einem Kreuzgang aus dem 13. Jhd. und hat sich auf jede Menge Besucher eingerichtet. Es gibt ausgedehnte Parkmöglichkeiten und sogar einen separaten Platz für Wohnmobile.

Es soll sich einst ein Eremit names Émilion im 8. Jhd. niedergelassen haben, doch schon er hatte keine dauerhafte Ruhe, da sich bald Anhänger um ihn scharten.Wir fahren noch ein Stück weiter Richtung Atlantik. Die Nationalstraße ist hier autobahnähnlich ausgebaut und ist man in einer guten Stunde kurz vor Arcachon auf einem Womo-Parkplatz der Gemeinde Le Teich. Direkt vom Platz aus führt ein Fußweg vorbei an Flüssen, Seen und Kanälen…..… bis zum Bassin d’Arcachon.

‚Es gibt auf der ganzen Welt wohl kaum einen anderen Ort, der faszinierender ist als die Bucht von Arcachon‘

heißt es in einer lokalen Broschüre. Das können wir nicht ganz bestätigen, zumal derzeit Ebbe ist, aber die Gegend hat wirklich ihre Reize.Nach einer ruhigen Nacht fahren wir nach Arcachon, bummeln ein wenig an der Promenade und am Strand. Es zieht ganz ordentlich, das macht die 8 Grad Lufttemperatur nicht wärmer.

Auf das Erklimmen der nahen Dune du Pilat wird verzichtet, dort waren wir bereits 2010, vermutlich hat sich seither nicht viel verändert. Uns zieht es weiter Richtung Süden. Die Temperaturen machen Lust auf ein deftiges Essen, wir kehren in unser Lieblingsrestaurant ein, diesmal mit Blick auf den Etang de Sangiunet. Es gibt Jambon sur Choucroute aux lardons au champagne et pommes de terre. Mjam!

Gut gestärkt geht es über kleine Straßen weiter bis zum Cap de l’Homy-Plage bei Lit-ex-Mixe. Von der Düne aus präsentiert sich der Atlantik.Zum Baden reicht es temperaturbedingt nicht, der Blick ist aber klasse.

Wir parken und übernachten direkt unterhalb der Düne. In der Saison wäre das nicht machbar, an der Atlantikküste gibt es Wohnmobilverbote ohne Ende. Jetzt sollte das aber kein Problem sein, die Umgebung ist fast ausgestorben – außer den allgegenwärtigen Campern  😉

Parkplatz an der Düne GPS: 44.037102, -1.33764

Wir sind eine Woche in Frankreich unterwegs und haben knapp 1100km zurückgelegt (mit gefühlten 1111 Kreisverkehren) bei einer Fahrtzeit von insgesamt 16:3o Stunden. Die Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 66 km/h, der Verbrauch lag bei exakt 9 Liter Diesel / 100 km. Das Fahren auf den mautfreien Nationalstraßen ist angenehm, hier gilt tatsächlich oft: der Weg ist das Ziel. Das liegt auch an der erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h – waren das früher nicht 90 km/h? Egal, wir halten uns daran, man sieht viel von der Landschaft und es wird auch viel geblitzt.

Bei besserem Wetter wären wir länger an manchen Orten geblieben. Statt draußen zu sitzen, zieht es uns eher in den gemütlichen Bus zu einem warmen Essen und gemütlichem Filmeabend. Die Diesel-Standheizung macht einen guten Job. Alle Stellplätze waren bisher kostenlos, oft incl. Wasser und Entsorgung, in Belfort sogar einschließlich Strom. Bisher standen wir nie alleine – die Wohnmobildichte ist überall recht hoch. Wir sind also bei Weitem nicht die einzigen, die das mobile Leben für sich entdeckt haben 😉

 

Oktober 2018 Elsass

Im Oktober drehen wir eine kleine Runde bei unseren französischen Nachbarn. Eine gute Stunde von Freiburg enfernt liegt der Odilienberg, bzw. der Mont Saint Odile, wie der Franzose sagt. Vom Berg hat man eine schöne Aussicht auf die Rheinebene.

