Februar 2019 Oase Tighmert+Guelmim

Die Straße von Sidi Ifni nach Guelmim wird erneuert. Teilweise ist sie bereits asphaltiert, es gibt aber viele Umleitungen über Pisten. Guelmim wird oft das ‚Tor zur Sahara‘ genannt und empfängt uns mit diesem Stadttor:

An der Tankstelle neben dem Marjane-Supermarkt wird gebohrt. Der Tankwart meint augenzwinkert ‚aber nicht für diese Tankstelle‘.

Dann geht es ein Stück weiter Richtung Sahara…

… zur Oase Tighmert bei Asrir.Mitten in der Palmenoase steht das kleine Camp Aain nakhla, was ‚Quelle der Palme‘ bedeutet (GPS: 28.941099, -9.93317).Wir werden sehr herzlich von Salah (rechts mit Turban) empfangen. Er hat viele Jahre in Hamburg gelebt und spricht sehr gut deutsch. Seine rechte Hand Ali versorgt uns mit bestem Minztee. Er ist die gute Seele des Platzes und sehr witzig, obwohl das hier nicht so rüberkommt 😀Die Stellplätze sind nicht sehr groß, dafür bekommen wir mit Nikita und Ralf supernette Nachbarn aus unserer Heimat.Und der Blick vom Liegestuhl ist gar nicht schlecht:

Salah hat mit seinem Camp eine Oase in der Oase erschaffen. Er bittet, uns wie zuhause zu fühlen und das klappt auf Anhieb. Im schönen Garten gibt es jede Menge liebevoll gestaltete Plätze mit Zelten…

…oder kleine gemütliche Ecken.

Palmenstämme wurden in die Bebauung integriert:

… tagsüber Leseecke, abends Chillzone…

Jeden Abend macht Ali ein Lagerfeuer und es gibt Musik. Mal von einer Band, mal von einem holländischen Camper mit Gitarre, oder auch mal von Salah.

Als Spezialität wird Tajine mit Kamel angeboten, sehr lecker. Mit Salat, Obstsalat, Brot und Getränk für rund 7€ im gemütlichen, kleinen Restaurant.Vom Camp aus drehen wir immer wieder ein paar Runden durch die Oase Tighmert.

Durch Kanäle und Schleusen werden Felder in der Oase bewässert.

Wir treffen auf kleine Esel….… und auf kleine Menschen.Längst nicht alle Felder in der Oase werden heute genutzt. Und viele der alten Gebäude aus Lehm verfallen.Ein mystischer Ort. Uschi findet einen Palmenwedel, der wie ein Hexenbesen aussieht und probiert ihn aus. Es klappt!

Hinter dem Palmengürtel beginnt die Wüste der Sahara.

Das wenige Wasser bringt Leben in die Wüste.

Am Samstag ist in Guelmim Kamelmarkt. Schon vor dem Gelände ist viel los:

Auf allem, was rollt, werden Heuballen geliefert.

Es gibt eine ordentliche Auswahl an Kamelen.Auch andere Tiere werden zum Verkauf angeboten. Nicht immer wird mit ihnen liebevoll umgegangen…Nebenan gibt es alle möglichen Haushaltswaren…

… sowie einen großen Kleidermarkt. Die Schaufensterpuppen haben hier keine Schaufenster und ganz andere Formate, als wir das aus Europa gewohnt sind.

Ein großer Gemüsemarkt schließt sich an:Wir decken uns wieder mal ordentlich ein. Das Einkaufen ist auch ohne jede Sprachkenntnisse einfach: man füllt die Schüssel mit dem, was man möchte.Uschi bezahlt für ihre gut gefüllte Schüssel mit jeder Menge Gemüse 7 Dirham = nicht mal 70 Cent. Feilschen ist nicht nötig und bei Lebensmittel auch nicht üblich.Die Auswahl und das Angebot ist rießig.

An einem Tag tobt ein Sandsturm. Die Palmenoase schützt uns recht gut, nur ein paar hundert Meter weiter ‚draußen‘ wird man sandgestrahlt.

Naja, ein wenig Sand findet dann doch zu uns 😉

Wir verbringen wunderbare Tage und Abende bei Salah, lernen viele nette und interessante Menschen kennen. Die Übernachtung kostet 50 Dirham, also unter 5€. Duschen wird mit 10 Dirham extra berechnet. Eine sinnvolle Regelung, den Wasser ist knapp und kostbar in der Wüste. Das Camp ist beliebt und immer gut gefüllt. Wer keinen Camper hat, kann auch ein Zimmer mieten, siehe den Link oben.

