März 2019 Atlas+Marrakesch

Die Morgensonne lässt Ait Ben Haddou rot leuchten, was für eine schöne Aussicht zum Frühstücks-Cappuccino.

Laut Navi sind es bis nach Marrakesch über den Atlas knapp 180 km, aber knapp 4 Stunden Fahrtzeit. Es geht zunächst flott voran.

Vorbei an Lehmdörfer und Kasbahs, die gerade verfallen.

In der Ferne drücken die Wolken über den Atlas. Auf der anderen Seite hat es die letzten zwei Tage geregnet.Am Straßenrand finden sich immer wieder Verkaufsstellen für Steine. Hübsch, aber brauchen wir nicht…Auch Töpferware ist reichlich vorhandenSchneebedeckte Gipfel tauchen auf, die Temperatur sinkt.Auf dem Pass in 2.260m Höhe ist es 2 Grad kalt und windig.

Es geht kurvig abwärtsDas Navi bestätigt die Kurven. Aber warum brauchen wir über 2 Stunden für 96km?

Deshalb: die Straßen abwärts sind meist Baustellen.Steineverkäufer säumen den Weg. Die Teile sind innen sehr rot.

Wir holpern weiter…

Die Steine werden immer roter.Die Straße nicht besser.

Grün bedeutet nicht, dass der Gegenverkehr rot hat 😉5 Dirham, 5 Dirham! Da ist ja die Farbe fast teurer…Schließlich erreichen wir etwas eingematscht und ohne Steine unser Ziel…

… den CP Manzil la Totue ( GPS: 31.613899, -7.89023  120 Dirham incl. Strom), klein aber fein mit schickem Pool.

Tags darauf fahren wir zum ersten Carrefour seit langer Zeit, trotz Dunst beeindruckt das Atlasgebirge in der Ferne.Auch der nächste CP im Umfeld von Marrakech (Camp Ourika, GPS: 31.5264, -7.95972, 95 Dirham) ist hübsch angelegt und hat schnelles WLAN am Platz. Eine Seltenheit. Meist ist WLAN auf den Campingplätzen nur in der Nähe der Rezeption vorhanden und so langsam, dass es faktisch nicht nutzbar ist. Wir verwenden deshalb meist unser Mobilnetz von Maroc Telecom und haben bisher 24 GB verbraucht für rund 24€. Die LTE-Abdeckung ist beeindruckend: selbst in der Wüste hatten wir prima Netz.Aber auch sonst kann man es sich auf dem Camp Ourika gutgehen lassen…… und auch arbeiten, z.B. den Saharasand von den Solarpanels holen.

Nur 20 Minuten sind es bis zum nächsten Stellplatz (GPS: 31.6238, -7.99534  110 Dirham). Zentraler kann man in Marrakesch kaum stehen. Die Firma ‚Action-Mobile‘ kommt gerade vom Betriebsausflug aus der Sahara, neben deren Brummer ist unser Ducato recht klein.Direkt nebena: die Mosquée Koutoubiya, ein Wahrzeichen Marrakeschs.Und ein paar Meter weiter der zentrale Marktplatz Djemaa el Fna.Von hier geht es direkt in die Souks:Mancher Händler möchte einen nicht mehr aus dem Laden lassen.

Beim freundlichen Gewürzmann werden wir fündig.Und weiter, weiter, weiter geht es durch die Gassen…… die Touristen werden weniger, die Gerüche deftiger…… dann stehen wir plötzlich wieder auf dem Djemaa el Fna, das Cafe de France lockt mit Aussichtsterrassen.Wir ergattern ein top Platz zum Mittagessen.

Und begutachten unsere Einkäufe. Hm… in erster Line Fressalien. Unter anderem diese extrem leckere marrokanische Nougatcreme:

Von oben lässt sich das Treiben gut beobachten.Auf allen Moscheen in Sichtweite befinden sich Galgen, ob das dem Namen des Platzes geschuldet ist?

Relativ ruhig ist es nachmittgs im Parc Lalla Hasna, schön nach dem lauten Trubel!Dann zieht es uns nochmal in die Medina…

Aber irgendwann reicht es. Bei 26 Grad sind wir 13 km durch Marrakesch gelaufen.

Im Bus gibt Leckeres aus dem Kühlschrank, inklusive Himbeermarmelade vom Töchterchen. Super, wenn man so zentral parkt.

Nach Einbruch der Dunkelheit ziehen wir nochmal los. Der Platz gleicht einer Freiluftparty, von allen Seiten gibt es Musik.Aus den Gastroständen kommen alle möglichen Gerüche – und recht aufdringliche Kellner. Wir wollen aber nichts essen.Es gibt auch ein paar ruhige Ecken.
Ein kleiner Snack ist noch drin.Dann begeben wir uns zwecks Übersicht nochmal auf den Balkon des Cafe de France zu einem nächtlichen Absacker.Alkohol ist auch hier tabu. Das tut der Stimmung auf dem Platz aber gut. Es ist laut und chaotisch, aber vor allem fröhlich und ganz ohne ‚Schnapsleichen‘. So steuern wir nach einem langen Tag in Marrakesch unser Zuhause an.

Route nach Marrakesch:

 

 

März 2019 Zagora-Ait Ben Haddou

Der Ducato meistert die kurze Weichsandpassage aus dem Camp in M’hamid souverän, die anschließende Piste ist ein Klacks.So geht es aus der Wüste wieder nordwärts mit Fernsicht.In Zagora ist Sonntagsmarkt, das passt super. Wir stürzen uns ins laute Gewimmel und kaufen Gemüse, Obst, Oliven und Erdnüsse. Von diesen gleich 1kg, Marokko hat vermutlich die leckersten Erdnüsse der Welt. Wir wären noch länger über den Souk gebummelt, aber die Mittagshitze macht vor allem Uschi zu schaffen in den langen Sachen.Der Campingplatz Sindibad (GPS:  30.3265, – 5.83356) verfügt über eine Waschmaschine und wir verbinden das Angenehme (Palmenschatten) mit dem Nützlichen (Wäschewaschen).