Die Quelle unterhalb der Berges entsprang der Sage nach, als die (jetzt heilige) Odilia mit ihrem Wanderstab gegen den Felsen schlug, um einen Leprakranken zu heilen. Das Wasser soll gegen Augenkrankheiten helfen. Uschi zapft prophylaktisch einen Becher ab, schaden kann das ja nix.

Gut versorgt mit dem heiligen Wasser besuchen wir das Kloster, von einem Turm grüßt die Heilige Ottilie. Viele Räume sind frei zugänglich, die Aussicht ist toll, es hat eine sehr angenehme Atmosphäre. Für das leibliche Wohl gibt es ein Restaurant und eine SB Theke mit Biergarten. Nett und gar nicht teuer, rundum empfehlenswert.Vom Klosterparkplatz starten diverse Wanderwege, das Übernachten mit dem Wohnmobil ist aber verboten. Wir fahren eine knappe Stunde durch die Vogesenwälder bis zum Lac de Pierre-Percée. Der Stausee hat derzeit extrem wenig Wasser.

Noch deutlicher sieht man das vom Parkplatz, auf dem man gut übernachten kann. Das hat sich allerdings rumgesprochen, wir waren ca. 10 Wohnmobile über Nacht.

Um den See gibt es Wanderwege. Wir gehen auf Pilzsuche.

Und sind anschließend irgendwie beflügelt,

hier vor dem Schloss von Luneville.Neben dem weitläufigen Schlosspark gibt es einen Stellplatz. Schön angelegt, für 6,50€ incl. Strom, Wasser und Entsorgung. In den Sommermonaten ist für 9€ auch noch das Badehaus mit Duschen und WCs geöffnet. Einzige Nachtteil des Platzes: direkt hinter der Hecke liegt eine recht laute Straße.

Wir fahren zu diversen Kanäle und Seen zwischen Luneville und Sarrebourg und landen an diesem tollen, kostenlosen Platz bei Xouaxange, direkt am Kanal, mit einem Picknickplatz und gratis Ver- und Entsorgung.

Ab und zu schippern Hausboote vorbei, man winkt sich zu. Ein Boot legt über Nacht am Steg an. Ein Ort zum relaxen.Entlang des Kanals kann man gut wandern und radfahren. Es wird auch ein Boot angeboten, falls man seine Reise auf dem Wasser fortsetzen möchte.

Wir bleiben beim Busfahren, es zieht uns aber immer wieder an die Kanäle. Bei Saint Louis Arztviller fahren die Boote Aufzug, sehenswert! Ich habe dazu ein kleines Zeitraffer-Video erstellt.

Immer weiter durch die Wälder der Vogesen fahren wir nach La Petit-Pierre mit der Burg Lützelstein. Ein sehr hübscher Ort, die Burg wird gerade renoviert. Man kann aber prima wandern und dabei einen Blick in den Burgbrunnen werfen.Und zwar von oben und unten! Hier führt ein Gang zum Wasser.Und so sieht der Blick vom Brunnengrund aus.

Unterwegs werden einige Geocaches gehoben.

Man könnte auf dem Parkplatz an der Burg auch übernachten, wir wollen aber noch ein wenig weiter und fahren nach Bitche. Unterhalb der großen Zitadelle gibt es einen kostenlosen Stellplatz mit WC-Haus sowie Ver- und Entsorgung. Wir haben Glück, einer der 5 parzellierten Plätze ist frei.

Es ist aber auch möglich, auf der angrenzenden Wiese zu parken und auch zu übernachten – wie so oft in Frankreich. Man kann wirklich sagen, Frankreich ist ein Camperland par excellence. Auf unserer nächsten Tour Richtung Spanien / Portugal / Marokko werden wir uns bei der Fahrt durch Frankreich deshalb viiieeel Zeit lassen.

September 2018 Rückblick / Ausblick

Wie waren die 4 Monate Vanlife von April bis Ende Juli rückblickend ?