Route: A= Sidi Ifni, B=Tighmert, 1= Guelmim

Ungern verlassen wir das Camp, aber morgen wollen wir weiter Richtung Osten entlang der algerischen Grenze und noch mehr Wüstenluft schnuppern.

 

Februar 2019 Sidi Wassay-Sidi Ifni

Auf dem Campingplatz Wassay Beach (siehe letzter Blogeintrag) lernen wir Erika mit Ehemann kennen, zwei rüstige und fröhliche Rentner um die 80, die bereits seit 17 Jahren immer wieder nach Marokko kommen und einiges zu erzählen haben. Die Siedlung beim Campingplatz ist verwaist, das sorgt für viel Ruhe am kilometerweiten Sandstrand. Bei der Wanderung hat man die Wahl: flach Richtung Norden…

… oder hügelig Richtung Süden, wo man immer wieder auf einfachste Fischerbehausungen trifft.Im CP-Restaurant bestellen wir gegrillte Sardinen und Tajine, zusammen für rund 7€.Wir bleiben zwei Nächte und fahren dann über kleine Straßen….

…. auf die gut ausgebaute N 1, auf der heftig geblitzt wird, nach Tiznit. Wir sind immer im Tempolimit und erreichen so ohne Zusatzkosten die Stadttore.Nicht weit entfernt gibt es Parkplätze ohne Wächter und Gebühren. Also flugs den Ducato geparkt und rein in die Medina.Tiznit ist nicht sehr touristisch, man kann super bummeln und einkaufen. Uschi hat einen schönen Gemüseladen entdeckt.Schnell ist eine Schüssel mit Vitaminen gefüllt. Das Ganze wird grob abgewogen und kostet 12 Dirham = rund 1€.Tiznit ist bekannt für seine Silberarbeiten, wir brauchen aber nichts und es bleibt beim Schaufensterbummel.Ein leises Bauchgrummeln weisst uns darauf hin, das es Mittagszeit ist. Am Wegesrand sehen wir Tajine, im dunklen Innenraum sitzen nur Einheimische, da kehren wir ein.Da es ausschließlich Tajine mit Huhn gibt, ist die Bestellung schnell erledigt. Wir bekommen eine Tischdecke aus Pappe aufgelegt und 2 Gabeln werden für uns gesucht und gefunden. Für das Erinnerungsfoto werde ich in die ‚Küche‘ gelotst. Alles voll nett hier, für die beiden Tajine mit 2 Wasserflaschen und reichlich Fladenbrot bezahlen wir knapp 7€.

Im Bus wird der Markteinkauf ausgepackt. Plastiktüten sind in Marokko verboten, man bekommt Taschen aus Stoff und Papier. Das müsste in der EU doch auch gehen.

Nach dem Bummeln und Essen in Tiznit wollen wir nicht mehr weit fahren, der Campingplatz in Aglou Plage (GPS: 29.8041, -9.827719, 90 DH = 8,30€ ohne Strom) ist nur eine Viertelstunde entfernt. Der große Platz ist zu 90% voll und zu 95% mit französischen Rentner belegt. Wir fallen richtig auf. Die Parzellen sind eng, aber für eine Nacht geht das schon.

Der Ozean bei Aglou Plage rauscht und tobt. Mitunter sind die Ausläufer der Wellen höher und schneller als man denkt.

Am nächsten Tag geht es weiter auf der bestens ausgebauten Küstenstraße. Super asphaltiert, keine ausgefranzte Ränder, keine Schlaglöcher. Trotzdem muss man aufpassen, weil immer wieder Tiere unterwegs sind. Hier eine Herde Kamele, man merkt, dass wir im Süden Marokkos sind.

In der Nähe von Mirleft sehen wir Wohmobile am Strand und stellen uns dazu (GPS: 29.589899, -10.0367). Es sieht so aus, als hätten einige hier übernachtet.

Direkt von der hübschen Bucht führt ein Pfad auf die Klippen.

… und weiter entlang der Steilküste.

An den schroffen Hängen sitzen Angler mit laaaangen Angelschnüren.

Wunderschön, dieser Küstenabschnitt.

Bei unserer Rückkehr zum Bus taucht ein Junge auf und möchte 10 Dirham für das Parken. Selbstbewusst mit gelber Weste und einer Art Ausweis ausgestattet bietet er auch Übernachten für 20 Dirham an. An dieser Küste werden allerdings immer wieder abends oder nachts die Parkplätze durch Militär und Polizei geräumt. Wir geben ihm deshalb die rund 90 Cent für das Parken und fahren weiter. Dieses Bild ist nicht historisch, sondern während der Fahrt aufgenommen:

Wieder landen wir auf einem großen Campingplatz voller französischer Rentner (CP Erkounte Park, GPS: 29.509399, -10.068, ohne Strom knapp 9€). Immerhin steht man nicht so eng. Wie auf allen Campingplätzen gibt es WLAN und wie immer funktioniert das superlangsam oder gar nicht. Wir sind meist auf die SIM-Karte von Maroc Telekom angewiesen. Im direkten Umfeld gibt es viel Platz und einige Kakteen.Die Wüste lebt…

Immer öfter sieht man Schilder in 3 Schriften, ganz unten für Berber:Und weiter geht es auf der top ausgebauten Küstenstraße Richtung Süden. Diesmal kreuzt eine Schafherde.Dann biegen wir ab zum Felsenbogen von Legzira. Der Ducato schlägt sich auf der Piste gut.