Gegen abend geht es ins Dorf. Eine Gruppe Frauen kommt singend daher, jede hat ein Geschenk im Arm oder auf dem Kopf: Spielzeug, Decken, Eier etc.  Sie umringen uns mit einem lautstarken Ständchen, streicheln unsere Haare und ziehen fröhlich weiter. Witzig!Aus einem kleinen Snack im Dorf (Berberomelett und Hühnerspieße) wird durch die Fruchtsaftgetränke eine ordentliche Mahlzeit. Uschi’s ‚Mixed-Juice‘ entpuppt sich als Bananen-Erdbeer-etc. Bombe im Halbliterglas.Am nächsten Morgen gibt es in Zagora eine kleine Einkaufsrunde: Miniladen, Metzger, Bankautomat, Tankstelle, Autowäsche. Viel Sand konnten wir vom Bus waschen. Durch das kalkhaltige und leicht salzige Wasser in Zagora hat er jetzt einen Zebralook.

Was in Zagora ein wenig nervt: man wird viel angesprochen und auch angebettelt. Irgendwann fällt es schwer, dabei höflich zu bleiben. Von Zagora geht es über die N9 durch das palmengesäumte Draa-Tal.

Unterwegs wird dieser skurile Pferdetransport überholt:Die Reiter werden gleich mittransportiert.Pferdemähnen im Fahrtwind…Und immer weiter entlang der Oasenwirtschaft des Draatals.

Dann biegen wir auf eine Nebenstraße ab, denn in der Nähe soll es einen Wasserfall geben. Kaum zu glauben, angesichts der kargen Landschaft, mit ihren zarten Rot- und Grüntönen.Tatsächlich erreichen wir die Cascades Tizgui mit Mini-Wasserfall, Teich und der einfachen Behausung von Omar.

An Omar kommt man nicht vorbei. Gleich wird zuckersüßer Minztee eingeschenkt und viel erzählt. Dass wir kein französisch verstehen, macht nichts, er kann deutsch: Frankfurt, Oktoberfest und Prost. Den Rest gibt es dann wort- und gestenreich wieder auf Berber-Französisch. Nur mühsam können wir uns irgendwann loseisen.Über einen kleinen Klettersteig kommt man neben dem Wasserfall in eine Schlucht.Omar hat mehrfach darauf hingewiesen, dass wir hier unbedingt baden sollen. Alle machen das, sogar die Kohlbach war da und alle wollen bei ihm Tajine essen und 6 Nächte bleiben…Wir haben aber noch andere Pläne, tragen uns ins Gästebuch ein und kehren zum Parkplatz zurück. Hier könnte man vermutlich auch übernachten (GPS: 30.777171, -6.52739).

Wir fahren aber noch ein Stück. Wieder zurück auf die N9 und weiter Richtung Norden. Vorbei an manch wackerem Eselchen.Und durch einige Dörfer und Kasbahs.Die Landschaft wird immer schroffer.

Und dann stehen wir vor dieser eindrucksvollen Pforte. Hm… das soll die Einfahrt zu unserem Campingplatz für knapp 4€ sein?

Sie ist es. Zur Begrüßung gibt es Tee.

Die Anlage hat einen großen Restaurantbereich, hier können sicher tolle Feste gefeiert werden. Der Minztee schmeckt ausgesprochen lecker und ist auf unseren Wunsch nur leicht gesüßt. Für alle Fälle bekommen wir aber noch ein wenig Zucker zum Nachsüßen.

Sogar einen Pool hat es auf dem Camping Dar Al Fourssane (GPS: 30.860251, -6.847205).

Es ist nicht viel los, nur 2 Wohnmobile sind auf dem Platz. Wir suchen uns eine ruhige Ecke und verbringen eine ruhige Nacht auf 1150m ü.M.

Im Supermarkt Dimitri in Ouarzazate gibt es Wein und Bier zu kaufen, die erste Gelegenheit seit Essaouira. Das trifft sich gut, denn wir wollen auf unseren runden Jahrestag anstoßen. Im Umfeld des Supermarktes wird es erstmal nervig: ein Polizist hält uns an, wir wären über rot gefahren. Nein, sind wir nicht, es wurde gerade gelb. ‚Doch‘ meint er ‚Nein‘ sage ich. ‚DOCH!‘ und ein Blick der keinen Widerspruch mag. Na gut, zucke ich mit den Schulter. Wir sollen künftig aufpassen. So ein Wichtigtuer. Vor dem Supermarkt geparkt redet gleich ein Teppichhändler auf uns ein. Nein danke, wir wollen nicht kucken. Dann kommt ein ‚Parkwächter‘ angerannt. Laber, laber, Allemania, nein in München liegt kein Schnee, blabla…

Im Dimitri Liquid-Store wird an einer Theke Wein gekauft, der gleich sichtgeschützt verpackt wird. Man fühlt sich ein wenig wie beim Drogenhändler 😉  Nebenan gibt es noch einen Supermarkt mit Dingen, die es in den Minimärkten nicht gibt. Käse, z.B., leider nur Gouda und alles sehr teuer. Auch in einer 100.000 Einwohner-Stadt  dominieren die Miniläden.