Zunächst zum Fahrzeug: technisch gab es praktisch keine Probleme. Ein paar Mal brachte der Bordcomputer beim Fahrzeugstart Fehlermeldungen. Die beliebtestete war: ‚Standlicht defekt‘. Bei einer Kontrolle stellten wir fest: der Ducato hat Tagfahr-, Abblend- und Fernlicht, aber kein Standlicht. Meistens war die Fehlermeldung nach einem Neustart des Motors weg. ‚Wenn’s nicht tut – reboot‘ – dieser Spruch passt also nicht nur im IT-Bereich, sondern auch bei Autos  😉  Etwas hartnäckiger hielten sich die Fehlermeldungen, dass der Beifahrerairbag oder ASR (Antischlupfregelung) nicht funktioniert. Aber auch diese Hinweise kamen und gingen von alleine. Vielleicht hat der Ducato Selbstheilungskräfte? Auf jeden Fall können wir nicht bestätigen, dass sich das Kürzel FIAT aus ‚Für Italien Ausreichende Technik‘ oder gar ‚Fehler In Allen Teilen‘ herleitet. Wir haben knapp 50t km auf dem Tacho, der Motor ist kraftvoll und schnurrt wunderbar und in Verbindung mit dem Automatikgetriebe und dem Tempomat lässt es sich einwandfrei cruisen. Auf üblen Straßen schlagen die Federbeine vorne manchmal durch, hier überlegen wir, ob wir mittelfristig auf ein komfortableres Goldschmitt-Fahrwerk umrüsten. Irgendwie haben wir uns aber daran gewöhnt, dass das Fahrwerk unseres Italieners eben etwas straffer ausgelegt ist. Summasummarum würden wir den Ducato als Basis wieder nehmen.

Der Innenausbau zeigte ein paar Schwächen: vom Einhebelmischer im Bad tropfte Wasser in den Schrank darunter, wenn man den Hebel auf ‚warm‘ stellte. Das Pushlock-Schloss einer Schublade gab den Geist auf und die Schließwinkel aus Kunststoff an der Badezimmertüre und einem Fach gingen mehrfach kaputt. Die Winkel konnten wir mit Sekundenkleber immer wieder ‚reparieren‘, vom Schloss hatten wir einen Ersatz dabei. Gravierender war, dass sich die Hängeschränke über unserem Bett lösten. Glücklicherweise haben die Schränke bis zuletzt an der Decke gehalten und wir konnten das bei WVD Caravan reparieren lassen – hoffentlich dauerhaft.

Ansonsten haben sich der Erwartungen an ein Leben in einem Kastenwagen im Großen und Ganzen erfüllt,  immerhin proben wir schon rund 10 Jahre 😉   Es ist für uns die perfekte Art zu reisen: man hat sein Zuhause überall dabei und bestimmt Ort und Zeit individuell und spontan. Manchmal könnte das Mobil etwas größer sein – z.B. wenn man sich zu zweit im Wohnraum bewegt, manchmal etwas kleiner, z.B. in diversen superengen Ortsdurchfahrten, auf Ministraßen und beim Parken. Derzeit fällt uns aber kein Fahrzeug ein, mit dem wir tauschen wollten. Die Auswahl ist rießig, davon haben wir uns an 2 Tagen beim Caravan-Salon in Düsseldorf, der weltgrößten Messe für Reisemobie und Camping überzeugen können:Jedes Mobil hat seine Vor- und Nachteile und der 6,36m Kastenwagen ist für uns momentan der beste Kompromiss.

Wir sind jetzt in Deutschland unterwegs, treffen uns mit Familie und Freunden und machen Ausflüge, zum Beispiel nach Köln

zu einem Tagebau dort in der Nähe

oder auch wieder einmal an den schönen Bodensee

Ende Oktober wollen wir wieder auf Tour: geplant ist eine rund 6monatige Reise durch Frankreich, Spanien, Portugal und eventuell Marokko.

