März 2019 Matalascanas-Ferragudo

Sevilla war schön, aber 1 Tag Großstadt reicht uns. Über die mautfreien  A49 und A483 umrunden wir den Naturpark Donana und landen an dessen westlichen Ausläufer bei Matalascanas. Dort finden wir einen ruhigen Platz, direkt am Naturschutzgebiet (GPS: 36.989101, -6.52142).Der in den 70er Jahren errichtete Ort gibt optisch nicht viel her und ist wohl nur in den Sommermonaten bewohnt – wie oft bei diesen Urbanisationen in Spanien.Wunderschön ist aber die direkte Umgebung unseres Platzes.Nur ein weiterer Camper gesellt sich zu uns auf den Parkplatz, die Nacht ist ruhig und ohne Kunstlicht, so mögen wir das. Entlang der Küstenstraße geht es nach Huelva zum Einkaufen. Am dortigen Mercadona gibt es nur Plätze mit Höhenbegrenzung, wir brauchen aber mindestens 2,60m. Das treffen wir leider manchmal bei Supermärkten an. In Punta Umbria gibt es wieder reichlich Platz vor unserem Lieblingsmarkt.Ein paar Kilometer weiter finden wir einen Strandparkplatz zwischen kleinen Dünen (GPS: 37.207199, -7.03784). Wir bleiben ein paar Tage und treffen nette Leute. Besonders liebe Grüße an Sabine, Michael & Silas und an Friedericke und Theo!Nachbars Hundi Odin möchte gerne spielen…Na gut…Am kilometerweiten Strand ist viel Platz.Kein Bäcker in der Nähe? Egal, es gibt selbstgebackes Brot mit marokkanischem Mehl, Maismehl und Hefe aus Griechenland, spanischen Olivenöl und deutschen Körnern.Und dann verlassen wir Spanien über den Rio Guadiana…… und sind in Portugal. Die Maut auf der A22 kann nur elektronisch bezahlt werden. Wir wollen zwar nur kurz auf der Autobahn bleiben, aber das probieren wir mal aus.Es ist ganz einfach: hier wir das Nummernschild gescannt, man steckt die Kreditkarte in den Automaten und das wars. Mal schauen, wie dann die Abrechnung aussieht, wir werden berichten.Bei Moncarapacho fahren wir auf den Platz der Associacao as Cegonhas (GSP: 37.073745, -7.766399). Man kann dort auf einer Wiese zwischen Orangenbäumen stehen, wenn man Mitglied des gemeinnützigen Vereins ist.

Das sind wir jetzt befristet für 1 Jahr und 5€ Migliedsbeitrag. Die Übernachtungkosten betragen 6,50€ incl. Strom, Wasser, Duschen, WC , Müll etc. Ein interessantes Konzept und wir unterstützen damit irgendetwas mit Störchen.

Die Zu- und Abfahrt ist schmal, wie so manche Straßen in Portugal…

Auf der N 125 geht es Richtung Westen vorbei an Graffitis….

… in das Städtchen Faro. Es ist Sonntagmorgen und nicht viel los.

Nach einem ausführlichem Stadtrundgang fahren wir noch ein Stück bis kurz vor Portimao. Am kleinen Dorf Ferragudo finden wir diesen blumigen Platz am Strand (GPS: 37.122238, -8.522503).

Tagsüber sind Badegäste, Angler und Spaziergänger unterwegs, abends ist es ruhig und ab 22 Uhr bimmelt das Kirchlein das letzte Mal. Gute Nacht!

Route: Sevilla – Matalascanas – Ferragudo

März 2019 Sanlucar-Sevilla

Über die 2015 fertiggestellte 3,2 Kilometer lange Brücke ‚Puente de la Pepa‘ verlassen wir Cadiz in Richtung El Puerto de Santa Maria…… und landen an einer kleinen Bucht südlich des Ortes.Im Hafen dümpelt dieses hübsche Schiff:

Wer hier wohl wohnt?Die Aussicht vom Parkplatz (GPS: 36.581501, -6.26127) kann sich sehen lassen.Tags darauf geht es weiter nach Santlúcar de Barrameda, von hier stach Kolumbus 1498 in See und Magellan brach 1519 zu seiner ersten Weltumsegelung auf.Am Rand des Ortes kann man direkt am Strand stehen (GPS: 36.778599, -6.36889), aber vorsicht, es gibt einige Stellen mit Weichsand. Dort driften tagsüber Kids mit ihren Autos, nachts ist es aber ruhig.Vom Strandparkplatz führt eine Promenade am Fluss Guadalquivier entlang. Der Fluss führt jede Menge Sedimente mit sich, für einen Badeurlaub ist Sanlucar deshalb nur bedingt geeignet.Der 60.000-Einwohner Ort ist sympatisch, hier am zentralen Platz…… am Kastell…… und der Kirche Nuestra Senora de la O aus dem 14. Jahrhundert.Auch Störche fühlen sich in Sanlucar wohl:Die verwinkelte Altstadt mit hübschen Gebäuden und Kirchlein…Und den besten Fartons seit Malaga! (GPS: 36.779032, -6.352953)Das gibt Energie für den Heimweg!Im alten Fabrikgebäude wurde ein Besucherzentrum eingerichtet, das über den riesigen Nationalpark Donana informiert.Der Park umfasst eine Fläche von 50.000 Hektar und war früher ein herzogliches Jagdrevier, der Herzogin Dona Ana verdankt er seinen Namen.

Wir buchen eine Tour. Zuerst geht es mit der Fähre über den Fluss Guadalquivier.

… und dann mit speziellen Allradfahrzeugen durch den Park.

Bei einer kleinen Pause kann man sich zu Fuß umschauen.

Trotz über 2 Stunden Fahrt bewegt man sich nur durch einen kleinen Teil des Parks und bekommt damit ein Gefühl für dessen Größe.

Am Oberlauf des Guadalquivier steigt man in ein Boot um, dass einen in 30 Minuten wieder zurück nach Sanlucar bringt.

Am nächsten Tag finden wir wieder einen top Strandparkplatz südlich von Chipiona  (GPS: 36.704025, -6.429377). Die Guardia Civil schickt freundlich aber bestimmt eine Famlie weg, die neben uns mit Wohnwagen ankommt und ein Partyzelt aufbaut.

Der Blick durch die Frontscheibe am nächsten Morgen:Nach dem Frühstück: Strandspaziergang bei Ebbe.

Mittags fängt es kräftig an zu winden und der feine Sand wirbelt heftig um den Bus. Dann geht es eben weiter, Richtung Sevilla. Unterwegs parken und übernachten wir an einem großen Picknickplatz (GPS: 36.840178, -6.012386)…

…und fahren am nächsten Morgen einen Wohnmobilstellplatz an (GPS: 37.360895, -5.994774  mit Duschen/WC, Ver- und Entsorgung). Wie in manch anderen spanischen Großstädten wird oft davon abgeraten, dass Fahrzeug unbewacht stehen zu lassen. Der Platz ‚Areas Autocarvanas‘ im Hafengebiet ist keine Schönheit, aber man parkt sicher und ist nur 2-3 km von der Altstadt entfernt.

Unsere Scooter kommen wieder zu Einsatz.Für Stadtbesichtigungen sind die Roller genial.

Der Plaza de Espana in Sevilla.Der Torre del Oro, einst ein arabischer Wachposten am Guadalquivier, heisst so, weil entweder in ihm Gold aufbewahrt wurde oder er mit goldenen Kacheln verziert war. Oder auch nur mit gelben…. 😉

Was für eine schmucke Stadt!Im Zentrum die Kathedrale, nach dem Petersdom in Rom und der St. Paul’s Cathedral in London, die Drittgößte der Welt.Man braucht Zeit für die Umrundung…Dem Glockenturm sieht man an, dass er als Minarett erbaut und erst im Zuge der Reconquista ‚umgewidmet‘ wurde.Auf eine Innenbesichtigung verzichten wir, die Schlange am Kassenhaus ist gute 50 Meter lang. Am Alcazar sicher 100 Meter. Auch hiervon gibt es deshalb keine Innenaufnahmen.Zur Stärkung: Churros mit heißer Schokolade.