Der weitere Bummel durch Ouarzazate: beim Einräumen des Einkaufs kommt gleich der Parkwächter angerannt. Nein, wir fahren nicht weg, wir schauen uns noch um. Im nächsten Souk von allen Seiten: ‚Allemania?‘, ‚Nur schauen, nix kaufen!‘, ‚Hamburg, Frankfurt?‘, ‚Schauen, schauen, bitte!‘ … öargs. Seit Zagora begegnet uns diese Aufdringlichkeit. Dann wird es auf einmal ruhig. Auf einem Platz gibt es jede Menge E-Autos für die Kids…

… alle mögliche Geschäfte folgen…

… wir werden fündig in einem Kosmetikladen mit einem netten, zurückhaltenden Verkäufer.

Beim Wegfahren ist der Parkwächter nicht schnell genug 🙂 Für unser Jubiläum checken wir im Dar Daif ein. Eine Kasbah, die liebevoll in ein Gästehaus umgebaut wurde.

Unsere Suite hat 3 Räume und eine tolle Dachterasse.

… mit Ausblick auf den Atlas, den See und -ganz romatisch- ein großes Sonnenkraftwerk, das von Weitem wie ein gigantischer Strahler aussieht. Hier gibt es Infos dazu.

Die direkte Nachbarschaft ist ländlich: Hühner im 2.OG.

Wir machen uns schick fürs Abendessen im Dar Daif.

Das ganze Haus ist im traditionellen Stil gehalten, das marokkanische Frühstück etwas süß, aber authentisch.

Tags darauf wollen wir uns das Sonnenkraftwerk von der Nähe ansehen. Auf der Zufahrtsstraße gibt es diverse ‚Interdit au public‘-Schilder.

Dann kommt eine Einfahrt mit Schranke und Fotoverbot. Wirklich nah kommt man an das Kraftwerk leider nicht ran, schade. Auf Google-Maps sieht das sehr eindrucksvoll aus.

Am nahen El Mansour-Eddahbi-Stausee finden wir mit park4night diesen Platz (GPS: 30.961201, -6.75554). Ein paar Franzosen sind schon da. Vielleicht ist das unser erster freies Übernachten in Marokko?

Ja, das klappt. Tagsüber kommen ein paar Kinder vorbei, die aber nicht betteln, wie man das so oft hört. Sie stehen ein paar Meter vom Bus und schauen uns interessiert an. Wir halten nichts davon, Bonbons zu verteilen, bieten aber Obst und Muffins an, die freudig angenommen werden. Die Nacht ist ruhig und die Morgenstimmung schön.

Auf dem Gelände stehen Häuser, die nicht fertig gestellt wurden. Und es gibt viele offene, bis zu 5m tiefe Schächte ohne Deckel wie hier:

Weiter geht es auf der N9 Richtung Norden, von Weitem sieht man die über 4.000m hohen Gipfel des Atlas.

Unser Ziel ist Ait Ben Haddou, wir parken auf einem Wohnmobilstellplatz (GPS: 31.040745, -7.12755) mit Sicht auf das alte Lehmdorf.

Das Unesco-Weltkulturerbe diente als Filmkulisse für diverse Streifen, unter anderem ‚Gladiator‘ und ‚Game of Thrones‘.Für einen kleinen Obolus, der auch dem Erhalt der Kasbah zugute kommt, kann man diese besichtigen.Bilder zeigen Szenen aus den Filmen, die hier gedreht wurden.Die kleine Festung auf der Bergkuppe:Von oben hat man eine tolle Aussicht auf das Tal und das AtlasgebirgeNatürlich ist so ein Ort auch touristisch, in den Gassen gibt es jede Menge recht aktive Händler.Ein Blick auf die Brücke, welche die alte Ksar mit dem neuen Ort verbindet. Dort bummeln wir noch durch, dann machen wir es uns im Ducato gemütlich, denn es windet kalt und heftig auf 1.290m Höhe. Welcher Ort ist besser geeignet für eine weitere Folge von Game of Thrones? 🙂

Route: M’hamid – Ait Ben Haddou

 

März 2019 M’hamid

Wir verlassen Zagora morgens ganz leise…

… lernen unterwegs ein wenig arabisch……fahren auf der N9 nach Süden…… in das knapp 2 Stunden entfernte M’hamid. Früher wurde hier Oasenwirtschaft betrieben, durch die Trockenheit ist dies nicht mehr möglich. Heute ist die kleine Stadt vor allem Ausgangspunkt für touristische Jeep- und Kameltouren in die Sahara.Es hat wenig Infrastruktur, hier eine von zwei ‚Tankstellen‘:Am Ende des Dorfes warten die Kamele auf Gäste.

Wir fahren auf die Piste Richtung des Camp von Iguidi Tours (GPS: 29.83849, -5.743258, 50 Dirham), ein Tipp von Eva und Heiner.Die Orientierung ist nicht ganz leicht, aber wir finden den Weg.Im Camp begrüßt uns Abdul und rollt den Teppich aus…… und von Mohammes bekommen wir Tee.Nach diesem herzlichen Willkommen suchen wir die optimale Parkposition und graben den Ducato ein.

… aber Dank Sandmatten und Schaufel auch wieder aus.

Er macht sich gut bei den Berberzelten…Heiß ist es. Also Dachluken auf und Sonnenschirm raus.Ausblick aus der Schiebetüre:

Morgens sieht man im Sand die Spuren nächtlicher Krabbler:

Das Camp bietet auch Übernachtungen in traditionell hergestellten Lehmhäuser an. Ein Haus entsteht gerade. Aus Sand und Wasser werden Quader gepresst und in der Sonne getrocknet:

Genial: das Baumaterial gibt es kostenlos vor Ort.