Wir freuen uns, wenn Ihr wieder dabei seid!

 

 

 

Juli 2018 Peloponnes östlicher Finger

Gythio ist eine kleine Hafenstadt, bietet aber nichts besonderes und es ist heiß. Wir kaufen beim Bäcker ein paar Leckereien und begeben uns zu einer der vielen Beachbars an den Strand. Der Bus parkt direkt vor den Liegen mit Sonnenschirm, die wieder einmal kostenlos benutzt werden können, der Frappé wird inkl. einer kleinen Wasserflasche für 2€ serviert.

Gegen Abend geht es landeinwärts nach Sparti, bzw. Sparta. Vom historischen Ort ist allerdings nicht mehr viel zu sehen, die Überreste sind eher…. spartanisch.

Zum Übernachten folgen wir einem Tipp aus park4night und steuern einen Platz in den Bergen an (37.059072, 22.376251), der etwas mehr Kühle verspricht als die 33 Grad in Sparta. Und tatsächlich ist es in 570m Höhe angenehmer. Allerdings muss die Anfahrt über eine enge, steile und mit Haarnadelkurven gespickte Piste erkämpft werden. Alles, was größer als ein Kastenwagen ist, sollte dort besser nicht fahren.

Früh am nächsten Morgen besuchen wir Mystras, eine byzantinische Ruinenstadt in Sichtweite von Sparta. Tatsächlich siedelten die Bewohner Spartas, die in ihrer Stadt geknechtet wurden, damals hierhin um. Das gesamte Ensemble liegt eindrucksvoll an einem Berghang.

Einige der Kirchen und Klöster sind gut erhalten bzw. restauriert und werden teilweise auch noch genutzt

Mystras gliedert sich in eine Ober- und Unterstadt und obwohl es schon wieder über 30 Grad hat, erkunden wir in gut 3 Stunden einen Großteil der Anlage.

Für die Pausen sind wir gut mit Vesper und Getränken ausgestattet. Das ist gut so, außer Wasser gibt es im historischen Mystras nichts zu kaufen.In der Klosterkirche freut sich eine Mitarbeiterin über unseren Besuch und wir bekommen exklusiv und ausführlich die Fresken und Wandmalereien erläutert.

Das größte Gebäude, der Palast, liegt in der Oberstadt. Dort gibt es einen separaten Eingang und Parkplatz. Wir verlassen also Mystra Downtown, fahren mit unserem Bus über eine steile, aber gut geteerte Straße nach oben und gehen mit den Tickets durch den Eingang zur Oberstadt. Dann einige Höhenmeter zu Fuß wieder runter und man kommt zum Palast.Leider aber nicht rein. Schade…

Die Sonne steht schon hoch am Horizont und brezelt erbarmungslos auf die Besucher. Sehr gut, dass wir so früh aufgebrochen sind. Die Besichtigung ist dadurch am Mittag abgeschlossen und wir können zum Abkühlen ans Meer, genauer an den Valtaki Beach. Der Parkplatz bietet sich zum Übernachten an (36.789101, 22.5819), leider ohne Meerblick, weil eine Düne davor ist. Jaja, wir sind zwischenzeitlich verwöhnt. Es gibt aber eine gute Stranddusche und am Strand einen spektakulären Blick auf ein Schiffswrack:

Das Schiff strandete 1981 in der Bucht, die Geschichte dazu ist hier und hier nachzulesen.

Der Parkplatz ist für eine Nacht ok, aber uns fehlt wie gesagt der Meerblick 😉  Ein weiterer Nachteil: wenn man tagsüber nicht direkt am Fahrzeug sitzen kann, muss man es geschlossen halten und dementsprechend heiß ist es dann abends darin. Im Vergleich zu einem Gebäude kühlt der Bus zwar relativ schnell wieder aus, aber angenehmer ist es, man kann Fenster und Türe geöffnet lassen.