Dann rollern wir weiter zu Bauwerken…

… und durch Parkanlagen und legen so einige Kilometer zurück.Nach einem erholsamen Schlaf haben wir beim Frühstücken im Bus diesen Blick auf den Industriehafen von Sevilla:

Route: Cadiz – Sanlucar – Sevilla

März 2019 Tarifa-Cádiz

Europa hat uns wieder und wir erfreuen uns am Tragen von kurzen Klamotten, Flatrate-Internet, den Einkaufsmöglichkeiten und vor allem: dem Freien Stehen! Tarifa ist eine sympathische Kleinstadt, über die wir bereits hier berichtet haben. Momentan wird Karneval gefeiert, etwas später als in Deutschland.

Wir stehen diesmal nicht am Kiter-Strand, sondern in dessen Nähe auf einer weiten Wiese (GPS: 36.047501, -5.63527) in sehr gechillter Atmosphäre. Camper, Kiter, Aussteiger…Die Foodsharing-Box ist morgens gut gefüllt, am mittag ziemlich dezimiert.

Der Strand, nur einen kleinen Spaziergang entfernt, ist jedesmal wieder ein Erlebnis. Bei seltenen Windflauten mit wenig Kiter…… in der Regel ist mehr los.Am Abend Fern-Sehen, wie wir es mögen.In Tarifa könnte man glatt hängen bleiben. Wenn einen der Wind nicht stört. Und man nicht neugierig auf den Rest der Welt ist. So fahren wir nach ein paar Tagen ein Stück weiter bis Barbate. Der Freihsteh-Platz (GPS: 36.185398, -5.91425) hat einen etwas morbiden Charme…… aber diesen Ausblick aus der Schiebetüre. Es ist Bikiniwetter und unsere Strandmatte kommt zum Einsatz.In Barbate dreht sich viel um den Thunfisch, der hier auf dem Weg ins Mittelmeer gefangen wird. In den Restaurants steht er oben auf der Karte und auch bei uns im Bus gibt es heute Thunfisch mit Spinat.Tags darauf machen wir einen Abstecher zum Naturpark Rio Arillo (GPS: 36.445035, -6.226315)

… und fahren dann über eine schmale Landzunge nach Cádiz, einer der ältesten Städten Europas, vom Atlantik umgeben.Die Altstadt hat einige hübsche Parks…

… und viele lange, enge und geschäftige Gassen.In der Markthalle domieren die Fischstände…… daneben bekommt man die Meeresfrüchte verzehrfertig.Viele Handelherren erbauten ihre Häuser mit Türmen, um die einlaufende Schiffe überwachen zu können. Der Torre Tavira ist der höchste…… und bietet eine tolle Rundumsicht.

Als Besonderheit ist oben eine Camara Obscura verbaut, eine Technik, die schon Leonardo da Vinci nutzte. Wir bekommen eine vergnügliche Präsentation und einen Stadtrundblick der anderen Art. Sehr empfehlenswert!Durch die Gassen bummeln wir zur Kathedrale Iglesia de Santa Cruz…… vorbei an Palmen, Kirchen und Kirchen mit Palmen…… hundertjährigen Bäumen (1902 ein Geschenk aus Peru)…… zum kleinen Stadtstrand…… der erfreulicherweise über ein schattiges Stadtstrandbistro verfügt.Im Park Genóvés gibt es neben Tropengewächse auch einen kleinen, begehbaren Wasserfall.Wir sind schon über 5 Stunden unterwegs, da findet Uschi in einer Bäckerei ihre geliebte Fartons, ein typisches Gebäck aus Valencia:… eine verdiente Stärkung!Auf dem überwachten Parkplatz am Hafen (GPS: 36.537998, -6.28955) bleiben wir über Nacht. Wenn ihr das auch macht, bezahlt das Parkticket nicht am Automaten, sondern beim Pförtner: bei ihm gibt es für Campingcars einen günstigen Sondertarif (3€ / 24 Std.).