Und die Bauzeit ist erstaunlich kurz. Hier der erste Ring Hauses:

Am nächsten Abend sieht das schon so aus:

Das Camp liegt direkt in und an den Sanddünen, wir gehen auf Tour:

Was macht man so die Tage in der Wüste? Blödsinn:

Wichtig ist, immer genug Wasser dabei zu haben. Die Sonne brennt und die Luft ist extrem trocken.

Einmal bestellen wir bei Abdul eine Tajine zum Lunch.

Und immer wieder lockt die Wüste. Das Camp liegt einfach genial.

Man kann auch von hier Jeep- und Kameltouren z.B. zur großen Sanddüne Erg Chegaga buchen, aber igendwie haben wir keine Lust auf eine geführte Tour. Gerne würden wir wie in Namibia als Selbstfahrer einen Geländewagen mit Dachzelt mieten, aber so etwas gibt es hier nicht. Die Kameltouren wirken sehr touristisch – und wir sind ja nicht im Urlaub 😉 Alles nicht schlimm: die größte Sanddüne haben wir schon in Namibia gesehen und die Umgebung des Camps ist Wüste genug. Auch am Abend wunderschön:

… und bei Sonnenuntergang.

Es herrscht absolute Stille. Man hört weniger als nichts…Durch die Schattenspiele kommen die Dünen besonders gut zur Geltung.

Nach Einbruch der Dunkelheit gibt es Lagerfeuer, Gitarren- und Trommelmusik. Dazu werden Minztee, Kekse und Nüsse gereicht. Für den fantastischen Sternenhimmel reicht die Belichtung des iPhones leider nicht aus. Auch nicht für die silberne Berberlampe, die wir jeden Abend mit Kerzenbeleuchtung vor den Bus gestellt bekommen.

Das Camp von Abdul und seinem Team ist eines der Highlights unserer Reise. Und der südlichste Punkt unserer Wintertour. Von M’Hamid führen keine asphaltierten Straßen weiter, die Grenze zu Algerien ist nur 24 Kilometer entfernt. Für uns geht es von hier aus deshalb wieder Richtung Norden.

Route: Zagora – M’HamidBisherige Route Marokko:

Februar 2019 Foum Zguid-Zagora

Nach zwei Tagen verlassen wir Tata. An der Total-Tankstelle wird vollgetankt, das erste Mal mit Barzahlung, da Kreditkartenzahlung nicht funktioniert. Der Liter Diesel kostet 87 Cent. Die gut ausgebaute N 12 Richtung Osten bringt uns schnell und gut durch die karge Landschaft.Nach einer Stunde Fahrt wird es hügelig, die Steine scharfkantiger.

Autoverkehr gibt es kaum, eine Kamelherde kreuzt den Weg.

Unten am nahezu wasserlosen Canyon stehen Berberzelte neben einigen Gemüsebeeten.In der kleinen Oasenstadt Foum Zguid finden wir – wie immer mit park4night – das Camp Khaima Park (GPS: 30.0798, -6.87145  50 Dirham = 4,60 €)…

… mit viel Platz, sehr schön! Zur Mittagszeit hat es 26 Grad.Die Sanitäranlagen sind äußerst einfach, es gibt aber eine warme Dusche mit Solarenergie und ein luftiges Bad:Gegen Abend laufen wir ~1 km zur Dorfmitte und kehren auf einen frisch gepressten O-Saft in das Restaurant Chegaga ein. Unser Blick fällt auf eine Grillstelle und wir fragen den Wirt, ob er da etwas drauflegen könnte. Macht er gerne, der Sohn darf mithelfen.Dann werden Oliven, Fladenbrot, Salat und Pommes aufgefahrenund das Grillgut: Hähnchenspieße und Kefta aus Rinderhack. Zum Dessert zwei frische Orangen. Das macht zusammen ~13€ incl. Kaffee oder Tee, was aber nicht mehr reinpasst. Wir können die auch gerne morgen bekommen, meint der Wirt. Ok, dann bis morgen!

Am nächsten Tag besuchen wir die Ksar, das alte Wehrdorf, von Foum Zguid. Nur noch wenige Menschen wohnen hier.

Die Lehmbauten verfallen zusehends. Immerhin bleiben irgendwann keine Bauruinen übrig, sondern nur große Lehmhaufen.

Noch halten die Balken…Durch dunkle, kühle Gänge geht es kreuz und quer durch die Ksar.

Teilweise ist es stockfinster und was wir im Handylicht sehen ist nicht immer schön 😉Gut, wieder das Tageslicht zu erblicken!Vorbei am nüchtern ausgestatteten Friedhof geht es zur Dorfmitte…… wo wir den Kaffee von gestern nachholen.

Wir verbringen 6 Tage in Foum Zguid. Leider erwischt mich Montezumas Rache. Ich werde von den einen Nachbarn mit Globulis und von anderen mit Salzstengel versorgt. Und es gibt schlimmere Ausblicke zum Genesen:Uschi besorgt Cola und Medikamente im Dorf und ich bin wieder fit.

Wie überall im Süden Marokkos sind die Läden hinter den Arkaden winzig, es gibt aber alles, was man zum (Über)leben braucht.Sogar eine Fahrschule haben wir entdeckt, wobei es im Dorf die wenigsten dieser Verkehrszeichen und keine Ampel gibt.