Das ist beim nächsten Platz an der Ostküste des östlichen Peloponnesfingers der Fall: bei Agio Ioannis nördlich von  Monemvasia treffen wir auf einen absoluten Traumplatz (36.729, 23.026899). Direkt am Wasser, der Kiesstrand nur 50m entfernt stehen wir sogar auf einer Wiese, das ist wirklich selten auf dem Peloponnes! Eine Stranddusche gibt es auch und die Umgebung sieht super aus. Erstaunlich, dass hier so wenig los ist.Die Bucht bietet sich vorzüglich zum SUPen an und es gibt in der unmittelbaren Umgebung auch eine archäologische Stätte zu erkunden.

Blick von den historischen Steinen aufs Meer und unseren Bus am Strand:Viel Aktivitäten lassen die Temperaturen nicht zu. Drinnen wie draußen hat es 37 Grad, das Wasser geschätzte 28 Grad. Der Kühlschrank läuft auf Hochtouren, normalerweise laden die Solarpanels die Batterien bis spätestens 12 Uhr voll, heute wird es 16 Uhr.

Ein heißer Wind kommt am Nachmittag auf, die Wellen treiben uns eine Strandmatte und ein Sandförmchen zu.

Abends kühlt es langsam ab, wir lassen alle Fenster über Nacht offen, lauschen den Zikaden und den Wellen und gegen Morgen zeigt das Thermometer 25 Grad, wenn uns die Sonne weckt.Wir bleiben eine Woche und unternehmen diverse Ausflüge. Immer mal wieder in das nahe Städtchen Monemvassia, dessen Altstadt auf einem großen, breiten Felsen liegt, der schon seit dem Mittelalter mit einer Brücke mit dem Festland verbunden ist.Als Gesamtes schwer zu fotografieren, darum habe ich hier das Foto einer Infotafel vor Ort abgelichtet.

Es schlendert sich schön durch die engen Gassen, den Aufstieg auf den Felsen ersparen wir uns hitzebedingt und knipsen ein paar Bilder von unten.

In der Neustadt kann man einkaufen und einmal statten wir dem örtlichen Friseur einen Besuch ab, die Verständigung ist etwas schwierig, da er nach eigener Aussage nur griechisch spricht, wir haben aber Spaß und er macht einen guten Job.

Einmal fahren wir entlang der Küste bis zur Bucht von Agios Fokas, dort steht auf einer kleinen Insel eine dekorative Kapelle mit einem Friedhof. Man kann hier gut parken und auch problemlos übernachten, wenn einen der ständige Blick auf den Friedhof nicht stört.  Am Nachmittag kommen starke Sturmböen auf und wir ziehen für ein paar Stunden eine Bucht weiter, kommen aber zum Übernachten hierher zurück. Der Wasserhahn am Parkplatz ist nur von 17-19 Uhr in Betrieb, das verpassen wir leider. Die Nacht ist ruhig, es hat allerdings viele Stechmücken, die es vor allem auf Uschi abgesehen haben.

Stellplatz Agios Fokas (36.5952, 23.061001)

Ein Pflichtbesuch auf dem westlichen Peloponnesfinger gilt der Insel Elafónisos ganz im Süden. Es locken türkisblaue Strände und Inselleben. Die kurze Überfahrt mit der Fähre kostet 1€ pro Person, für unseren Bus wären aber 25€ fällig. Und zurück natürlich noch einmal. Das erscheint uns für den kurzen Hüpfer zuviel, zumal die Straßen auf Elafónisos eng und freie Plätze zum Übernachten rar sein sollen. Wir stellen also am frühen Morgen – ja, es ist immer noch sehr heiß – den Bus am Fährhafen ab und setzen ohne ihn auf die Insel über. Nach ein paar Minuten sind wir schon am Hafen von Elafónisos:Die Insel ist zu groß, um sie zu Fuß zu erkunden. Und wenn wir schon mal hier sind, wollen wir auch alles sehen. Direkt am Hafen werden Räder, Roller und auch ein Quad für 20€ pro Tag zum Verleih angeboten. Wenn schon, denn schon, denken wir uns und fahren zum ersten Mal Quad….…. und zwar direkt zu den beiden großen Stränden im Süden der Insel. Das Quad wird direkt am Strand geparkt, mit dem Bus wäre dafür kein Platz gewesen. Dann geht es zu Fuß weiter. Die Sandkörner sind klitzeklein, zur besseren Begehung gibt es einen Palettenweg.Ja, der Strand ist wirklich schön, das Wasser türkisfarben. Die Sonnenschirme und Liegen gibt es hier aber nicht umsonst, wie wir es bisher in Griechenland kennengelernt haben. Es werden satte 15€ für die Benutzung verlangt. Man liegt dicht an dicht. Und es windet heftig.