Das Spektakulärere der beiden Felsentore ist im September 2016 zusammengebrochen, da kommen wir leider zu spät. Im morgendlichen Küstennebel sehen wir das verbliebene Tor, haben aber irgendwie keine Lust, dort runter zu wandern…

… sondern fahren ein Stück weiter bis nach Sidi Ifni und checken auf dem Campingplatz Barco (GPS: 29.3832, -10.1753, ohne Strom 6,50€) ein.Wir haben Glück und bekommen den letzten Platz in der vorderen Reihe. Nur ein kleine Mauer trennt uns von der tiefer liegenden Promenade. Es gefällt uns auf Anhieb gut.Sidi Ifni wurde in den 1930er Jahren als Militärstützpunkt von den Spaniern erbaut, samt Flugplatz und Hafen. Manche Häuser sind in Art-déco errichtet, leider nur zum Teil gepflegt. Die Spanier sind erst 1969 abgezogen.

Seitdem sind im Kino wohl die Lichter aus…… ebenso im Twist Club. Uns erinnert das ein wenig an Lüderitz in Namibia.Der Leuchtturm tut aber seinen Dienst.In einer Straße werden Rohre saniert.Auf dem ehemaligen Flugplatz findet am Wochenende ein großer Markt statt, mit allem Möglichem. Der Junge vorne rechts bietet ein Huhn an.Die gibt es reichlich und sehen (bis jetzt) ganz glücklich aus.Hier ein Stand mit Wunderlampen…Wir beschränken uns auf die kulinarischen Dinge und erstehen ein knappes Kilo sehr leckere Oliven für rund 2€…… wieder einmal ein Schüssel Obst und Gemüse für 1€….Das Kilo aromatischer Erdbeeren ist mit rund 1,50€ fast schon Luxus.

Die Tasche füllt sich, die Händler sind freundlich und eher zurückhaltend. Zur Stärkung gibt es in einer Bar zwei frisch gepresst Orangensäfte zu je rund 90 Cent. Die sind hier beliebt – neben dem allgegenwärtigen Minztee und Wasser. Alkohol ist wie in ganz Marokko tabu.‚Zuhause‘ werden die Einkäufe verarbeitet.

An einem anderen Tag besorgen wir in einem Shop Aufladekarten für das Internet von Maroc Telecom. Es gibt zwar auch einen Onlinezugang mit Aufladefunktion, aber unsere Kreditkarten funktionieren dort nicht. Mal schauen, wie es mit den Rubbelkarten klappt, in 3 Wochen haben wir knapp 10 GB gebraucht.Dann ist wieder einmal Waschtag, in Sidi Ifni gibt es einen topmodernen Waschsalon.Wir probieren die lokalen Snacks: frisch zubereitete Msemen, marokkanische Pfannenkuchen für 3 Dirham….… und Sfenj, fettgebackene Hefekringel…… die ordentlich mit Zucker überstreut werden. Für gerade mal 1 Dirham = 9 Cent das Stück.Seit Agadir haben wir Sommerfeeling und dabei soll es erstmal bleiben.Richtung Süden sieht man in 3-4 Kilometer Entfernung den alten Hafen. Da bietet sich ein Strandspaziergang an.

Als die Anlage unter den Spaniern in Betrieb war, wurden die Schiffladungen mittels Seilbahn an Land gebracht.

Sidi Ifni gefällt uns gut, wir bleiben 4 Nächte. Ein ‚Agenda 2018‘-Aufkleber ziert ab heute die Rezeption.Morgen soll es ins Landesinnere Richtung Sahara gehen.