Falls die Fahrversuche scheitern, finden sich Autowerkstätten. Ohne Markenbindung, hier die Größte im Ort:

Auf dem Camp ist ein Kommen und Gehen. Viele der Reisenden sind wie wir über einen langen Zeitraum unterwegs, man berichtet und tauscht sich aus. Das ist interessant und macht Lust auf neue Entdeckungen. Vor der Weiterfahrt erhält das Camp Khaima Park die Agenda2018-Zertifizierung und einen Aufkleber 🙂 Auf der Michelin-Karte ist die Strecke nach Zagora als Piste eingezeichnet. Nach unserer Recherche ist die Straße aber geteert, andere Reisende bestätigen das. So geht es auf der N 12 nach Zagora. Immer ziemlich geradeaus:Die Strecke ist wirklich gut ausgebaut und hat wenig Verkehr. Wir beachten die Schilder:Die Kamele bleiben brav hinter der Leitplanke. Beim Fotostopp kommt ein Treiber angerannt und signalisiert: ‚Essen‘, gerne geben wir ihm eine Packung Couscous. Er nimmt sie und meint ‚DirhamDirhamDirham!‘. Naja, die wollen und können wir nicht wahllos verteilen. Wir verabschieden uns, er nicht, und fahren weiter.Links begleiten uns der Antiatlas, rund 1.500m hoch.Auf beiden Seiten immer wieder hübsche violett blühende Büsche.Nach knapp 2 Stunden sind wir in der Garnisionsstadt Zagora. Sie liegt auf 730m und hat 35.000 Einwohner. Neben der Markthalle parkt ein Esel, der Ducato daneben.Vor der Halle wird ein Kuhkopf abgefackelt. Drinnen kaufen wir Fleisch und Gemüse und werden von mehreren Personen angequatscht. Zagora ist bekannt für seine eifrige Verkäufer von Kameltouren. Freundlich aber bestimmt wimmeln wir sie ab.Wir checken auf dem Campingplatz Sindibad ein (GPS: 30.3265, -5.83356  50 Dirham = 4,80€). Das Freistehen lassen wir in Marokko. Zum Einen ist es nicht erwünscht und zum Anderen ist es mittags gut warm. Kurze Kleidung ist in der Öffentlichkeit aber absolut unüblich und wir passen uns als Gäste natürlich den Landessitten an. Auf dem Campingplatz kann man sich immerhin auch luftig angezogen aufhalten.Gegen Abend, wenn es kühler wird, geht es in langen Klamotten auf eine Runde in die Stadt und durch den schönen angrenzenden Palmenhain…… an dessen Ende wir auf den Bau einer neuen Umgehungsstraße stoßen und zwei markante Berge.Tags darauf kaufen wir noch ein paar Kleinigkeiten ein. Seit Sidi Ifni haben wir keinen ‚Supermarkt‘ mehr gefunden. Gemüse, Obst und ggf. Fleisch holt man auf dem Markt oder Souk. Alles andere gibt es in diesen winzigen, zahlreichen Läden. Jeder hat Wasser und Süßkram, der Rest ist indivduell, man muss schauen und fragen, hat nach 3-4 Läden aber im Großen und Ganzen das, was man braucht.Eine Preisauszeichnung gibt es selten. Auf Wasser ist der Preis (10 Dirham für 5 Liter) aufgedruckt, beim Rest sagt der Verkäufer, was er bekommt. Wir zahlen meist ähnliche Preise wie in Europa. Das Shoppingerlebnis hält sich in Grenzen, aber es ist immerhin kommunikativ und man viel Kontakt mit Einheimischen 😉

In den letzten 4 Monaten sind wir 6.400km gefahren bei einer Fahrzeit von 128 Stunden. Im Februar waren es 1130km / 23 Stunden. Der Durchschnittsverbrauch liegt bei 9,5 Liter Diesel / 100km.

Route: Tata-Foum Zguid-Zagora:

 

 

Februar 2019 Bouizakarne-Tata

Von Tighmert fahren wir nochmal beim Marjane-Supermarkt bei Guelmin vorbei und dann auf der N1 eine gute Stunde nach Bouizakarne. Eine Piste führt zum Camp Tinnoubga (GPS: 29.1859, -9.72752  pro Nacht 60 Dirham = 5,50€, kein Strom).Die marokkanischen Betreiber sind freundlich, die Aussicht ist toll. Aber irgendwie trauern wir dem Camp von Salah ein wenig hinterher. Außer uns ist 1 englisches Paar auf dem Platz und 60-70 französische Rentner. Die haben sichtlich eine gute Zeit mit Boule etc.Tags darauf geht es weiter parallel zur algerischen Grenze, die seit 1994 geschlossen ist. Die Straße ist nur einspurig asphaltiert, bei Gegenverkehr muss man auf den steinigen Rand ausweichen.Das ergibt eine reduzierte Reisegeschwindigkeit – nach knapp 2 Stunden erreichen wir das Camp Amerdoul (GPS: 29.0466, -8.84674  60 Dirham = 5,50€ pro Nacht ohne Strom) bei der Ortschaft Icht. In Icht soll es eine alte Ksar, also ein befestigtes Wehrdorf geben, das suchen wir und laufen quer durch einen Palmenhain zum Dorf.Dort ist absolut nichts los. Wir durchkämmen die Straßen…… finden schließlich den Eingang zur Ksar und stoßen dort auf Hassan, der sich als Führer anbietet. Ich gehe in die Preisverhandlung, was nicht so einfach ist, da unser Sprachvokabular absolut nicht harmoniert. Dank Handy und Eingabe der Ziffern ’20‘ einigen wir uns auf 20 Dirham, knapp 2€.In den alten, überdachten Gassen ist es stockfinster und ohne Guide kann man sich leicht verlaufen.Die Erklärungen von Hassan bleiben infolge der Sprachbarriere rudimentär, trotzdem ist der Rundgang interessant. Die Wehrdörfer boten Schutz vor Überfälle, Tiere und Menschen wohnten eng zusammen.Hier wurde Brot gebacken, man sieht den Ruß an den Steinen.Wir durchstöbern etliche Stockwerke und klettern durch die alte Kasbah.