Wir knattern weiter über die Insel. Das Quad ist saulaut und hoppelt auf seinen fetten Reifen ohne erkennbare Straßenlage über die Wege. Wir nennen es „das Teil“ und haben eine Menge Spaß damit.

Der zweite Strand im Westen der Insel ist ebenfalls feinsandig und das Wasser lockt mit türkisen Farben. Das Schirm- / Liegenset ist mit 13€ etwas günstiger. Auch hier ist alles auf jede Menge Touristen angelegt und die kommen auch so langsam in Scharen.Wir düsen, knattern, quaden weiter über die Inselwelt, genießen die tollen Aussichten….

…. und finden auf der Ostseite eine kleine Bucht ohne Sonnenschirmverleih mit dem schönsten kristallklaren Wasser. Es schwimmt und taucht sich wie in einem hellblau gekacheltem Pool, einfach super. Leider sind unsere Kameras nicht wasserdicht, man kann unter Wasser total weit sehen.Auf unserer Inselrundfahrt haben wir einen Fundschirm aufgegabelt, der uns jetzt sehr gute Dienste leistet.

Den Schirm lassen wir am späten Nachmittag beim freundlichen Quadvermieter zurück, für die nächsten Kunden. Zwischenzeitlich stürmt es heftig hier im Süden. Darum fahren wir zum Übernachten wieder zurück zu unserem Topplatz bei Agios Ioánnis. Dort ist es nicht die ganze Zeit so leer, wie bei unserer Ankunft. Naja, die Saison geht los.Die Mobile kommen und gehen, wir haben immer wieder mal neue Nachbarn aus Italien, Frankreich, Slowenien, Rumänien, Österreich und Deutschland. Mal sind wir hier über 10 Mobile, dann wieder nur zu zweit. Es ist wirklich toll hier, aber nach einer Woche zieht es uns weiter. Wir wollen an der etwas unwegsamen Ostküste des östlichen Fingers entlang nach Norden fahren und sind gespannt, was uns erwartet.

Karte von Openstreetmap

 

 

Juli 2018 Peloponnes Máni

Der mittlere der drei Finger des Peloponnes, genannt Máni, ist geprägt durch steile Küsten und das bis zu 2407m hohe Taigéttos-Gebirge. Wir fahren zunächst nach Kalamata. Die Stadt wurde 1986 von einem schweren Erdbeben verwüstet, ist inzwischen aber wieder aufgebaut – auch dieses Kirchlein mitten in der Altstadt:

Wir bummeln durch die Gassen und fahren weiter über die kurvige und steile Straße entlang der Westküste. Viel Möglichkeiten am Wasser zu siedeln gibt es nicht – auch nicht für Camper 😉  Und so genießen wir die wilde Landschaft und fahren ein ganzes Stück bis nach Neo Oitylo, bis zu einer Taverne (GPS: 36.693699, 22.3888) am Strand. Man darf dort die Liegenstühle und Sonnenschirme kostenlos benutzen, wenn man ein Getränk bestellt. Duschen gibt es auch und sogar einen Pool.Neo Oitylo ist von hohen Bergen eingerahmt.