Route Sidi Wassay – Sidi Ifni

 

Februar 2019 Sidi Kaouki-Agadir

Von Essaouira fährt man eine knappe halbe Stunde in den kleinen Ort Sidi Kaouki. Der einfache Campingplatz Soleil Kaouki (GPS: 31.3496, -9.79442) gibt optisch nicht viel her, hat aber seine Vorzüge: viel Platz, der Strand ist nicht weit, der Chef (Ali) nett, die Sanitäranlagen mit warmen Duschen ok, die Ver- und Entsorgung auch. WLAN ist am Platz und funktioniert sogar ab und zu. Das Ganze für 50 DH = 4,60€, da kann man nichts sagen…Es gibt ein paar Surfschulen mit Bars (wie immer in Marokko alkoholfrei) und ein paar kleine Hotels. Am Strand kann man auf Kamelen und Pferden reiten. Alles ganz nett, nur die freilaufende Hunde sind etwas wild.Viel Platz am Strand, allerdings pfeift der Wind sehr stark.

Und der Atlantik ist rau, heute können nicht mal die Surfer raus. Wir freuen uns, auf dem Platz zum 3. Mal Alva, Eva + Heiner zu treffen 🙂

Essaouira hat uns so gut gefallen, da müssen wir nochmal für einen Tagesauflug hin. Diesmal starten wir unsere Tour am Hafen.Fangfrisch.Auch für die Möwen bleibt etwas übrig.Wir bummeln durch die Medina und Souks, kaufen ein paar hübsche Dinge und ein paar nahrhafte. Alles sehr günstig.Es macht wieder Spaß, durch die Gassen zu bummeln. Die Leute sind sehr freundlich und allermeistens nicht aufdringlich. Im Hafencafé kosten zwei Cappuccini mit Wasser rund 2€.Magische Schattenspiele am Hafen von Essaouira…Nach 3 Nächte in Sidi Kaoki geht es weiter entlang der Küstenstraße Richtung Süden. Wir überholen das erste Kamel…… fahren aber sonst gemächlich, die Straße überrascht immer wieder mit Schlaglöchern und ist oft eng. Allerdings nicht gemächlich genug: in einer 60er Zone wird geblitzt: 69km/h zeigt das schicke Radargerät mit einem Foto vom Bus, 300 DH soll der Spaß kosten. Nach ein paar netten Worten bekomme ich Rabatt und zahle 150 DH, knapp 14€, mit korrekter Quittung.Man sieht oft Polizei- und mobile Radarkontrollen. Dafür geht es auf den Straßen auch recht diszipliniert zu, außer in Casablanca 😉   An dieser Stelle wären wir auch ohne Schild nicht auf die Idee gekommen, zu überholen:

Die Straße wird zur Piste…

… schließlich erreichen wir das Camp Oceanpoint in Imsouane. Der Platz ist hübsch angelegt, es hat hier viele Surfer und coole Leute. 80 DH = 7,40€ kostet die Nacht ohne Strom, wir bleiben 3 (GPS: 30.846901, -9.821429).

Wer keine eigene Behausung mitbringt, kann für 23€ in diesen Booten mit Meerblick übernachten.Vom Campingplatz geht es über steile Stufen an die schöne Bucht, bei Flut steigt das Wasser allerdings bis zu den Steinen.An die Steilküste schmiegt sich das Fischer- + Surferdorf Imsouame.Es gibt kleine Geschäfte für den täglichen Bedarf zu den in Marokko üblichen Preisen: das Fladenbrot 1 DH = 9 Cent, 5 Liter Wasser 10 DH.Ein bewölkter Tag bietet sich für eine kleine Küstenwanderung an.Am Platz wird die Briefpost erledigt. Klein Hundi passt auf. Auch die großen Hunde sind freundlich und entspannt, nur nachts drehen sie ab und zu durch und jagen mit lauten Gebell um die Autos.Im Großen und Ganzen ist die Atmosphäre aber super, Uschi fühlt sich zum Sonnenuntergang (nach 19 Uhr!) für ein Mandala im Sand inspiriert und bekommt Applaus von Wanderern. Auf der Weiterfahrt am Tag darauf stoßen wir auf einen Strand mit 20-30 Campervans (GPS: 30.615801, -9.801460) und bleiben erstmal. Die aktuellen Park4Night Bewertungen sind prima. Es hat 26 Grad, kaum Wind und fühlt sich wie Sommer an. Wir freuen uns auf unser 1. Freistehen in Marokko!Leider nur bis 18 Uhr: dann kommt die Polizei und sagt, dass alle den Platz verlassen müssen. Ich frage ‚wegen der Sicherheit?‘ und bekomme als ausschweifende Antwort ‚wegen allgemeinen Problemen‘ und ein Schulterzucken. Schade – so fahren wir ein paar Kilometer weiter auf den nächsten Campingplatz  Atlantika Beach bei Imi Quaddar (GPS: 30.581889, -9.7554269), der sich vermutlich über den abendlichen Zustrom von Campinggästen freut.Statt am Strand stehen wir jetzt zwischen vielen Wohnmobilen. 100 DH = 9,20€ kostet die Nacht ohne Strom. Der Platz ist nicht besonders hübsch, aber nagelneu und hat die besten Sanitärräume, die wir bisher in Marokko angetroffen haben. Man möchte gar nicht mehr aus der Dusche 😉  Wir machen das beste daraus, putzen am nächsten Tag den Bus innen und außen und lassen unsere 11 kg Gasflasche auffüllen. Die war zwar noch lange nicht leer, aber wenn das Gasmann schon mal vorbeischaut… So brauchen wir uns bis zu Rückkehr nach Deutschland nicht mehr darum kümmern.  Auch bei Imi Quaddar kann man kilometerweit am Strand entlang wandern.