Dann zeigt uns Hassan den angrenzenden Palmenwald mit seinem Bewässerungssystem.

Unter den Palmen gedeihen kleine Obstbäume und Sträucher.Sogar etwas Reisanbau ist möglich. Wir bedanken uns bei Hassan und Uschi holt 20 Dirham für die Führung aus dem Geldbeutel. Beim Blick in diesem möchte er jetzt 200 Dirham haben. Das kommt natürlich nicht in Frage und ich sage ihm deutlich, das mich sein Verhalten enttäuscht. Etwas spitzbübisch nimmt Hassan die 20 Dirham und entschuldigt sich vielmals. Nagut, Entschuldigung angenommen. Wir trennen uns als Freunde.Vor dem Campingplatz wartet ein wuschelige Esel auf Streicheleinheiten.

Nach einer ruhigen Nacht fahren wir weiter Richtung Osten, parallel zur algerischen Grenze, links sieht man die Ausläufer des Antiatlas. Die Straße ist ab Icht zweispurig asphaliert und gut ausgebaut.

Viel Landschaft, wenig Menschen. In der Ferne ab und zu Esel, Ziegenherden und Berberzelte.

Nach knapp 2 Stunden Fahrt erreichen wir das Stadttor von Tata.

An einer Brücke vorbei an Teppichwäscherinnen….… checken wir auf dem Camp Hyatt ein (GPS: 29.7386, -7.97774  85 Dirham = knapp 8€ pro Nacht ohne Strom). Der CP ist nicht sehr groß und gut voll. Alles recht eng hier. Wir bekommen nach 50 Meter rückwärts rangieren einen guten Platz mit Blick auf den Fluß und eine Kasbah auf dem gegenüberliegenden Hügel.

Das Gelände ist terrassenförmig angelegt, eine Stufe unter uns werden Berberzelte vermietet.Tata liegt auf knapp 700m Höhe. Tagsüber hat es 26 Grad, nachts ist es aber kälter als in Freiburg 🙂Die alte Kasbah gegenüber schauen wir uns an. Vieles ist zerfallen, es wohnen aber Leute hier und oben gibt es ein Hotel.Die Geschäfte und den Souk von Tata erreicht man zu Fuß in 10 Minuten.Als Stärkung gibt es Msemen, viereckigen marokkanischen Pfannenkuchen aus Gries für 2 Dirham das Stück.Den ‚Berberwhisky‘ gibt es gratis dazu.Ein paar Straßen weiter lockt wieder einmal Sfenj.Ja, liebe Eva, lieber Heiner: da konnte ich nicht widerstehen.Uschi ist für den gesunden Part des Speiseplans zuständig.So findet wieder reichlich Gemüse und Obst den Weg in unsere Taschen, während wir durch den Ort schlendern. Immer schön eingehängt, Händchenhalten ist verpöhnt. Der Autoverkehr fliest mittendurch, immerhin wurde der Müllhaufen gut gesichert.Am zweiten Morgen in Tata gibt es diesen schönen Sonnenaufgang.

Route: Bouizakarne – Tata

 

Februar 2019 Oase Tighmert+Guelmim

Die Straße von Sidi Ifni nach Guelmim wird erneuert. Teilweise ist sie bereits asphaltiert, es gibt aber viele Umleitungen über Pisten. Guelmim wird oft das ‚Tor zur Sahara‘ genannt und empfängt uns mit diesem Stadttor:

An der Tankstelle neben dem Marjane-Supermarkt wird gebohrt. Der Tankwart meint augenzwinkert ‚aber nicht für diese Tankstelle‘.

Dann geht es ein Stück weiter Richtung Sahara…

… zur Oase Tighmert bei Asrir.Mitten in der Palmenoase steht das kleine Camp Aain nakhla, was ‚Quelle der Palme‘ bedeutet (GPS: 28.941099, -9.93317).Wir werden sehr herzlich von Salah (rechts mit Turban) empfangen. Er hat viele Jahre in Hamburg gelebt und spricht sehr gut deutsch. Seine rechte Hand Ali versorgt uns mit bestem Minztee. Er ist die gute Seele des Platzes und sehr witzig, obwohl das hier nicht so rüberkommt 😀Die Stellplätze sind nicht sehr groß, dafür bekommen wir mit Nikita und Ralf supernette Nachbarn aus unserer Heimat.Und der Blick vom Liegestuhl ist gar nicht schlecht:

Salah hat mit seinem Camp eine Oase in der Oase erschaffen. Er bittet, uns wie zuhause zu fühlen und das klappt auf Anhieb. Im schönen Garten gibt es jede Menge liebevoll gestaltete Plätze mit Zelten…

…oder kleine gemütliche Ecken.

Palmenstämme wurden in die Bebauung integriert:

… tagsüber Leseecke, abends Chillzone…

Jeden Abend macht Ali ein Lagerfeuer und es gibt Musik. Mal von einer Band, mal von einem holländischen Camper mit Gitarre, oder auch mal von Salah.

Als Spezialität wird Tajine mit Kamel angeboten, sehr lecker. Mit Salat, Obstsalat, Brot und Getränk für rund 7€ im gemütlichen, kleinen Restaurant.Vom Camp aus drehen wir immer wieder ein paar Runden durch die Oase Tighmert.

Durch Kanäle und Schleusen werden Felder in der Oase bewässert.