Route: Tarifa – Cádiz

März 2019 Marrakesch-Tanger

Frühmorgens starten wir vom zentralen Parkplatz in Marrakesch und kommen gut aus der Stadt. Über eine top ausgebaute Autobahn geht es Richtung Casablanca…… mit dem Ziel Mohammedia. Dort herrscht dicker Nebel, wir fahren weiter. Die Sonne kommt wieder raus…

… und nach 5 Stunden Fahrzeit sind wir in Moulay Bousselham auf einem Campingplatz an der Lagune (GPS: 34.875999, -6.28847).

Am nächsten Tag sind wir wieder früh wach. Wir tanken nochmal günstig Diesel und erreichen die 11 Uhr-Fähre von Tanger Ville nach Tarifa. Die Tickets haben wir schon und auch die restlichen Dokumente liegen bereit.

Die Ausweise werden mehrfach gründlich kontrolliert, der Bus eher oberflächlich und dann gescannt:

Die Einfahrt in die Fähre ist total entspannt, viele Fahrzeuge sind es nicht und es gibt kein lästiges Rückwärtsfahren.  Vom Schiff aus ein letzter Blick auf Tanger…

… und nach einer etwas schaukeligen Stunde erreichen wir Tarifa:

Hallo Europa, da sind wir wieder!

Als kleiner Marokko-Rückblick gibt es Diashows über Wegbegleiter:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

…. Verkehrsschilder:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

… und Marktstände / Souks:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Route: Marrakesch – Tanger

 

März 2019 Atlas+Marrakesch

Die Morgensonne lässt Ait Ben Haddou rot leuchten, was für eine schöne Aussicht zum Frühstücks-Cappuccino.

Laut Navi sind es bis nach Marrakesch über den Atlas knapp 180 km, aber knapp 4 Stunden Fahrtzeit. Es geht zunächst flott voran.

Vorbei an Lehmdörfer und Kasbahs, die gerade verfallen.

In der Ferne drücken die Wolken über den Atlas. Auf der anderen Seite hat es die letzten zwei Tage geregnet.Am Straßenrand finden sich immer wieder Verkaufsstellen für Steine. Hübsch, aber brauchen wir nicht…Auch Töpferware ist reichlich vorhandenSchneebedeckte Gipfel tauchen auf, die Temperatur sinkt.Auf dem Pass in 2.260m Höhe ist es 2 Grad kalt und windig.

Es geht kurvig abwärtsDas Navi bestätigt die Kurven. Aber warum brauchen wir über 2 Stunden für 96km?

Deshalb: die Straßen abwärts sind meist Baustellen.Steineverkäufer säumen den Weg. Die Teile sind innen sehr rot.

Wir holpern weiter…

Die Steine werden immer roter.Die Straße nicht besser.

Grün bedeutet nicht, dass der Gegenverkehr rot hat 😉5 Dirham, 5 Dirham! Da ist ja die Farbe fast teurer…Schließlich erreichen wir etwas eingematscht und ohne Steine unser Ziel…

… den CP Manzil la Totue ( GPS: 31.613899, -7.89023  120 Dirham incl. Strom), klein aber fein mit schickem Pool.

Tags darauf fahren wir zum ersten Carrefour seit langer Zeit, trotz Dunst beeindruckt das Atlasgebirge in der Ferne.Auch der nächste CP im Umfeld von Marrakech (Camp Ourika, GPS: 31.5264, -7.95972, 95 Dirham) ist hübsch angelegt und hat schnelles WLAN am Platz. Eine Seltenheit. Meist ist WLAN auf den Campingplätzen nur in der Nähe der Rezeption vorhanden und so langsam, dass es faktisch nicht nutzbar ist. Wir verwenden deshalb meist unser Mobilnetz von Maroc Telecom und haben bisher 24 GB verbraucht für rund 24€. Die LTE-Abdeckung ist beeindruckend: selbst in der Wüste hatten wir prima Netz.Aber auch sonst kann man es sich auf dem Camp Ourika gutgehen lassen…… und auch arbeiten, z.B. den Saharasand von den Solarpanels holen.