Am nächsten Morgen geht es weiter nach Aerópoli, der einzigen Stadt der Máni, wenn auch recht klein, mit knapp 800 Einwohner. Hier fallen, wie überall in Griechenland diese Fugen in den Straßen auf:

Man sieht die Fugen auf allen Straßen – und spürt sie meistens auch, weil sie oft lausig verschlossen sind. So werden die sowieso nicht sehr komfortable Straßen noch schlechter. Einmal haben wir erlebt, wie eine Straße aufgesägt und ein Kabel verlegt wurde. Wenn das die Internetverkabelung Griechenlands, dürfte bald jedes Haus versorgt sein und sei es noch so abgelegen.

Das nächstes Ziel im Blick: der sogenannte Dinosauriereierstrand bei Pirgos Diroú (36.6427, 22.3836):

Man kann wunderbar direkt am Wasser neben Tamarisken stehen.

Warum wird der wohl Dinosauriereierstrand genannt?

Wir bleiben ein paar Tage, es schlüpfen keine Dinosaurier….

… aber ein Vögelchen…

… und auch eine Schildkröte

Ein Pfad führt in die nächste Bucht. Da gibt es eine Stranddusche und die Höhlen von Pyrgos Dirou. Reiseführer raten, gleich morgens um 9 Uhr dort zu sein, um Wartezeiten zu vermeiden. Leider lesen wohl alle Leute diese Tipps und so stehen wir kurz vor 9 mit einer Busladung Menschen und noch ein paar anderen vor dem Kassenhaus und warten eine halbe Stunde, wegen eines Sicherheitchecks, der erst noch durchgeführt werden muß. Dann fahren wir eine halbe Stunde in kleinen Boote für je 8 Personen durch die Höhlen, es geht sehr eng zu, bei Youtube gibt es dazu ein Video und hier eine kleine Diashow:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Wieder unterwegs fallen wehrhafte Wohntürme mit Schießscharten auf, die früher vor fremden Eroberern schützten, aber bis in die Mitte des 19. Jhs. wohl auch bei Blutfehden gegen die Nachbarn.

Der Baustil hat sich offensichtlich bewährt, auch Neubauten werden meistens als Wohntürme errichtet. Über steile Straßen geht es entlang der Mani-Westküste…

… Richtung Kap Tenaro, dem südlichsten Punkt des griechischen Festlandes und nach dem spanischen Tarifa der zweitsüdlichste Punkt von Festland-Europa. Der Parkplatz 36.402599, 22.4863 ist tagsüber gut von Wanderer frequentiert, nachts sind nur wir und ein weiterer Camper hier. Es ist also schön ruhig und man sieht einen tollen Sternenhimmel.

Unterhalb des Platzes gibt es noch Überreste von Poseidons Totenorakel zu besichtigen.

Früh am Morgen führt dann eine Wanderung zum Kap Tenaro.

Die Pfade sind gut zu laufen, teilweise aber heimtückisch mit scharfen Steinen und dornigen Sträuchern versehen. Also nix für Flipflops und Sandalen.Bald grüßt schon von Weitem der Leuchtturm.

Das Kap rückt näher und dann ist es geschafft. Südlicher geht es nicht mehr!

 

Und so schaut der Weg Richtung Norden aus:

Die Fahrt entlang der Ostküste führt über steile, steile Straßen mit tollen Aussichten und manche Baustellen…

… an einen schönen Sandstrand 36.731533, 22.562576. Gleich bei der Ankunft sagt uns eine Frau, dass hier das Übernachten mit dem Camper verboten ist. Wir bedanken uns freundlich für diesen Hinweis – leider trifft das theoretisch auf ganz Griechenland zu.

Wir verbringen eine problemlose Nacht und fahren am nächsten Tag zum Campingplatz Mani Beach, denn wir müssen wieder mal an die Wäsche. Wir werden superfreundlich empfangen und bekommen für faire 19€ pro Nacht (ohne Strom, den produzieren wir selbst) einen Top-Platz direkt am Strand, so dass wir 3 Tage bleiben. Der Platz liegt beim Städtchen Gythio und damit verlassen wir anschließend die wilde Máni.