Wir treffen auf kleine Esel….… und auf kleine Menschen.Längst nicht alle Felder in der Oase werden heute genutzt. Und viele der alten Gebäude aus Lehm verfallen.Ein mystischer Ort. Uschi findet einen Palmenwedel, der wie ein Hexenbesen aussieht und probiert ihn aus. Es klappt!

Hinter dem Palmengürtel beginnt die Wüste der Sahara.

Das wenige Wasser bringt Leben in die Wüste.

Am Samstag ist in Guelmim Kamelmarkt. Schon vor dem Gelände ist viel los:

Auf allem, was rollt, werden Heuballen geliefert.

Es gibt eine ordentliche Auswahl an Kamelen.Auch andere Tiere werden zum Verkauf angeboten. Nicht immer wird mit ihnen liebevoll umgegangen…Nebenan gibt es alle möglichen Haushaltswaren…

… sowie einen großen Kleidermarkt. Die Schaufensterpuppen haben hier keine Schaufenster und ganz andere Formate, als wir das aus Europa gewohnt sind.

Ein großer Gemüsemarkt schließt sich an:Wir decken uns wieder mal ordentlich ein. Das Einkaufen ist auch ohne jede Sprachkenntnisse einfach: man füllt die Schüssel mit dem, was man möchte.Uschi bezahlt für ihre gut gefüllte Schüssel mit jeder Menge Gemüse 7 Dirham = nicht mal 70 Cent. Feilschen ist nicht nötig und bei Lebensmittel auch nicht üblich.Die Auswahl und das Angebot ist rießig.

An einem Tag tobt ein Sandsturm. Die Palmenoase schützt uns recht gut, nur ein paar hundert Meter weiter ‚draußen‘ wird man sandgestrahlt.

Naja, ein wenig Sand findet dann doch zu uns 😉

Wir verbringen wunderbare Tage und Abende bei Salah, lernen viele nette und interessante Menschen kennen. Die Übernachtung kostet 50 Dirham, also unter 5€. Duschen wird mit 10 Dirham extra berechnet. Eine sinnvolle Regelung, den Wasser ist knapp und kostbar in der Wüste. Das Camp ist beliebt und immer gut gefüllt. Wer keinen Camper hat, kann auch ein Zimmer mieten, siehe den Link oben.

Route: A= Sidi Ifni, B=Tighmert, 1= Guelmim

Ungern verlassen wir das Camp, aber morgen wollen wir weiter Richtung Osten entlang der algerischen Grenze und noch mehr Wüstenluft schnuppern.

 

Februar 2019 Sidi Wassay-Sidi Ifni

Auf dem Campingplatz Wassay Beach (siehe letzter Blogeintrag) lernen wir Erika mit Ehemann kennen, zwei rüstige und fröhliche Rentner um die 80, die bereits seit 17 Jahren immer wieder nach Marokko kommen und einiges zu erzählen haben. Die Siedlung beim Campingplatz ist verwaist, das sorgt für viel Ruhe am kilometerweiten Sandstrand. Bei der Wanderung hat man die Wahl: flach Richtung Norden…

… oder hügelig Richtung Süden, wo man immer wieder auf einfachste Fischerbehausungen trifft.Im CP-Restaurant bestellen wir gegrillte Sardinen und Tajine, zusammen für rund 7€.Wir bleiben zwei Nächte und fahren dann über kleine Straßen….

…. auf die gut ausgebaute N 1, auf der heftig geblitzt wird, nach Tiznit. Wir sind immer im Tempolimit und erreichen so ohne Zusatzkosten die Stadttore.Nicht weit entfernt gibt es Parkplätze ohne Wächter und Gebühren. Also flugs den Ducato geparkt und rein in die Medina.Tiznit ist nicht sehr touristisch, man kann super bummeln und einkaufen. Uschi hat einen schönen Gemüseladen entdeckt.Schnell ist eine Schüssel mit Vitaminen gefüllt. Das Ganze wird grob abgewogen und kostet 12 Dirham = rund 1€.Tiznit ist bekannt für seine Silberarbeiten, wir brauchen aber nichts und es bleibt beim Schaufensterbummel.Ein leises Bauchgrummeln weisst uns darauf hin, das es Mittagszeit ist. Am Wegesrand sehen wir Tajine, im dunklen Innenraum sitzen nur Einheimische, da kehren wir ein.Da es ausschließlich Tajine mit Huhn gibt, ist die Bestellung schnell erledigt. Wir bekommen eine Tischdecke aus Pappe aufgelegt und 2 Gabeln werden für uns gesucht und gefunden. Für das Erinnerungsfoto werde ich in die ‚Küche‘ gelotst. Alles voll nett hier, für die beiden Tajine mit 2 Wasserflaschen und reichlich Fladenbrot bezahlen wir knapp 7€.

Im Bus wird der Markteinkauf ausgepackt. Plastiktüten sind in Marokko verboten, man bekommt Taschen aus Stoff und Papier. Das müsste in der EU doch auch gehen.

Nach dem Bummeln und Essen in Tiznit wollen wir nicht mehr weit fahren, der Campingplatz in Aglou Plage (GPS: 29.8041, -9.827719, 90 DH = 8,30€ ohne Strom) ist nur eine Viertelstunde entfernt. Der große Platz ist zu 90% voll und zu 95% mit französischen Rentner belegt. Wir fallen richtig auf. Die Parzellen sind eng, aber für eine Nacht geht das schon.

Der Ozean bei Aglou Plage rauscht und tobt. Mitunter sind die Ausläufer der Wellen höher und schneller als man denkt.