Und im Wasser, welches recht warm ist, bei Ebbe wieder zurück.

Unser nächste Stopp in Agadir fällt kurz aus: die Stadt ist 1960 einem Erdbeben zum Opfer gefallen, die Bauten stammen aus der Zeit danach. Heute hat Agadir 600.000 Einwohner. Wir kaufen im Carrefour ein paar Sachen, die es in den kleinen Läden nicht gibt, heben an einer Bank Geld ab und fahren dann weiter…

… auf den Campingplatz Sidi Wassay Beach (GPS: 30.055201, -9.68852) und stehen dort in der Pole Position mit direktem Meerblick. Wer findet uns?

Route: Sidi Kaouki – Sidi Wassay

Januar 2019 Casablanca-Essaouira

Auf dem Weg nach Casablanca besuchen wir in Mohammedia den großen Marjane Supermarkt. Er ähnelt den Carrefour-Märkten, die man aus Frankreich und Spanien kennt.Die Preise sind unterschiedlich: französischer Käse ist teurer, Obst und Gemüse sind billiger als in Europa. Es gibt keinen Alkohol, dafür jede Menge offene Gewürze.Casablanca hat knapp 3,4 Millionen Einwohner. Viele raten davon ab, mit dem eigenen Auto in das Gewühl einer marokkanischen Großstadt zu fahren. Dem stimmen wir jetzt zu: wir brauchen über eine Stunde um zur Moschee am Hafen zu gelangen, fahren von einem Stau in den nächsten. Verkehrsregeln werden kaum eingehalten, wir passieren viele Unfälle, in einem Fall verteilte sich eine Ladung Nägel über die Fahrbahn. Dabei begann alles ganz entspannt:Schließlich erreichen wir die 210m hohe Hassan II. Moschee, das höchste religiöse Bauwerk der Welt. Danke an Heiner für dieses Foto, so gibt es wieder mal ein Bild von uns zusammen.Nach einer weiteren nervenaufreibenden Fahrt durch Casablanca landen wir nach 1,5 Stunden auf dem Campingplatz International in El Jadida (GPS: 33.240101, -8.48867). Die Sanitäranlagen sind uralt, defekt, verschmutzt und faktisch nicht nutzbar. Trotzdem ist der Platz gut gefüllt. Freies Stehen ist derzeit leider keine Alternative, da polizeilich aus Sicherheitgründen untersagt. So übernachten wir hier für 66 DH = 6€.Am nächsten Morgen lacht die Sonne und wir machen uns zeitig auf den Weg entlang der abwechslungsreichen Küstenstraße. Hier wird als roten Warnwimpel der rudimentär gesicherten Ladung ein Ziegelstein verwendet, der bedenklich an einer Schnur baumelt.Vorbei geht es an an Wiesen, Wäldern und Industrieanlagen…Immer wieder stehen kleine Herden mit Schafen und Ziegen am Straßenrand, Leute grüßen und winken. Der Fahrbahnrand ist oft scharfkantig und sollte besser nicht befahren werden.Nach einer guten Stunde erreichen wir den CP Laguna Park in Oualida (GPS: 32.7254, -9.04345) mit einer super Aussicht und Pool, alles top in Schuß und gepflegt für 95 DH = 8,80€ incl. Strom. Der sympathische Eigentümer Ibrahim spricht gut englisch. Bei bis zu 20 Grad und Sonnenschein lässt es sich relaxen und mit den Nachbarn Reiserouten austauschen, z.B. mit Sibylle und Hermann, die wie wir seit April 2018 unterwegs sind. Zur Strand und zur Lagune von Oualidia läuft man rund 1,5 km.

Wir bestellen bei Ibrahim zum Lunch eine hausgemachte Tajine, die direkt in den Bus geliefert wird.Für 2 Personen kostet das 85 DH = knapp 8€.Sehr lecker und empfehlenswert.

Wir wären noch länger bei Ibrahim geblieben, aber Nebel und Wolken ziehen auf, Richtung Süden soll es sonniger sein. So geht es wieder auf die Küstenstraße 301.