Nur 20 Minuten sind es bis zum nächsten Stellplatz (GPS: 31.6238, -7.99534  110 Dirham). Zentraler kann man in Marrakesch kaum stehen. Die Firma ‚Action-Mobile‘ kommt gerade vom Betriebsausflug aus der Sahara, neben deren Brummer ist unser Ducato recht klein.Direkt nebena: die Mosquée Koutoubiya, ein Wahrzeichen Marrakeschs.Und ein paar Meter weiter der zentrale Marktplatz Djemaa el Fna.Von hier geht es direkt in die Souks:Mancher Händler möchte einen nicht mehr aus dem Laden lassen.

Beim freundlichen Gewürzmann werden wir fündig.Und weiter, weiter, weiter geht es durch die Gassen…… die Touristen werden weniger, die Gerüche deftiger…… dann stehen wir plötzlich wieder auf dem Djemaa el Fna, das Cafe de France lockt mit Aussichtsterrassen.Wir ergattern ein top Platz zum Mittagessen.

Und begutachten unsere Einkäufe. Hm… in erster Line Fressalien. Unter anderem diese extrem leckere marrokanische Nougatcreme:

Von oben lässt sich das Treiben gut beobachten.Auf allen Moscheen in Sichtweite befinden sich Galgen, ob das dem Namen des Platzes geschuldet ist?

Relativ ruhig ist es nachmittgs im Parc Lalla Hasna, schön nach dem lauten Trubel!Dann zieht es uns nochmal in die Medina…

Aber irgendwann reicht es. Bei 26 Grad sind wir 13 km durch Marrakesch gelaufen.

Im Bus gibt Leckeres aus dem Kühlschrank, inklusive Himbeermarmelade vom Töchterchen. Super, wenn man so zentral parkt.

Nach Einbruch der Dunkelheit ziehen wir nochmal los. Der Platz gleicht einer Freiluftparty, von allen Seiten gibt es Musik.Aus den Gastroständen kommen alle möglichen Gerüche – und recht aufdringliche Kellner. Wir wollen aber nichts essen.Es gibt auch ein paar ruhige Ecken.
Ein kleiner Snack ist noch drin.Dann begeben wir uns zwecks Übersicht nochmal auf den Balkon des Cafe de France zu einem nächtlichen Absacker.Alkohol ist auch hier tabu. Das tut der Stimmung auf dem Platz aber gut. Es ist laut und chaotisch, aber vor allem fröhlich und ganz ohne ‚Schnapsleichen‘. So steuern wir nach einem langen Tag in Marrakesch unser Zuhause an.

Route nach Marrakesch:

 

 

März 2019 Zagora-Ait Ben Haddou

Der Ducato meistert die kurze Weichsandpassage aus dem Camp in M’hamid souverän, die anschließende Piste ist ein Klacks.So geht es aus der Wüste wieder nordwärts mit Fernsicht.In Zagora ist Sonntagsmarkt, das passt super. Wir stürzen uns ins laute Gewimmel und kaufen Gemüse, Obst, Oliven und Erdnüsse. Von diesen gleich 1kg, Marokko hat vermutlich die leckersten Erdnüsse der Welt. Wir wären noch länger über den Souk gebummelt, aber die Mittagshitze macht vor allem Uschi zu schaffen in den langen Sachen.Der Campingplatz Sindibad (GPS:  30.3265, – 5.83356) verfügt über eine Waschmaschine und wir verbinden das Angenehme (Palmenschatten) mit dem Nützlichen (Wäschewaschen).

Gegen abend geht es ins Dorf. Eine Gruppe Frauen kommt singend daher, jede hat ein Geschenk im Arm oder auf dem Kopf: Spielzeug, Decken, Eier etc.  Sie umringen uns mit einem lautstarken Ständchen, streicheln unsere Haare und ziehen fröhlich weiter. Witzig!Aus einem kleinen Snack im Dorf (Berberomelett und Hühnerspieße) wird durch die Fruchtsaftgetränke eine ordentliche Mahlzeit. Uschi’s ‚Mixed-Juice‘ entpuppt sich als Bananen-Erdbeer-etc. Bombe im Halbliterglas.Am nächsten Morgen gibt es in Zagora eine kleine Einkaufsrunde: Miniladen, Metzger, Bankautomat, Tankstelle, Autowäsche. Viel Sand konnten wir vom Bus waschen. Durch das kalkhaltige und leicht salzige Wasser in Zagora hat er jetzt einen Zebralook.