Am nächsten Tag geht es weiter auf der bestens ausgebauten Küstenstraße. Super asphaltiert, keine ausgefranzte Ränder, keine Schlaglöcher. Trotzdem muss man aufpassen, weil immer wieder Tiere unterwegs sind. Hier eine Herde Kamele, man merkt, dass wir im Süden Marokkos sind.

In der Nähe von Mirleft sehen wir Wohmobile am Strand und stellen uns dazu (GPS: 29.589899, -10.0367). Es sieht so aus, als hätten einige hier übernachtet.

Direkt von der hübschen Bucht führt ein Pfad auf die Klippen.

… und weiter entlang der Steilküste.

An den schroffen Hängen sitzen Angler mit laaaangen Angelschnüren.

Wunderschön, dieser Küstenabschnitt.

Bei unserer Rückkehr zum Bus taucht ein Junge auf und möchte 10 Dirham für das Parken. Selbstbewusst mit gelber Weste und einer Art Ausweis ausgestattet bietet er auch Übernachten für 20 Dirham an. An dieser Küste werden allerdings immer wieder abends oder nachts die Parkplätze durch Militär und Polizei geräumt. Wir geben ihm deshalb die rund 90 Cent für das Parken und fahren weiter. Dieses Bild ist nicht historisch, sondern während der Fahrt aufgenommen:

Wieder landen wir auf einem großen Campingplatz voller französischer Rentner (CP Erkounte Park, GPS: 29.509399, -10.068, ohne Strom knapp 9€). Immerhin steht man nicht so eng. Wie auf allen Campingplätzen gibt es WLAN und wie immer funktioniert das superlangsam oder gar nicht. Wir sind meist auf die SIM-Karte von Maroc Telekom angewiesen. Im direkten Umfeld gibt es viel Platz und einige Kakteen.Die Wüste lebt…

Immer öfter sieht man Schilder in 3 Schriften, ganz unten für Berber:Und weiter geht es auf der top ausgebauten Küstenstraße Richtung Süden. Diesmal kreuzt eine Schafherde.Dann biegen wir ab zum Felsenbogen von Legzira. Der Ducato schlägt sich auf der Piste gut.

Das Spektakulärere der beiden Felsentore ist im September 2016 zusammengebrochen, da kommen wir leider zu spät. Im morgendlichen Küstennebel sehen wir das verbliebene Tor, haben aber irgendwie keine Lust, dort runter zu wandern…

… sondern fahren ein Stück weiter bis nach Sidi Ifni und checken auf dem Campingplatz Barco (GPS: 29.3832, -10.1753, ohne Strom 6,50€) ein.Wir haben Glück und bekommen den letzten Platz in der vorderen Reihe. Nur ein kleine Mauer trennt uns von der tiefer liegenden Promenade. Es gefällt uns auf Anhieb gut.Sidi Ifni wurde in den 1930er Jahren als Militärstützpunkt von den Spaniern erbaut, samt Flugplatz und Hafen. Manche Häuser sind in Art-déco errichtet, leider nur zum Teil gepflegt. Die Spanier sind erst 1969 abgezogen.

Seitdem sind im Kino wohl die Lichter aus…… ebenso im Twist Club. Uns erinnert das ein wenig an Lüderitz in Namibia.Der Leuchtturm tut aber seinen Dienst.In einer Straße werden Rohre saniert.Auf dem ehemaligen Flugplatz findet am Wochenende ein großer Markt statt, mit allem Möglichem. Der Junge vorne rechts bietet ein Huhn an.Die gibt es reichlich und sehen (bis jetzt) ganz glücklich aus.Hier ein Stand mit Wunderlampen…Wir beschränken uns auf die kulinarischen Dinge und erstehen ein knappes Kilo sehr leckere Oliven für rund 2€…… wieder einmal ein Schüssel Obst und Gemüse für 1€….Das Kilo aromatischer Erdbeeren ist mit rund 1,50€ fast schon Luxus.

Die Tasche füllt sich, die Händler sind freundlich und eher zurückhaltend. Zur Stärkung gibt es in einer Bar zwei frisch gepresst Orangensäfte zu je rund 90 Cent. Die sind hier beliebt – neben dem allgegenwärtigen Minztee und Wasser. Alkohol ist wie in ganz Marokko tabu.‚Zuhause‘ werden die Einkäufe verarbeitet.

An einem anderen Tag besorgen wir in einem Shop Aufladekarten für das Internet von Maroc Telecom. Es gibt zwar auch einen Onlinezugang mit Aufladefunktion, aber unsere Kreditkarten funktionieren dort nicht. Mal schauen, wie es mit den Rubbelkarten klappt, in 3 Wochen haben wir knapp 10 GB gebraucht.Dann ist wieder einmal Waschtag, in Sidi Ifni gibt es einen topmodernen Waschsalon.Wir probieren die lokalen Snacks: frisch zubereitete Msemen, marokkanische Pfannenkuchen für 3 Dirham….… und Sfenj, fettgebackene Hefekringel…… die ordentlich mit Zucker überstreut werden. Für gerade mal 1 Dirham = 9 Cent das Stück.Seit Agadir haben wir Sommerfeeling und dabei soll es erstmal bleiben.Richtung Süden sieht man in 3-4 Kilometer Entfernung den alten Hafen. Da bietet sich ein Strandspaziergang an.

Als die Anlage unter den Spaniern in Betrieb war, wurden die Schiffladungen mittels Seilbahn an Land gebracht.

Sidi Ifni gefällt uns gut, wir bleiben 4 Nächte. Ein ‚Agenda 2018‘-Aufkleber ziert ab heute die Rezeption.Morgen soll es ins Landesinnere Richtung Sahara gehen.

Route Sidi Wassay – Sidi Ifni