Wir fahren ein ganzes Stück, die 301 ist höchst unterschiedlich ausgebaut. Mal kommt man gut voran, mal hat es Schlaglöcher ohne Ende. Auf der engen Straße ist uns dieser Gegenverkehr der liebste:Wir überholen auch ab und zu….… und landen nach gut 2 Stunden auf einem einsamen Campingplatz im Nirgendwo (GPS: 31.787701, -9.58416). Für 100 DH = 9,20€ haben wir den hinteren Teil des Platzes einschließlich Sanitäranlagen für uns alleine und stehen windgeschützt vor den starken Böen.Auch vorne am Strand ist viel Platz.Und weiter geht es auf der 301. Mit schönem Blick auf die Küsten und einem wachsamen auf den Asphalt.Nach einer Stunde tanken wir in Essaouira Diesel für 80 Cent/Liter und fahren dann auf den bewachten Parkplatz direkt an der Altstadt. Für 220 DH darf man auch über Nacht bleiben. Äh… 20€? Nein danke, wir parken ein paar Straßen weiter, geben dem Parkwächter 5 DH und sind in wenigen Minuten in der Medina.Ein Blick über die Stadtmauer zum Atlantik:

Durch die Altstadt lässt es sich entspannt bummeln. Es gibt viel zu sehen, zu riechen und zu essen. Wir lassen uns treiben, kaufen Brot, Nüsse, Fisch. Das leckere marokkanische Lunch kostet einschließlich Minztee und Trinkgeld nicht mal 10€:

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Alles wunderbar, die Stadt gefällt uns ausgesprochen gut. Der einzige Campingplatz allerdings nicht. Freies Stehen ist auch hier leider überall verboten. In nur 20km Entfernung soll es in Sidi Kaoki einen besseren Stellplatz geben – wir werden berichten!

 

Januar 2019 Málaga-El Mansouria

Zwei Tage bleiben wir in Málaga, zum Frühstück mit einem Sonnenaufgang, der immer wieder fasziniert.

Dann geht es weiter nach Tarifa, mit einem Auflug nach Baleo Claudia, schließlich kennt Uschi die Ausgrabungsstätte noch nicht.In Tarifa stehen wir am Kiter-Strand und buchen die Fähre nach Marokko/Tanger für 250€ hin und zurück. Von Algeciras wäre die Überfahrt preisgünstiger, dafür passen uns die Abfahrtszeiten in Tarifa besser, die Fahrt ist kürzer und der kleine Hafen fast schon familiär. Ziemlich pünktlich legt die Schnellfähre um kurz nach 9 Uhr ab.

Es ist wenig Betrieb an Bord, eine Gruppe von Asiaten durchstöbert den Duty Free-Shop, wir nehmen an der Bar zwei Cafe au Lait – nicht Cafe con Leche denn FRS ist eine marokkanische Fährgesellschaft und daher französisch ausgerichtet.Nach knapp einer Stunde legen wir in Tanger Ville an. Es sind nicht viele Fahrzeuge abzufertigen, aber der vor uns fahrende LKW mit seinem Oldtimer auf der Pritsche bereitet den Zöllnern Probleme und beschert uns fast eine Stunde Wartezeit.

Dann wird unser Ducato oberflächlich kontrolliert, in ein paar Schränke geschaut und ich werde freundlich nach Drohnen und Waffen gefragt. Da wir beides nicht dabei haben, steht der Einreise nichts entgegen. Am Hafen werden noch Euros gegen Dirhams getauscht, dann geht es auf die Straßen Marokkos.

Wir sind zur Mittagszeit in Asilah auf dem sehr einfachen Campingplatz ‚As Saad‘ (GPS: 35.471699, -6.02849). 65 Dirham, rund 5,50€, kostet die Übernachtung. Die Duschen sind rustikal aber warm, WLAN ist inklusive. Für 20 Dirham gäbe es Strom, doch den erzeugen unser Solarpanels. Der Platz ist abends proppevoll.

Nur 200m weiter erstehen wir bei Maroc Telekom nach 1-stündiger Wartezeit eine SIM Karte. Der freundliche Verkäufer spricht englisch und schaltet die Karte für Telefon (20 Dirham = 1,80€) und 10 GB Internet (100 Dirham = 9,20€) frei. In der Nacht regnet es, am nächsten Morgen bummeln wir bei 14 Grad durch die Medina.Weil das Wetter nicht so toll ist, fahren wir auf der gut ausgebauten A5 rund 270km Richtung Süden und bezahlen dafür 14€ Maut. Die Landschaft ist grün, meist landwirtschaftlich genutzt. Auf den Weiden stehen Kühe, Schafe, Ziegen, Esel und Menschen.Dazwischen immer wieder Dörfer oder einfache Behausungen. Die Autobahn dient auch als Fußweg.Auf dem Campingplatz Ocean Bleu bei El Mansouria (GPS: 33.73758, -7.324433) werden wir von der jungen Mitarbeiterin herzlich begrüßt. 75 Dirham = 7€ kostet der gepflegte Stellplatz am Atlantik, holpriges WLAN inclusive. Bis zum Abend treffen viele Camper ein, darunter zu unserer Freude auch Alva mit ihren Eltern, die wir Anfang Dezember am Naturpark Del Fondo kennengelernt haben.