Was in Zagora ein wenig nervt: man wird viel angesprochen und auch angebettelt. Irgendwann fällt es schwer, dabei höflich zu bleiben. Von Zagora geht es über die N9 durch das palmengesäumte Draa-Tal.

Unterwegs wird dieser skurile Pferdetransport überholt:Die Reiter werden gleich mittransportiert.Pferdemähnen im Fahrtwind…Und immer weiter entlang der Oasenwirtschaft des Draatals.

Dann biegen wir auf eine Nebenstraße ab, denn in der Nähe soll es einen Wasserfall geben. Kaum zu glauben, angesichts der kargen Landschaft, mit ihren zarten Rot- und Grüntönen.Tatsächlich erreichen wir die Cascades Tizgui mit Mini-Wasserfall, Teich und der einfachen Behausung von Omar.

An Omar kommt man nicht vorbei. Gleich wird zuckersüßer Minztee eingeschenkt und viel erzählt. Dass wir kein französisch verstehen, macht nichts, er kann deutsch: Frankfurt, Oktoberfest und Prost. Den Rest gibt es dann wort- und gestenreich wieder auf Berber-Französisch. Nur mühsam können wir uns irgendwann loseisen.Über einen kleinen Klettersteig kommt man neben dem Wasserfall in eine Schlucht.Omar hat mehrfach darauf hingewiesen, dass wir hier unbedingt baden sollen. Alle machen das, sogar die Kohlbach war da und alle wollen bei ihm Tajine essen und 6 Nächte bleiben…Wir haben aber noch andere Pläne, tragen uns ins Gästebuch ein und kehren zum Parkplatz zurück. Hier könnte man vermutlich auch übernachten (GPS: 30.777171, -6.52739).

Wir fahren aber noch ein Stück. Wieder zurück auf die N9 und weiter Richtung Norden. Vorbei an manch wackerem Eselchen.Und durch einige Dörfer und Kasbahs.Die Landschaft wird immer schroffer.

Und dann stehen wir vor dieser eindrucksvollen Pforte. Hm… das soll die Einfahrt zu unserem Campingplatz für knapp 4€ sein?

Sie ist es. Zur Begrüßung gibt es Tee.

Die Anlage hat einen großen Restaurantbereich, hier können sicher tolle Feste gefeiert werden. Der Minztee schmeckt ausgesprochen lecker und ist auf unseren Wunsch nur leicht gesüßt. Für alle Fälle bekommen wir aber noch ein wenig Zucker zum Nachsüßen.

Sogar einen Pool hat es auf dem Camping Dar Al Fourssane (GPS: 30.860251, -6.847205).

Es ist nicht viel los, nur 2 Wohnmobile sind auf dem Platz. Wir suchen uns eine ruhige Ecke und verbringen eine ruhige Nacht auf 1150m ü.M.

Im Supermarkt Dimitri in Ouarzazate gibt es Wein und Bier zu kaufen, die erste Gelegenheit seit Essaouira. Das trifft sich gut, denn wir wollen auf unseren runden Jahrestag anstoßen. Im Umfeld des Supermarktes wird es erstmal nervig: ein Polizist hält uns an, wir wären über rot gefahren. Nein, sind wir nicht, es wurde gerade gelb. ‚Doch‘ meint er ‚Nein‘ sage ich. ‚DOCH!‘ und ein Blick der keinen Widerspruch mag. Na gut, zucke ich mit den Schulter. Wir sollen künftig aufpassen. So ein Wichtigtuer. Vor dem Supermarkt geparkt redet gleich ein Teppichhändler auf uns ein. Nein danke, wir wollen nicht kucken. Dann kommt ein ‚Parkwächter‘ angerannt. Laber, laber, Allemania, nein in München liegt kein Schnee, blabla…

Im Dimitri Liquid-Store wird an einer Theke Wein gekauft, der gleich sichtgeschützt verpackt wird. Man fühlt sich ein wenig wie beim Drogenhändler 😉  Nebenan gibt es noch einen Supermarkt mit Dingen, die es in den Minimärkten nicht gibt. Käse, z.B., leider nur Gouda und alles sehr teuer. Auch in einer 100.000 Einwohner-Stadt  dominieren die Miniläden.

Der weitere Bummel durch Ouarzazate: beim Einräumen des Einkaufs kommt gleich der Parkwächter angerannt. Nein, wir fahren nicht weg, wir schauen uns noch um. Im nächsten Souk von allen Seiten: ‚Allemania?‘, ‚Nur schauen, nix kaufen!‘, ‚Hamburg, Frankfurt?‘, ‚Schauen, schauen, bitte!‘ … öargs. Seit Zagora begegnet uns diese Aufdringlichkeit. Dann wird es auf einmal ruhig. Auf einem Platz gibt es jede Menge E-Autos für die Kids…

… alle mögliche Geschäfte folgen…

… wir werden fündig in einem Kosmetikladen mit einem netten, zurückhaltenden Verkäufer.

Beim Wegfahren ist der Parkwächter nicht schnell genug 🙂 Für unser Jubiläum checken wir im Dar Daif ein. Eine Kasbah, die liebevoll in ein Gästehaus umgebaut wurde.

Unsere Suite hat 3 Räume und eine tolle Dachterasse.

… mit Ausblick auf den Atlas, den See und -ganz romatisch- ein großes Sonnenkraftwerk, das von Weitem wie ein gigantischer Strahler aussieht. Hier gibt es Infos dazu.

Die direkte Nachbarschaft ist ländlich: Hühner im 2.OG.

Wir machen uns schick fürs Abendessen im Dar Daif.

Das ganze Haus ist im traditionellen Stil gehalten, das marokkanische Frühstück etwas süß, aber authentisch.

Tags darauf wollen wir uns das Sonnenkraftwerk von der Nähe ansehen. Auf der Zufahrtsstraße gibt es diverse ‚Interdit au public‘-Schilder.

Dann kommt eine Einfahrt mit Schranke und Fotoverbot. Wirklich nah kommt man an das Kraftwerk leider nicht ran, schade. Auf Google-Maps sieht das sehr eindrucksvoll aus.

Am nahen El Mansour-Eddahbi-Stausee finden wir mit park4night diesen Platz (GPS: 30.961201, -6.75554). Ein paar Franzosen sind schon da. Vielleicht ist das unser erster freies Übernachten in Marokko?

Ja, das klappt. Tagsüber kommen ein paar Kinder vorbei, die aber nicht betteln, wie man das so oft hört. Sie stehen ein paar Meter vom Bus und schauen uns interessiert an. Wir halten nichts davon, Bonbons zu verteilen, bieten aber Obst und Muffins an, die freudig angenommen werden. Die Nacht ist ruhig und die Morgenstimmung schön.

Auf dem Gelände stehen Häuser, die nicht fertig gestellt wurden. Und es gibt viele offene, bis zu 5m tiefe Schächte ohne Deckel wie hier:

Weiter geht es auf der N9 Richtung Norden, von Weitem sieht man die über 4.000m hohen Gipfel des Atlas.

Unser Ziel ist Ait Ben Haddou, wir parken auf einem Wohnmobilstellplatz (GPS: 31.040745, -7.12755) mit Sicht auf das alte Lehmdorf.

Das Unesco-Weltkulturerbe diente als Filmkulisse für diverse Streifen, unter anderem ‚Gladiator‘ und ‚Game of Thrones‘.Für einen kleinen Obolus, der auch dem Erhalt der Kasbah zugute kommt, kann man diese besichtigen.Bilder zeigen Szenen aus den Filmen, die hier gedreht wurden.Die kleine Festung auf der Bergkuppe:Von oben hat man eine tolle Aussicht auf das Tal und das AtlasgebirgeNatürlich ist so ein Ort auch touristisch, in den Gassen gibt es jede Menge recht aktive Händler.Ein Blick auf die Brücke, welche die alte Ksar mit dem neuen Ort verbindet. Dort bummeln wir noch durch, dann machen wir es uns im Ducato gemütlich, denn es windet kalt und heftig auf 1.290m Höhe. Welcher Ort ist besser geeignet für eine weitere Folge von Game of Thrones? 🙂