Das Wetter ist wechselhaft, der Atlantik rau. Rund um den Campingplatz stehen und entstehen mehrstöckige Häuser mit Ferienwohnungen, derzeit ohne Bewohner. Es bietet sich also an, weiter Richtung Süden zu fahren, morgen wollen wir einen Abstecher nach Casablanca machen.

Route von Tanger bis El Mansouria

Januar 2019 Caminito del Rey+El Torcal

Das Wichtigste zuerst, Uschi kommt vom Heimaturlaub zurück:Mit der App ‚Plane Finder‘ kann ich den Flug in Echtzeit verfolgen, z.B. kurz nach dem Start in Basel:

… und kurz vor der Landung. Sehr praktisch, denn dadurch bekomme ich mit, dass die Ankunft 20 Minuten früher ist, als geplant. Uschi ist bekannt dafür, dass sie ihre Termine mehr als pünktlich einhält. Wir hätten nicht gedacht, dass das auch bei Flugreisen funktioniert .:-)

Zur Ankunft gibt es zwei Cappuccini am Strand von Málaga (GPS: 36.6805, -4.44661).In vielen spanischen Städten kosten die Museen Sonntags keinen Eintritt, so auch das private Automobilmuseum in Málaga.Design-Ikonen werden hier nebst passender Vintage-Mode präsentiert.

Der Flower-Power Rolls-Royce von John Lennon, den die Beatles gerne benutzt und den Rolling Stones und Bob Dylan ausgeliehen haben:

Wir machen ein Ausflug zum Wandersteig Caminito del Rey. Der Zugang kostet 11,55€ und muss vorher online gebucht werden. Im Preis enthalten ist ein Shuttle-Bus, der einen nach der rund 4-stündigen Wanderung wieder an den Parkplatz zurückbringt.

Die Wege hangeln sich spektakulär an der Felswand entlang, Schwindelfreiheit ist von Vorteil.Ehemals als ‚gefährlichster Klettersteig der Welt‘ bekannt, ist der Weg jetzt bestens ausgebaut, Schutzhelme sind trotzdem Pflicht. Ein wunderbares Naturerlebnis, weit unten in der Schlucht rauscht das Wasser, über uns fliegen Gänsegeier. Hier eine kleine Diashow:

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Das nächste Highlight, El Torcal mit seinen Karstformationen liegt auf 1.200m Höhe, nachts fallen die Temperaturen auf 0 Grad. Wir übernachten deshalb etwas tiefer auf dem kostenlosen Womo-Parkplatz in Antequera incl. Ver- und Entsorgung (GPS: 37.0214, -4.57218). Morgens geht es über steile Straßen ins Gebirge. Die Anfahrt sieht vielversprechend aus:

Der Parkplatz (GPS: 36.952999, -4.54437) ist nicht sehr groß, man sollte also früh hier sein. Der Naturpark kostet keinen Eintritt, zwei Rundwanderwege führen durch das Gebiet. Es lässt sich aber auch abseits wandern und klettern, wie dieser Steinbock:Die Landschaft erinnert uns an die Nationalparks im Südwesten der USA.Gegen Mittag steigt die Temperatur auf bis zu 15 Grad, bestes Wanderwetter.

Wir machen unzählige Fotos, hier ein paar per Diashow:

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So schön das hier oben auch ist, am Meer ist es wärmer. Deshalb fahren wir wieder an den bewährten Strandplatz in Málaga, die Hundis kennen und begrüßen uns.Es lässt sich hier aushalten. In der Nähe werden Churros angeboten.Ein leckerer, nicht ganz kalorienarmer Snack. Serviert mit einer Art heißem Schokoladenpudding zum Eintauchen des warmen Fettgebäcks.Die elektrischen Leih-Scooter von Lime S werden genutzt.Und immer wieder sind wir an der hübschen Promenade von Málaga.

An den Strandbars Kachelbilder mit historischen Ansichten.Route: A: Málaga, 1:Caminito del Rey, B: El Torcal de Antequera

 

Januar 2019 Baelo Claudia+Tanger

Tarifa = nette Vanlifer, Kiter, Surfer. Fast immer windig, tagsüber rund 18 Grad, nachts immerhin zweistellig, während es, egal ob in Richtung Süden, Osten oder Westen, auf 5-8 Grad abkühlt. Keine Ahnung, warum das so ist. Falls jemand ein Erklärung hat, bitte gerne einen Kommentar hinterlassen. Also bleibe ich erstmal in Tarifa. Die grüne Umgebung mit saftigen Wiesen erinnert an die Heimat. Nur, dass die kleinen Büsche Zwergpalmen sind und sich die Kühe Anfang Januar sonnen können.Eine Gegend, in der man sich niederlassen könnte. Das dachten schon die alten Römer. Das 17 km entfernte Baelo Claudia kostet EU-Bürger keinen Eintritt, da die Ausgrabungen subventioniert wurden. Was für eine tolle Lage:Der Rundweg führt eine gute Stunde durch die alte Stadt mit Tempeln, Plätzen, Badehäuser, Schulen, Fischfabriken usw. Man bekommt einen Flyer zur Orientierung, zusätzlich ist alles auf Tafeln in spanisch und  englisch beschrieben.So lässt es sich in die Zeit vor rund 2000 Jahren eintauchen.Das schicke Museum bietet Zusatzinformationen und Exponate.Auf dem Rückweg nach Tarifa bietet sich ein Abstecher zur Duna de Valdevaqueros an.

Zwischen Spanien und Marokko verkehren mehrmals täglich Fähren von FRS, außerdem gibt es für 66€ eine geführte Tagestour nach Tanger, incl. Überfahrt und Mittagessen. Sascha, den ich am Strand von Tarifa kennengelernt habe, und ich sind pünktlich morgens am Hafen, die Schnellfähre soll um 9.00 ablegen und in nur 35 Minuten in Tanger ankommen. Die Abfahrt verspätet sich allerdings um 1 Stunde und die Überfahrt dauert auch eine knappe Stunde. So lässt sich Sprit sparen, auch gut. Wir haben ja Zeit.

Die Einreiseformalitäten werden auf dem Schiff erledigt, am Hafen von Tanger wartet ein Minibus und unsere kleine Reisegruppe von 15 Leuten bekommt eine Stadtrundfahrt. Dann geht es weiter durch das Villenviertel an das Cap Espartel mit Blick auf die Straße von Gibraltar.Der Tourguide versorgt unsere internationale Kleingruppe mit reichlich Informationen auf spanisch, französisch, englisch und deutsch.Optional gibt es einen Kamelritt um einen Parkplatz für 2€. Kann man machen, muss man aber nicht.Dann wird die Herkulesgrotte besichtigt. Es gibt darüber viele Legenden und Geschichten, die Höhle selbst sieht sehr bearbeitet und unnatürlich aus. Der Höhlenausgang Richtung Meer wird als ‚Karte Afrikas‘ bezeichnet. Schon ganz nett und es wird kein Eintritt verlangt.Zurück in Tanger tauchen wir ab in die Medina und besuchen einen Laden mit Stoffen und einen Kräuterladen.

Das sind im Prinzip Verkaufsveranstaltungen. Der supernette Berber, der Sascha und mir auf bestem deutsch die Vorzüge der Salben und Öle erklärt, wird leider am Schluß von seinem Chef übel zusammengeschissen, weil er uns nichts verkauft hat.Weiter geht es durch die Medina zum ehemaligen Sultanspalast, der jetzt ein kleines Museum beherbergt.Das ‚typisch marokkanischen Restaurant‘ in dem wir unser Mittagessen bekommen sieht aus, als wäre es für Bustouristen eingerichtet. Es sind auch keine anderen Gäste da. Das Essen ist aber ok und dann geht es nochmal durch die Altstadt und wir bekommen ‚Freigang‘ für eine gute Stunde.

So tauchen wir auf eigene Faust in das Gewimmel der Medina ab. Wir lehnen diverse Angebote an Touri-Kitsch und Drogen ab, dafür kaufe ich 2kg Mandarinen für 1€ und wir schauen uns schöne und nicht so schöne Ecken in Tanger an. Ein wenig verirren wir uns im Labyrinth der Altstadt, sind aber trotzdem wieder pünktlich an vereinbarten Treffpunkt.

Dann geht es mit dem Minibus zurück zum Hafen, wo die Schnellfähre wieder eine Stunde verspätet ablegt und doppelt so lange für die Überfahrt braucht. Damit ist man bestens auf Marokko vorbereitet, der Tagestrip hat sich rundweg gelohnt.

Route: 1: Tarifa 2:Baelo Claudia. Und nach Tanger mit der Fähre.