Route: M’hamid – Ait Ben Haddou

 

März 2019 M’hamid

Wir verlassen Zagora morgens ganz leise…

… lernen unterwegs ein wenig arabisch……fahren auf der N9 nach Süden…… in das knapp 2 Stunden entfernte M’hamid. Früher wurde hier Oasenwirtschaft betrieben, durch die Trockenheit ist dies nicht mehr möglich. Heute ist die kleine Stadt vor allem Ausgangspunkt für touristische Jeep- und Kameltouren in die Sahara.Es hat wenig Infrastruktur, hier eine von zwei ‚Tankstellen‘:Am Ende des Dorfes warten die Kamele auf Gäste.

Wir fahren auf die Piste Richtung des Camp von Iguidi Tours (GPS: 29.83849, -5.743258, 50 Dirham), ein Tipp von Eva und Heiner.Die Orientierung ist nicht ganz leicht, aber wir finden den Weg.Im Camp begrüßt uns Abdul und rollt den Teppich aus…… und von Mohammes bekommen wir Tee.Nach diesem herzlichen Willkommen suchen wir die optimale Parkposition und graben den Ducato ein.

… aber Dank Sandmatten und Schaufel auch wieder aus.

Er macht sich gut bei den Berberzelten…Heiß ist es. Also Dachluken auf und Sonnenschirm raus.Ausblick aus der Schiebetüre:

Morgens sieht man im Sand die Spuren nächtlicher Krabbler:

Das Camp bietet auch Übernachtungen in traditionell hergestellten Lehmhäuser an. Ein Haus entsteht gerade. Aus Sand und Wasser werden Quader gepresst und in der Sonne getrocknet:

Genial: das Baumaterial gibt es kostenlos vor Ort.

Und die Bauzeit ist erstaunlich kurz. Hier der erste Ring Hauses:

Am nächsten Abend sieht das schon so aus:

Das Camp liegt direkt in und an den Sanddünen, wir gehen auf Tour:

Was macht man so die Tage in der Wüste? Blödsinn:

Wichtig ist, immer genug Wasser dabei zu haben. Die Sonne brennt und die Luft ist extrem trocken.

Einmal bestellen wir bei Abdul eine Tajine zum Lunch.

Und immer wieder lockt die Wüste. Das Camp liegt einfach genial.

Man kann auch von hier Jeep- und Kameltouren z.B. zur großen Sanddüne Erg Chegaga buchen, aber igendwie haben wir keine Lust auf eine geführte Tour. Gerne würden wir wie in Namibia als Selbstfahrer einen Geländewagen mit Dachzelt mieten, aber so etwas gibt es hier nicht. Die Kameltouren wirken sehr touristisch – und wir sind ja nicht im Urlaub 😉 Alles nicht schlimm: die größte Sanddüne haben wir schon in Namibia gesehen und die Umgebung des Camps ist Wüste genug. Auch am Abend wunderschön:

… und bei Sonnenuntergang.

Es herrscht absolute Stille. Man hört weniger als nichts…Durch die Schattenspiele kommen die Dünen besonders gut zur Geltung.

Nach Einbruch der Dunkelheit gibt es Lagerfeuer, Gitarren- und Trommelmusik. Dazu werden Minztee, Kekse und Nüsse gereicht. Für den fantastischen Sternenhimmel reicht die Belichtung des iPhones leider nicht aus. Auch nicht für die silberne Berberlampe, die wir jeden Abend mit Kerzenbeleuchtung vor den Bus gestellt bekommen.

Das Camp von Abdul und seinem Team ist eines der Highlights unserer Reise. Und der südlichste Punkt unserer Wintertour. Von M’Hamid führen keine asphaltierten Straßen weiter, die Grenze zu Algerien ist nur 24 Kilometer entfernt. Für uns geht es von hier aus deshalb wieder Richtung Norden.

Route: Zagora – M’HamidBisherige Route Marokko: